Sonntag30. November 2025

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PortugalNeue Suche im Fall Madeleine McCann: Ermittler ab heute am Arade-Stausee unterwegs

Portugal / Neue Suche im Fall Madeleine McCann: Ermittler ab heute am Arade-Stausee unterwegs
Ein Polizist steht am Dienstag neben einem Auto und einem Zelt in der Nähe von Barragem do Arade in Portugal. Die portugiesische Polizei sagte, sie werde die Suche nach Madeleine McCann in den nächsten Tagen wieder aufnehmen. Foto: Joao Matos/AP

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Das mysteriöse Verschwinden der kleinen Maddie McCann im Süden Portugals sorgt auch nach mehr als 16 Jahren für Rätsel. Nun darf man vielleicht Hoffnung auf neue Hinweise hegen. Denn die Ermittler wollen in der Gegend eine neue Suche durchführen.

Überraschung im „Fall Maddie“: Gut 16 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der damals dreijährigen Madeleine McCann im Süden Portugals wollen die Ermittler eine neue Suche starten. Die Aktion sei vom deutschen Bundeskriminalamt (BKA) beantragt worden und werde „in den nächsten Tagen“ in der Algarve stattfinden, teilte die portugiesische Kriminalpolizei am Montag mit. Nach einem Bericht der staatlichen portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa soll es bereits am Dienstag losgehen.

Ob es neue Hinweise gibt, wurde nicht bekannt gegeben. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig, die in diesem Fall gegen einen vorbestraften Deutschen wegen Mordverdachts ermittelt, wollte sich auf dpa-Anfrage zunächst ebenfalls nicht dazu äußern. Sie kündigte aber für den Dienstagvormittag eine Mitteilung an.

Neben portugiesischen und deutschen Beamten sollen an der neuen Suche auch britische Polizisten teilnehmen. Weitere Details gab die Polícia Judiciaria in ihrer knappen Mitteilung nicht bekannt. Lusa und andere portugiesische Medien berichteten aber unter Berufung auf die Behörden, die Suche solle bereits am Dienstag am Arade-Stausee beginnen und zwei bis drei Tage dauern.

Bereits Anfang 2008 suchte ein Team schon einmal am Arade-Staudamm nach der vermissten Madeleine
Bereits Anfang 2008 suchte ein Team schon einmal am Arade-Staudamm nach der vermissten Madeleine Archivfoto: dpa/epa Lusa/Luis Forra

Großer Bereich am Arade-Stausee abgesperrt

Der Nachrichtensender SIC Noticias beobachtete, dass zehn Ermittler der Kriminalpolizei und mehrere Feuerwehrmänner am Montag am Rande des Arade-Stausees bereits einen großen Bereich abgesperrt hatten. In dem Gebiet, das als Naturparadies gilt, sei in einem Zelt ein Kommandoposten eingerichtet worden, um von dort aus die Suche zu koordinieren. Man könne davon ausgehen, dass bei den Ermittlungen der Deutschen neue Hinweise aufgetaucht seien, mutmaßte der Sender.

Der Arade-Stausee befindet sich circa 50 Kilometer nordöstlich des Algarve-Badeortes Praia da Luz. Dort war Maddie am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage spurlos verschwunden. Die Eltern hatten Maddie und ihre beiden jüngeren Geschwister im Appartement gelassen, als sie in einem nahe gelegenen Restaurant mit Freunden zu Abend aßen. Seitdem fehlt von dem Mädchen jede Spur. Die Ermittler vermuten, dass es entführt und ermordet wurde. Eine Leiche wurde jedoch nie gefunden.

Die letzte bekannte größere Suchaktion in diesem Fall fand vor knapp drei Jahren, im Sommer 2020, statt. Wie bei früheren Operationen war damals wieder praktisch jeder Stein umgedreht worden. Im Juli jenen Jahres wurde unter anderem mithilfe von Tauchern in drei seit Jahren stillgelegten Brunnen in Vila do Bispo gesucht. Erfolglos. Der Druck, etwas zu finden, das die Ermittler weiterbringt, ist nach so langer Zeit nun wohl noch größer.

Kate und Gerry McCann zeigen im Juni 2007 während einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie)
Kate und Gerry McCann zeigen im Juni 2007 während einer Pressekonferenz in Berlin ein Bild ihrer verschwundenen Tochter Madeleine (Maddie) Archivfoto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa