EditorialHoch zu Ross: Wie die CSV zum „Frëndeskrees“-Prozess trabt

Editorial / Hoch zu Ross: Wie die CSV zum „Frëndeskrees“-Prozess trabt
Beim Gedanken an einen „Frëndeskrees“-Prozess war es das mit dem Sicherheitsgefühl der CSV Foto: Editpress-Archiv

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Endlich grün: Vergessen die Zeiten des Hansen’schen „Ech hu mir en SUVche kaf“, passé Lori Mosars Klimawandelskepsis – die CSV steigt aufs Pferd um. Was ist passiert?

Donnerstagmorgen, die Gang tritt vor die Kameras. Wer nicht in den Live-Genuss des Spektakels kommt, kann sich am Abend das Facebook-Video anschauen. Zu sehen: die usual suspects der CSV-Fraktion. Das leidige Thema, Sie ahnen es: das hauptstädtische „Sicherheitsgefühl“. Doch selbst die „Law and order“-Jünger sind gelegentlich für eine Überraschung gut. Wobei: Das Überraschende ist eigentlich ein zwei Jahre alter Vorschlag. Denn: Léon Glodens aktuelle Idee, berittene Polizeipatrouillen in Luxemburg einzuführen, stammt ursprünglich von Parteikollege Serge Wilmes.

Und der geriet 2019 so richtig ins Schwärmen: „Den Avantage ass, de Polizist sëtzt méi héich, en huet e vill besseren Iwwerbléck, wat ronderëm geschitt. D’Päerd ass en Déier, wat ganz imposant ass, et straalt eng Autoritéit aus. Op der anerer Säit och eng Sympathie, vill Leit hu Päerd ganz gären“, so Wilmes damals gegenüber RTL. Und auch Gloden muss heute nach exemplarischer Aufarbeitung der eingängigen Forschungsliteratur feststellen: „Well wann een Etüden an anere Länner iwwert d’Efficacitéit vun esou Patrouillen um Päerd liest, ass dat ganz efficace, besonnesch bei Fussballspiller.“

Was die konservativen Pferdeflüsterer ausblenden: Bis eine berittene Polizeipatrouille dichte Sportfans und Dealer bei Laune halten kann, muss so ein Gaul „mit Gerten- und Peitschenschlägen zurechtgewiesen werden“ – das kritisiert zumindest die Tierrechtsorganisation PETA. Die CSV bleibt sich im Zweifel treu: Wenn Ausbildung mit Schlägen und Zwang nicht urkatholisch ist, was dann?

Und um bei den holprigen Pferdevergleichen zu bleiben: Wer darauf wettet, dass die CSV die Peitsche schneller zu spüren bekommt als eine berittene Polizeipatrouille, könnte gar nicht mal so danebenliegen. Nachdem die Partei ihren ur-grünen Präsidenten Frank Engel geschasst hatte, wurde schnell klar: Die politische Lösung der Causa Engel war ein juristischer Hieb ins eigene Gesicht – die Staatsanwaltschaft kündigte wegen der sogenannten „Frëndeskrees-Affäre“ einen Prozess an. Neben Engel müssen sich möglicherweise auch andere CSV-Politiker vor Gericht verantworten, die ausgerechnet zur Erneuerung beitragen sollen.

Während die Konservativen es im „Garer Quartier“ also nicht streng genug haben können, scheint es im hauseigenen Verein lange wie auf dem Ponyhof zugegangen zu sein. Zur Erinnerung: Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen mutmaßlichen Betrugs und Veruntreuung. Und genau hier zeigt sich die eigentliche Problematik einer Partei, die lange davon lebte, den „séchere Wee“ zu versprechen: Wer hohen Rosses Richtung „Frëndeskrees“-Prozess trabt, wirkt beim Einpeitschen von Recht und Ordnung bedingt glaub- und vertrauenswürdig.

schullerpiir
19. September 2021 - 5.49

Die reinste Schmierenkomödie. Die CSV-Getreuen werden diesen Prozess genau so gut händeln wie den des "Bommeléeer"! Nach dem kräht kein Hahn mehr.

Frank Goebel
18. September 2021 - 13.04

Bitte beachten Sie, dass es sich hier um ein Editorial ("Leitartikel") handelt, also einen Meinungsbeitrag, der strikt die subjektive Ansicht des Autors wiedergibt. - Beste Grüße aus der Redaktion

Undine
18. September 2021 - 12.41

@Jemp "Es ist für mich erschreckend mit wieviel Intelligenz hier Kommentare geschrieben wurden" Sie sollten es auch mal versuchen.

jung luc
18. September 2021 - 12.18

Desen Atikel as voll Stenkereien an Gesteppels. Desen Artikel huet neischt mat Informatiounen ze dinn. Desen Artikel degouteiert mech. Ech hoffen dat desen Artikel net Meenung vun der LSAP as.

Kapitän Nemo
18. September 2021 - 10.29

Da kann man den Schwarzen nur recht geben . Ein Polizist auf einem Pferd , dem fahrerlosen Uelzechtstrooss - Mobil den Weg freimachend , wäre in der Tat sehr lehrreich für unsere kleinen Escher Blondschöpfe die noch nie einen Polizisten oder ein Pferd gesehen haben. Ich alter E22- Esel hätte in meiner Europa Kulturhauptstadt den Kinder der im Uelzecht Mobil sitzenden Tourisken die Gelegenheit gegeben auf einem Poney hinterher zu traben . Mein Beitrag zum unvergesslich machen meines titanikierenden Esch-on- Alzette , oder ?

Jemp
17. September 2021 - 21.00

Es ist für mich erschreckend mit wieviel Intelligenz hier Kommentare geschrieben wurden

Therese
17. September 2021 - 18.20

ech mengen,d'CSV ass elo definitiv nieft der Schinn.Wat se mei struewelen,wat se méi am Schlamm ennergin.Dat get eng Katastrof fir dei Partei bei den nächsten Wahlen. Mais dei aner Parteien sin och net iwerzégend.Ausser d'Piraten.

Sepp
17. September 2021 - 14.24

Ech fannen iwwregens och dass d'Klauen an d'Kläppereien vill méi schlemm sinn wéi d'Drogenkriminalitéit. Normalerweis get een vun den Dealeren net opgefuerdert fir eppes ze kafen. Mee wann een eng an d'Sabbel kritt an/oder de Portemonnaie ofegoll kritt, dat hannerléisst bei dem Affer psychesch Schied. DEI Strofen misten verhärt ginn. Thema Kinnekswiss.

J.C. Kemp
17. September 2021 - 14.16

Für ein Spital werden locker 15-20 Jahre gebraucht, aber so eine Reithalle steht ruck-zuck in 6 Wochen. Die Polizeieinheit und ihre Schlachtrösser sind in einem Monat perfekt trainiert und kampfbereit. Wie stellen sich die csv-Herr/Damschaften sich das vor? Demagogisches Gerede.

Nomi
17. September 2021 - 13.33

@ Sepp : an di Blo net vergiessen fir hir Decisio'unen an den Altersheemer. An di Greng net vergiessen fir hir zweifelhaft Decisio'unen mat Emwelt en Energie. Eng mengen am Gro'ussen an Ganzen hun mer, iwert all Partei'en, nemmen Leit ohni Erfahrung, ohni Matière grise, ohni di geringsten Wei'tsicht zu egal wei' engem Problemthema .

Sepp
17. September 2021 - 12.31

Et ass jo flott wann heinsto op d'CSV geklappt get, mee ech wollt mol un e puer LSAP Leit erenneren déi och net grad super Décisiounen geholl hunn.

Leila
17. September 2021 - 12.14

Ja, geht's noch? Wäre für den erhöhten Überblick eine Zugmaschine mit Panoramafenster nicht die bessere Lösung (Polizist ist geschützt vor Bösewicht und kann aus dem Fenster mit Wattebällchen werfen)? Warum nicht gleich auch Pferde vor die Tram spannen der Umwelt zuliebe?

décke lärry
17. September 2021 - 10.42

Am Fong géif et och eng aner Möiglechkeet déi vill méi einfach wier, fir déi Konditiounen ze erfëllen déi CSV am Kapp huet fir eng respektabel Police ob der Gare. Police kritt amplaaz einfach Autoën einfach den Unimog als Asaatzwoon. Do sëtzen se schéin héich, hun e gudden Iwerbléck, den Unimog as en imposant Gefier dat voll déi Autoritéit ausstrahlt. Als Iwergangszäit kéinten se och der Arméi hier Dingoën iwerhuëlen déi sie net méi wëllen, déi si jo och bëssi Unimog kommen zimmlech sympathesch eriwer wann se an de flotte Faarwen vun der Police ugestrach gin an de Vierdeel as, et brauch kee mat enger Schëpp hannendrun ze laafen fir de Schaäissdreck obzeraafen. Der CSV hier Ideeen kléngen ëmmer esou frësch, modern a guer net verstëppst, a mam Unimog kéinte sie eis och nees ob de sëchere Wee bréngen, an dat aus enger sëcherer Héicht eraus. Dat jäitzt förmlech no engem Referendum.

Grober J-P.
17. September 2021 - 10.14

Man hat mir im Biounterricht gesagt Pferde seien Fluchttiere!

J.C. Kemp
17. September 2021 - 8.59

Die Leichte Brigade ritt auch ins Verderben.

HTK
17. September 2021 - 8.57

"..„Den Avantage ass, de Polizist sëtzt méi héich, en huet e vill besseren Iwwerbléck, wat ronderëm geschitt. D’Päerd ass en Déier, wat ganz imposant ass, et straalt eng Autoritéit aus. Op der anerer Säit och eng Sympathie, vill Leit hu Päerd ganz gären“, so Wilmes .." Ach ist das putzig.Da werden sich die Dealer vor Angst in die Hose machen. Wie wär's mit imposanten Polizisten.Ja,eben nicht ../Innen denn (Entschuldigung an die Quotenfrauen) wenn's um's Eingemachte geht haben Frauen eben die schlechteren Karten.Das ist Biologie/Physik und hat mit Unterdrückung nichts zu tun. Und daß diese Szene sich nicht mit guten Worten handeln lässt müsste dem schlechtesten Psychologen bewusst sein. Also Herr Gloden,steigen sie vom hohen Ross herunter und zeigen sie Präsenz vor Ort. Notfalls in Zürich nachfragen.Die haben ihr Bahnhofproblem vor Jahren " outgesourced".So sagt man wohl.