Seit anderthalb Jahren trotzt Katar Sanktionen Saudi-Arabiens und seiner Verbündeten. Jetzt wagt das Emirat einen weiteren Schritt: Das Golf-Emirat tritt aus der Organisation erdölexportierender Staaten aus.

Sein Land wolle seine Erdölförderung von 4,8 Millionen auf 6,5 Millionen Barrel pro Tag erhöhen und den Export von verflüssigtem Erdgas von 77 Millionen Tonnen auf 110 Millionen Tonnen pro Jahr hochfahren, sagte Energieminister Saad Scherida al-Kaabi am Montag. Daher werde sich Katar im Januar aus der OPEC zurückziehen. Katar ist der drittgrößte Exporteur von verflüssigtem Erdgas.

“Im Licht dieser Anstrengungen und Pläne und in unserem Streben, die Position Katars als verlässlicher und vertrauenswürdiger Energieversorger weltweit zu stärken, mussten wir Schritte unternehmen, um die Rolle und den Beitrag Katars zur internationalen Energieszene zu überprüfen”, hieß es in einer Stellungnahme al-Kaabis.

Streit mit Saudi-Arabien 

Von der OPEC in Wien gab es zunächst keine Reaktion. Es ist das erste Mal, dass ein Mitgliedsland aus dem Nahen Osten die Organisation verlässt. Sie hatte vor zwei Jahren zusammen mit Nichtmitgliedern die Erdölförderung reduziert, nachdem die Preise auf weniger als 30 Dollar pro Barrel gefallen waren.

Nicht zuletzt dank der aus dem Rohstoffreichtum resultierenden Wohlstands hat es das Emirat mit 2,6 Millionen Einwohnern geschafft, sich die Austragung der Fußballweltmeisterschaft 2022 zu sichern. Zugleich ist die politische Bedeutung des Landes gewachsen, was den großen Nachbarn Saudi-Arabien auf den Plan gerufen hat, der auch größter Erdölexporteur in der OPEC ist. Vor anderthalb Jahren brach das Königreich zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain und Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar ab. Der Streit schwelt bis heute.

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