Kirchliche Höchststrafe

13. Juli 2012 16:18; Akt: 13.07.2012 16:26 Print

Priester wegen Missbrauchs gefeuertPriester wegen Missbrauchs gefeuert

TRIER - Der Trierer Bischof Ackermann wirft einen Priester raus, der vor Jahrzehnten Kinder missbraucht haben soll. Der Mann verliert sämtliche Rechte, die mit dem Priesteramt verbunden sind.

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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann räumt auf. (Bild: dpa)

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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann
hat erstmals einen Priester wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern aus dem Klerikerstand entlassen. Damit verhängte Ackermann - der Missbrauchsbeauftragte der Deutschen Bischofskonferenz - die kirchenrechtliche Höchststrafe. Der Priester habe fünf minderjährige Jungen zwischen 1966 und 1980 missbraucht, zwei davon über einen längeren Zeitraum, teilte das Bistum am Freitag in Trier mit. Der Geistliche wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Er ist laut Bistum im Ruhestand.

Es sei das erste Mal in den vergangenen 40 Jahren, dass diese Strafe im Bistum gegen einen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen ausgesprochen werde, sagte ein Sprecher des Bistums. Die Glaubenskongregation in Rom hat der Entlassung des Mannes zugestimmt, nachdem sie die Ergebnisse eines außergerichtlichen Strafverfahrens geprüft habe.

Vorwürfe verjährt

Gegen diese Entscheidung kann der Mann innerhalb von 60 Tagen Einspruch einlegen. Strafrechtlich sind die Vorwürfe nach Angaben des Bistumssprechers verjährt. Das Bistum hatte nach seinen Worten im Frühjahr 2010 von den Vorwürfen erfahren und Anzeige gegen den Mann erstattet.

Wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen sind im Bistum Trier seit Februar 2010 gegen 16 Priester kirchenrechtliche Voruntersuchungen eingeleitet worden. Dieser Fall sei nun der erste, der richtig abgeschlossen sei, sagte der Bistumssprecher. "Die anderen laufen mit unterschiedlichem Stand." Von den 16 Priestern waren nach Bistumsangaben vom Juni noch 3 im Dienst.

Erhebliche Folgen

Die Entlassung aus dem Klerikerstand hat für den Mann laut Bistum zur Folge, dass er sämtliche Rechte verliert, die mit dem Priesteramt verbunden sind. Er bleibe zwar Priester, weil er dazu geweiht worden sei, er dürfe aber beispielsweise die Messe nicht mehr feiern und die Sakramente nicht mehr spenden. Außerdem lägen seine Bezüge unter dem, was für Ruhestandsgeistliche üblich sei.

(dpa/Tageblatt.lu)

  • Rico am 14.07.2012 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Wat eng Schan. Do wou ee jo normalerweis soll Hëllef kréien.

  • Kritesche Bierger am 13.07.2012 21:55 Report Diesen Beitrag melden

    Dat ass en normale Virgang. Da gëtt ee vun 10.000 geklaakt, oft ass et den onbequemsten, deen se souwisou wollte lassginn. Dat gëtt allgemeng esou gehandhaabt. Bei der Police ass et och esou, do fléien der och vun Zäit zu Zäit e puer eraus, fir d`Leit ze berouegen. D`Leit schlécken dat, an hunn dann den Androck, et géif duerchgegraff ginn. De Kärproblem gëtt net geléist, et ginn ëmmer nëmmen e puer Baurenaffer, meeschtens déi schwächste Glidder an der Ketten. An der Politik ass et d'selwecht, do ginn och heiansdo onbequem Leit erausgezunn an duerch anerer ersat.

  • A. Hoffmann am 13.07.2012 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt er nach Luxemburg? Wo er ja um Asylium anfragen kann und bestimmt bekommt.