16. September 2014 15:54;Akt: 16.09.2014 16:44

"Geschäfte zwischen Ultra-Reichen"

LUXEMBURGER "FREEPORT"

Am Mittwoch öffnet am Findel das Zollfreilager "Freeport". In der Kunstszene Luxemburgs wird Kritik laut. Man spricht von einer "zweckentfremdeten Kunst."

Wer seine im Ausland erworbene Kunstsammlung heute nicht in den eigenen vier Wänden ausstellen möchte, der kann sie in riesigen, hochgesicherten "Freeports" aufbewahren. Diese Freihandelslager, in der Regel in unmittelbarer Nähe eines Flughafens gelegen, sind "ex-territorial", also nicht Teil des jeweiligen Landes.

Am Mittwoch (17. September)öffnet ein solcher Freeport am Findel seine Pforten. Das Luxemburger Künstlerkollektiv "Richtung22" hat Probleme mit dem Lager. "Es ist äußerst bedenklich, dass Kunst als Spekulationsgut verwendet werden soll, Kunst wird hier zweckentfremdet. Wenn die Einweihung des Freeports nicht zu einem Aufschrei unter Künstlern führt, können wir einpacken," Maurice Sinner von "Richtung 22".

"Ultrareichen"

"Besonders in Zeiten, in denen die TVA erhöht wird, ist es beruhigend zu sehen, dass es auch hier in Luxemburg noch Orte gibt, in denen Steuerfreiheit möglich ist. Zwar nur für Geschäfte zwischen Ultra-Reichen, aber immerhin," meint Lars Schmitz vom Künstlerkollektiv ironisch.

Hinter der neuen Freihandelszone "Freeport" am Findel steht die Schweizer "Natural Le Coultre" (NLC) Gruppe. Die Importe in die Freihandelszone werden von den Einfuhrzöllen, Umsatzsteuern und anderen Steuern und Abgaben befreit. Innerhalb dieses Bereichs kann Warenaustausch unter Händlern stattfinden, was den Wert der Ware steigern soll. Die Steuern fallen beim Export. Der Staat erhofft sich damit zusätzliche Einnahmen.

60 Prozent der Flächen in der neuen Lagerhale sind bereits vermietet. An wen, bleibt ein Geheimnis.

Tageblatt.lu

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  • Jeje am 17.09.2014 14:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wär et da besser fir eis Ekonomie, wann dei Ultraräich hir Geschäfter an engem aneren Land maachen? Jeje

  • tuggi am 17.09.2014 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    Konscht ass nach ëmmer en Investissement gewiescht a net all Konschtsammler huet Plaz fir alles an der Stuff opzehänken. Dofir hätt hien dat gär geséchert ënnerdag. Esou klengkaréiert "Künstler" vun Richt.22 wiere frou, wann een hir "Konscht" géif zu Präisser kafen, déi derwäert wieren fir an e Freeport ënnerdag ze kommen. ...oder wëllt dir nëmmen Konscht maachen a kee Su dermat verdéngen? Dann awer op d'Käschte vum Staat liewen oder wéi? Traureg Gestalte sidd der. A Bravo den Investisseuren vum Freeport : Aarbechtsplaze geschaaft a Suen an d'Keess vum Staat.

    • Felix Krull am 17.09.2014 15:15 Report Diesen Beitrag melden

      Das Thema hat doch gar nichts mit Kunst zu tun. Hier geht es um dubiose Reichtümer, deren Herkunft verschleiert werden soll vor Justiz und Steuerämtern. Unser Staat wird daran rein gar nichts verdienen, aber den ganzen Aufwand bezahlen müssen. Aber für die Reichen machen wir es ja gerne.

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  • Grincheux am 16.09.2014 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Volkswirschaflich gesehen eine gute Idee, was soll das Gemecker der lokalen Künstler, die sind ja nicht betroffen. Freeports sind ein neuer Wirtschaftszweig der sehe vielversprechend ist.

    • Felix Krull am 17.09.2014 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      Diese Freeports sind staatlich geduldete , internationale Hehlermärkte für Luxuswaren.

    • Runzelrübe am 17.09.2014 11:28 Report Diesen Beitrag melden

      Schlimm ist nur, dass Freeports mit Steuergelder finanziert werden und dienen teilweise dazu Steuern zu hinterziehen

    • Paul R. am 17.09.2014 12:32 Report Diesen Beitrag melden

      Der Titel ist reine Provokation. Neid ist halt nichts schönes...

    • Jeje am 17.09.2014 14:19 Report Diesen Beitrag melden

      @Runzelrübe: Nee, do léis de erëm voll dernierwend. D'nächste Kéier informéiert dech éiers de hei esou e Brach posts. JeJe

    • Paul R. am 17.09.2014 14:51 Report Diesen Beitrag melden

      Soweit ich gehört habe wurde Luxemburgs Freeport aus privaten Geldern finanziert. Nix mit Steuergeldern, ist ja schließlich kein Fußballverein oder Kegelklub (bei denen niemand fragt wo die Gelder her kommen).

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