09. Juni 2011 17:12;Akt: 09.06.2011 18:29

Es wurde kein Missbrauch betrieben

EUTHANASIEGESETZ

LUXEMBURG – Das Euthanasiegesetz habe nicht zu Missbräuchen geführt. Das war das Fazit der Debatte über einen ersten Bericht zum Gesetz über Sterbehilfe am Donnerstag im Parlament.

Die nationale Bewertungskommission über die Anwendung der Euthanasie legte vor kurzem ihren Bericht vor. Dieser stand am Donnerstag zur Debatte im Parlament.

Die Diskussionen über das Euthanasie-Gesetz vor zwei Jahren waren noch äußerst emotionsgeladen gewesen. Damals war es sogar zu einer Mehrheit gegen die CSV gekommen. Anlässlich der Vorstellung des Berichtes am Donnerstag ging es ruhiger zu. Ohne Überraschung kritisierte die CSV das 2009 angenommene Gesetz. Es sei schlecht, weil es das Gesetz über die Palliativpflege „übertünche“, so der Redner der CSV. Die Partei wiederholte ihre Forderung, die Euthanasie in das Gesetz über die Palliativpflege zu integrieren.

Die Parlamentarier der LSAP, der DP, von „déi gréng“ und „déi Lénk“ verteidigten ohne Überraschung das Gesetz. Es sei kein „Run“ auf die Euthanasie festgestellt worden. Lediglich fünf Fälle von Sterbehilfe habe es in zwei Jahren gegeben. Die Verfügungen seien alle von älteren Menschen eingereicht worden, die Krebs im Endstadium hatten. Die Sterbehilfe sei in allen Fällen korrekt durchgeführt worden. Zufrieden sei man ebenfalls, dass immer mehr Sterbeverfügungen hinterlegt würden.

Verbesserungsbedarf

Verbesserungsbedarf sahen alle Abgeordneten, was die Verfügbarkeit der „Euthanasiemedikamente“ anbelangt. Auch der Zugang der Mediziner zu den notwendigen Informationen müsse verbessert werden. Der Bewertungsausschuss schlug vor, sich sofort bei der Einlieferung eines Patienten in die Intensivstation über die Existenz einer Sterbeverfügung zu informieren. Die Informationskampagnen über die Sterbehilfe müssten weitergeführt werden, so alle Parlamentarier am Donnerstag.

Die Befürworter der aktiven Sterbehilfe bekräftigten ihre Überzeugung, dass ein würdevoller Tod mindestens genauso wichtig sei wie das Leben selbst. Die Selbstbestimmung des Patienten sei ein wichtiger Aspekt der Demokratie. Bemängelt wurde jedoch von einigen Parlamentariern, dass der Bericht keine Informationen über die abgelehnten Fälle von Sterbehilfe enthalte.

Für Aufregung sorgte der Vorschlag des ADR-Parlamentariers Jean Colombera, die Einnahme diverser Drogen, wie Cannabis oder LSD zu legalisieren und in die klassische Medizin zu integrieren. Dadurch würde der Zustand der todkranken Patienten verbessert und die Euthanasie überflüssig.

rh/Tageblatt.lu

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  • Lucien am 10.06.2011 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Et ass schonszweerle. Wann en neischt festellt heescht dat net, dat et en net get!

  • viviane am 10.06.2011 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Euthanasie as et schon emmer gin! Et sa just nie un d'Öffentlechkeet gedroen gin! Virun 2 Joer soot een Dokter zu mär: On va laisser partir votre mère!