19. Januar 2012 07:14;Akt: 19.01.2012 09:52

Pflegepersonal richtig vorbereiten

STERBEHILFE

2009 wurde das Gesetz über die Sterbehilfe vom Parlament verabschiedet. Jetzt tun sich Fragen über die Ausbildung des Fachpersonals auf.

In der Ausbildung wird das Pflegepersonal auf das Thema Tod vorbereitet. 
 (Bild: Tageblatt-Archiv)

In seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage präzisiert Gesundheits- und Sozialminister Mars Di Bartolomeo, dass das Pflegepersonal nicht im Prozess der Sterbehilfe interveniert, da diese ausschließlich von Ärzten durchgeführt werde.

Palliativpflege hingegen wird auch von Fachpersonal durchgeführt, unter anderem vom Pflegepersonal der Krankenhäuser. Die Abgeordnete Josée Lorsché ("déi gréng") wollte vom Minister wissen, ob dieses Personal in seiner Ausbildung genügend auf solche Fälle vorbereitet werde.

Thema in der Ausbildung

Es ist bei ihrer Arbeit natürlich nicht ausgeschlossen, dass die Pfleger mit Schwerkranken zu tun haben, die ihnen gegenüber den Wunsch zum Sterben ausdrücken, und die Möglichkeit der Euthanasie in Anspruch nehmen würden. Deshalb hätten die Verantwortlichen das Nötige getan, damit das Personal alle Informationen besitzt, um mit Situationen dieser Art fertig zu werden.

Um auf die rechtlichen, ethischen und psychologischen Fragen einer solchen Situation vorbereitet zu sein, wird das Thema Euthanasie bereits in der Ausbildung der Krankenpfleger und Pflegehelfer im "Lycée technique des professions de santé" behandelt.

Dies geschieht allerdings nicht in einem Spezialkurs zum Thema, sondern in mehreren Kursen, wie z.B. "Connaissance du monde professionnel", "soins palliatifs et oncologie". Des Weiteren gibt es den Kurs "Postclinique", welche den Schülern den Krankenhausalltag näher bringt. Das Thema „Euthanasie“ wird darüber hinaus auch während der Weiterbildung behandelt.

Der Minister weist in seiner Antwort darauf hin, dass das "Centre de formation professionelle continue Dr Robert Widong" ein Fortbildungskurs "Accompagnement des patients en fin de view" anbietet. In diesem Kurs werden die verschiedenen psychologischen Etappen am Lebensende und die Ängste vor dem Tod behandelt. Fragen zur Euthanasie stehen nicht auf dem Programm. Auch in den Ausbildungskursen vom "Omega90" werden die Fragen wie Sterbehilfe und Euthanasie diskutiert.

c.mol./Tageblatt.lu