Claude Wiseler hat viel vor. Der Minister für Nachhaltige Entwicklung nutzte am Mittwoch die „Wirtschaftstage“, eine zweitägige Konferenz in den Räumen der Handelskammer auf dem Kirchberg, um seine Pläne für Luxemburg vorzustellen und näher zu erklären.

Auf zwei Bereiche ging der Minister an: die Landesplanung und die Mobilität. Bereits im nächsten Monat soll, so der Minister, im Parlament über das Landesplanungsgesetz abgestimmt werden. Danach könnten dann die verschiedenen „plan sectoriels“, die etwa Verkehrs-, Umwelt- oder wirtschaftstechnische Bereiche abdeckten, zum Abschluss gebracht werden.

„Wirtschaftszonen“

Das Besondere: Es soll „Wirtschaftszonen“ geben, die nicht sofort genutzt werden müssen. Diese Zonen würden gesetzlich „blockiert“, so dass sie auch in zehn Jahren noch für wirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stünden. Der Staat, so Wiseler, erhalte zudem ein Vorrecht auf den Kauf dieser Grundstücke. Die Preise würden auf das Niveau von vor der Umklassierung gedeckelt. Damit will der Minister Preissteigerungen vorbeugen. Eine Enteignung soll einfacherer werden. Mit dem Einreichen des Gesetzentwurfes gelten die Grundstücke als „reserviert“, so Wiseler. So wolle man Spekulationen einen Riegel vorschieben.

Hand in Hand mit dem Ausbau von Wirtschaftszonen geht die Verbesserung der Mobilität in Luxemburg. „Während der Stoßzeiten ist der öffentliche Verkehr auf den Hauptachsen gesättigt“, so der Minister. Auf ihren Pkw auszuweichen, nutzt den zahlreichen Pendlern jedoch nichts, denn es sind eben die Straßen, auf denen die Busse zu voll sind, die verstopft sind.

Die Lösung des Ministers: Es müssen mehr Menschen auf den öffentlichen Verkehr umsteigen. Um das zu ermöglichen, braucht es ein Konzept. Die Öffentlichen brauchen mehr Kapazitäten. Die einzelnen Transportmittel müssten zudem ineinandergreifen. Wiseler spricht von der Transportkette, in der der Weg des Fahrgastes bis zu seinem Ziel durchgeplant ist. Für ihn ist klar: „Wer mit dem Bus genau so lange braucht wie mit dem Auto, wird nicht auf den Bus umsteigen“, deshalb sollen mehr Busspuren her. Hiermit stößt er aber nicht immer auf Akzeptanz. Zwar hielten alle Busspuren für eine gute Idee, aber dafür müsste nun einmal mehr Platz her und die Begeisterung, einen Bürgersteig zu opfern, sei nicht groß.

Park&Ride

Aber bei Busspuren will es Wiseler nicht belassen. Er setzt auf Park&Ride. Jenseits der Grenzen bereits sollen solche Parkplätze den Grenzgängern zur Verfügung stehen. Die Gespräche mit den Verantwortlichen in der Großregion haben längst begonnen.

Weitere P&R-Parkplätze soll es dann innerhalb der Grenzen Luxemburgs geben, zum Beispiel soll der Bahnhof in Esch-Belval mit einem solchen ausgestattet werden. Darüber hinaus plant Wiseler Parkplätze um die Stadt Luxemburg. Der Finanzminister gebe ihm leider nicht so viel Geld, wie er benötige, um all seine Ideen umzusetzen, so Wiseler. Darum müsse er Prioritäten setzen. Dazu gehörten nicht eine direkte Bahnstrecke von Esch nach Luxemburg und auch keine Bahntrasse vom hauptstädtischen Bahnhof über den Findel zum Kirchberg. Stattdessen wolle er die Bettemburger Strecke von zwei auf vier Gleise ausbauen. Daneben würde die Strecke nach Brüssel schneller gemacht.

Yves Greis/Tageblatt.lu