Der scheidende Präsident hatte vorgeschlagen, nicht über alle Posten einzeln abzustimmen, sondern über das Cahen-Team. Dieses wurde von den rund 300 Delegierten im Tramsschapp auf Limpertsberg mit rund 90 Prozent angenommen: 231 Ja-Stimmen, 20 Nein und 8 Enthaltungen.

Familienministerin Corinne Cahen ist demnach nun neue Vorsitzende der liberalen Partei, erster Vizepräsident ist der Abgeordnete Max Hahn, weitere Vizepräsidenten Staatssekretär Marc Hansen und der Mondorfer “député-maire” Lex Delles. Neuer Generalsekretär ist der bisherige JDL-Präsident Marc Ruppert. Alter und neuer Kassierer ist Patrick Goldschmidt.

Ständige Erneuerung

Premierminister Xavier Bettel hatte im September angekündigt, sich ausschließlich auf sein Amt als Regierungschef konzentrieren zu wollen. Auch die Vizepräsidenten Charles Goerens, Maggy Nagel und Claudia Monti hatten ihre Ämter niedergelegt, ebenso Generalsekretär Gilles Baum.

Um Platz zu machen für eine neue Mannschaft; Erneuerung, ständige Erneuerung sei die DP gewohnt, um keinen Stillstand zu haben, betonten beide Redner in ihren Ansprachen.

Regierungsbilanz

Sowohl Bettels Bilanz wie auch Cahens Ausblick gerieten zu einer Bilanz, resp. “Verteidigung” der Regierungsarbeit. Kein Wunder, wenn zwei Regierungsmitglieder sprechen. Beide Reden hatten neben den üblichen Danksagungen denn auch zahlreiche Gemeinsamkeiten.

Man habe als neue Regierung keine gute Situation vorgefunden, so Bettel, ja sogar eine desolate was Finanzen angeht und viel Stillstand allerorts. Jetzt sei man auf dem richtigen Weg und er sei stolz auf das bisher geleistete, so der Premier. Und das nach noch nicht mal der Hälfte der Legislaturperiode, fügte Corinne Cahen hinzu.

“Net gewärden loossen”

Beide waren im derzeitigen internationalen und nationalen Kontext auf gesellschaftspolitische Herausforderungen eingangen. Cahen sagte, man müsse auf die Menschen zugehen, sie anhören und ernst nehmen: “Mir därfen keen lenks léien loossen … an mir därfen keen riets gewärden loossen.”

Für die Partei appellierte Cahen an Teamgeist und Zusammenhalt, und ganz allgemein – nicht nur für ihre Partei – wünschte sie sich mehr politisches Engagement: Sie habe genug von all denen, die ständig meckern würden aber ohne jeglichen konstruktiven Beitrag. Wenn man etwas erreichen und verändern wolle, müsse man sich auch dafür einsetzen.

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CLC