Der wichtigste Berater von Donald Trump heißt Donald Trump. Dass er letztlich vor allem auf sich selbst hört, lässt der US-Präsident seine Mitarbeiter immer wieder spüren – und auch Trumps neuer Mann auf dem Posten des Nationalen Sicherheitsberaters dürfte dies zu spüren bekommen.

Der neue Sicherheitsberater Robert O’Brien tritt sein Amt in dramatischen Zeiten an. Die jüngsten Luftangriffe auf saudi-arabische Ölanlagen haben die Spannungen zwischen den USA und dem Iran nochmals massiv verschärft, hinter den Kulissen in der US-Regierung wird offenbar die Option eines Militäreinsatzes gegen den Iran erwogen. Doch von dem neuen Mann an seiner Seite will Trump offenbar vor allem eines: Nach dem Unruhestifter Bolton soll O’Brien zur Geschlossenheit im Regierungsteam beitragen. Bolton lag nicht nur mit Trump, sondern auch mit Außenminister Mike Pompeo immer wieder über Kreuz.

Ein umgänglicher Charakter

O’Brien, dessen bisheriger Posten im Außenministerium angesiedelt ist, gilt hingegen als Vertrauter Pompeos. Laut US-Medienberichten wurde er vom Außenminister für den Job des Sicherheitsberaters vorgeschlagen. Die Wahl sei auf O’Brien gefallen, weil Trump einen „Konsensstifter und keinen Selbstdarsteller“ auf dem Posten wolle, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses dem Sender CNN.

Der aus Kalifornien stammende Anwalt gilt als umgänglicher Charakter. „Er kommt mit jedem klar. Er ist der netteste Kerl auf dem Planeten“, zitierte die Washington Post einen Regierungsmitarbeiter. In der Außen- und Sicherheitspolitik hat sich O’Brien allerdings bisher nicht sonderlich profiliert, in der US-Öffentlichkeit ist er wenig bekannt.

Beauftragter für Geiselfälle

O’Brien arbeitete unter Präsident George W. Bush zeitweise in der US-Vertretung bei den Vereinten Nationen, später wirkte er unter Bush und Barack Obama in einem Programm zur Ausbildung von Anwälten und Richtern in Afghanistan mit. In einem Buch von 2016 übte O’Brien harsche Kritik an dem von Präsident Obama geschlossenen Atomabkommen mit dem Iran – was ihm zweifellos Pluspunkte bei Trump einbrachte.

Im Mai 2018 wurde der Mitbegründer einer Anwaltskanzlei in Los Angeles dann als Beauftragter für Geiselfälle in die Trump-Regierung geholt. Er verhandelte seither wiederholt erfolgreich über die Freilassung von US-Bürgern etwa in der Türkei und im Jemen, womit seine Reputation bei Trump wuchs.

Lobe den Trump

Vor allem aber gefiel diesem, dass er von O’Brien mit Lob überschüttet wurde: Der Präsident habe bei der Befreiung von US-Geiseln „beispiellosen Erfolg“, bauchpinselte er ihn. Diesen Lobpreis von seinem künftigen Sicherheitsberater zitierte Trump gestern auch bei dessen Nominierung.

O’Brien hat sich in seiner bisherigen Arbeit für Trump aber auch Kritik ausgesetzt – als er nach Schweden zum Prozess gegen den US-Rapper ASAP Rocky wegen Körperverletzung entsandt wurde. In einem Brief an die schwedischen Behörden forderte der Gesandte die Freilassung des Musikers aus „humanitären“ Gründen. O’Briens Mission wurde von Kritikern als ungebührliche Einmischung in interne schwedische Justizangelegenheiten gesehen.

Trump betrachtete sie aber als Erfolg, denn ASAP Rocky kam frei. Auch der Fall des Rappers hat O’Brien also womöglich bei seiner Nominierung für den Posten an der Seite des Präsidenten geholfen.

2 Kommentare

    • Der muß aufpassen dass er nicht auf seiner Schleimspur ausrutscht! Da kann jederzeit geschehen und dann ist er hin.
      So ganz nebenbei: dann wird Deutschland den Grenell also doch nicht los. Das ist manchmal gar nicht so leicht mit solchen Zecken.

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