24. April 2014 03:28;Akt: 24.04.2014 12:21

Der Wolf vom Lac de Madine

AUF DEM WEG ZU UNS?

LUXEMBURG - Im Département de la Meuse wurde nun erstmals die Anwesenheit eines Wolfes bestätigt. Das Raubtier tappte am 18. April nahe Saint-Mihiel in eine Fotofalle.

Schnappschuss statt Gewehrschuss: Der Wolf lief am 18. April an der fest installierten Kamera vorbei. (Bild: Office national de la chasse et la faune)

Damit ist er nur noch etwa 100 Kilometer Luftlinie von Luxemburg entfernt. Ein Katzensprung für den Beutegreifer aus der Familie der Hunde.

Die Schäfer aus der Gegend rund um Saint-Mihiel gingen von nichts anderem aus. Seit Ende letzten Jahres waren rund 30 Schafe und Lämmer gerissen worden. Wer, wenn nicht der Wolf, sollte dafür verantwortlich sein. Am Mittwoch gab es die offizielle Bestätigung durch die Préfecture de la Meuse. Das Raubtier war am 18. April vor eine vom „Office national de la chasse et de la faune sauvage“ aufgestellte, automatische Kamera gelaufen. Ein Schnappschuss, der nun keine Zweifel mehr zulässt: Rund um den Lac de Madine treibt sich der Wolf um. Und damit ist das Tier nur noch etwa 100 Kilometer von Luxemburg entfernt. Eine Distanz, die für den Wolf keine wirkliche ist.

Der Wolf kommt – fragt sich nur wann

Doch wie wahrscheinlich ist die Rückkehr des Wolfes nach Luxemburg? Für Frank Wolff von der Naturverwaltung ist es nur eine Frage der Zeit. Eine nähere Angabe wagt aber auch Wolff nicht zu machen. „Das kann man schlecht vorhersagen“, so Wolff. Es könne Jahre dauern, aber auch wesentlich schneller gehen. „Wie sich die Tiere bewegen, hängt von vielen Faktoren ab, so etwa von der sozialen Struktur des Rudels.“ Ob es sich beim fotografierten Wolf um ein Einzeltier oder das Mitglied eines Rudels handelt, ist bislang nicht bekannt. Abhängig von der Größe des Rudels verlassen Jungtiere dieses früher oder später. Da die Großregion recht dicht besiedelt ist, geht Wolff von einem eher kleineren Familienrudel oder einem Einzeltier aus. Was den Weg nach Luxemburg angeht, und nach Ansicht der landschaftlichen Umstände, ergebe sich, so Wolff, von Saint-Mihiel aus gesehen ein durchaus gangbarer Korridor nach Luxemburg. „Von dort aus gibt es, einfach gen Norden, kaum Hindernisse für die Tiere“, so Wolff.

Nachdem der Wolf in Mitteleuropa lange Zeit als ausgerottet galt, breiten sich Tiere seit einigen Jahren wieder aus. Zwei Strömungen bildeten sich dabei. Einmal waren es die italienischen Wölfe, die sich ihren Weg nach Norden bahnten. Der französische Wolf gehört aller Wahrscheinlichkeit nach zu dieser Gattung. Daneben gibt es die Tiere, die über Polen nach Deutschland einwanderten und jetzt auf dem stetigen Weg weiter nach Westen sind. Frank Wolff weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Luxemburg in der Region liegt, wo beide Wolfsfamilien aufeinandertreffen könnten.

Vorkehrungen

Dass der Wolf unterwegs ist, dessen ist sich die Umweltverwaltung bewusst. Weshalb auch offiziell über erste Vorkehrungen nachgedacht wird. Vor allem wird darüber nachgedacht, wie eventuell Schäfer entschädigt werden könnten, sollten ihre Tiere vom Wolf gerissen werden. Auch wenn es hierzulande vergleichsweise wenig Schafe gibt, müssen solche Programme auf den Weg gebracht werden.

Der letzte Wolf wurde in Luxemburg vor genau 122 Jahren geschossen. Am 24. April des Jahres 1893 war dies. Der tödliche Schuss des Jägers fiel nahe Olingen. Der Name des Schützen lautete: Eduard Wolff.

A.B./Tageblatt.lu

  • robbie am 26.04.2014 09:24 Report Diesen Beitrag melden

    De Wollef ass an Europa streng geschützt, an d'Kirre vum Wëld am Wanter ass verbueden. A wien hält sech drun?

  • Luc Hurt am 25.04.2014 20:46 Report Diesen Beitrag melden

    Auch nördlich von uns kommen die Wölfe näher an Luxemburg heran. Kürzlich auch an der deutsch-niederländischen Grenze: Im Gegensatz zu Frankreich gibt es in Deutschland wenig Probleme mit Schafsrissen.

    • Melina Zweig am 17.05.2015 21:15 Report Diesen Beitrag melden

      "...gibt es in Deutschland wenig Probleme..." ? Wir haben hier in D zwar nicht Tausende Risse wie in Frankreich, aber ein paar Hundert sind für uns auch schon zu viel und ein Desaster für die Betroffenen.

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  • Rotkäppchen am 25.04.2014 08:08 Report Diesen Beitrag melden

    Ech heiere schonns déi éischt Bauere jéimeren, well se fäerten, elo géif een hir Scheewercher oder Källefcher räissen. Oder d'Jeeër, déi fir 'hir' Juegddéiere fäerten. Do sinn erëm fatzeg Entschiedegunge fälleg.

    • Othon am 25.04.2014 23:00 Report Diesen Beitrag melden

      Böse Wölfe gibt es jetzt schon in Luxemburg

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