07. April 2017 06:06;Akt: 07.04.2017 06:11

Wirklich gerecht?

KOMMENTAR

„March for Freedom“-Prozess

 (Bild: Editpress/Isabella Finzi)

Im Prozess gegen sechs Teilnehmer der „March for Freedom“- Demo, die am 5. Juni 2014 auf der place de l’Europe eigentlich friedlich gegen die Asyl- und Flüchtlingspolitik der Europäischen Union protestiert hatten, hat man den Eindruck, dass so manches nicht gerecht abläuft.

In der ersten Verhandlung wurde auf einem Video gezeigt, was sich damals abgespielt hatte. Es ist deutlich ein Polizist zu sehen, der die Aktivisten mit Pfefferspray angreift. Darüber hinaus hatte man damals immer betont, die Gewalt sei eindeutig von den Demonstranten ausgegangen. Zwei Zeugen erklärten jedoch am Mittwoch vor Gericht, dass dies nicht der Fall gewesen sei. Die Polizei habe eindeutig angefangen.

Die Zeugen hatten den Eindruck, dass die Beamten unprofessionell reagiert hätten. Ein Polizist sagte des Weiteren aus, dass man die Beamten mit Polizeitechniken hinter die Barrikaden gedrängt habe. Auf den Bildern ist aber zu sehen, dass die Beamten die Aktivisten mit Gewalt zu Boden drücken und gewalttätig vorgehen. Die Polizisten sagten aus, einer von ihnen habe einen Zahn verloren.

Man darf also Gewalt gegen friedliche Aktivisten anwenden, aber sobald es um die eigenen Zähne geht, reicht man sofort Klage ein ... Fakt ist, dass die Polizei am 5. Juni 2014 schlecht organisiert und nicht vorbereitet war. Demnach sitzen eindeutig die Falschen auf der Anklagebank.

Philippe Hammelmann

  • Een den keng Tomaten op den Aen huet! am 08.04.2017 09:55 Report Diesen Beitrag melden

    Friedlich protestieren? Darunter verstehe ich den Anweisungen der Polizei folge zu leisten und Demonstrationen anzumelden! Wenn aber Polizisten Zähne verlieren, so nehme ich an dass die Demo gar nicht so friedlich verlaufen ist! Die Demonstranten haben den Anweisungen der Polizei keine Folge geleistet, sondern sich der Polizei mit Gewalt widersetzt! Ist das in ihren Augen "friedlich"?

  • Andreas Ernster am 07.04.2017 08:47 Report Diesen Beitrag melden

    @MM Alternative Fakten schaffen scheint kein Privileg populistischer Parteien oder Bewegungen zu sein. Warum auch, solange man damit politische Ziele erreichen kann. Man muss nur alles Erforderliche dafür tun die Opferrolle besetzt zu halten. Mit Zivilcourage hat das nicht das Geringste zu tun.

  • Andreas Ernster am 07.04.2017 07:53 Report Diesen Beitrag melden

    Der Eingang des Gebäudes wurde besetzt und musste geräumt werden. Mit netten Worten war das wohl nicht zu machen und seitens der "Friedensmarschierer" auch nicht gewünscht. Man wollte provozieren um mediale Aufmerksamkeit zu erreichen. Jetzt hat man diese sogar vor Gericht. Polizisten verprügeln und trotzdem als Opfer brutaler Staatsgewalt bedauert zu werden scheint sich als nicht allzu schwer herauszustellen.

    • Marta Müller (DSB) am 07.04.2017 08:03 Report Diesen Beitrag melden

      @AE: Zivilcourage zeigen, da heiligt der Zweck die Mittel.

    einklappen einklappen