Es werden vermutlich weniger Arbeitsplätze der Digitalisierung und Automatisierung zum Opfer fallen als gedacht. Vor dem technologischen Wandel muss man keine Angst haben. So das Resümee einer Konferenz am Dienstagabend in Luxemburg. Eigentlich schade. Jeden Morgen im Stau stehen, um Tag für Tag für den Arbeitgeber Geld zu erwirtschaften, ist nicht besonders erfüllend. Sollen die Maschinen das doch ruhig machen.

Sarkasmus beiseite. Maschinen erleichtern seit der ersten Industriellen Revolution die Arbeit der Menschen. Die Arbeitszeit konnte massiv verkürzt werden, bei einer gleichzeitigen massiven Steigerung der Produktivität. Die Gewerkschaften kämpften früher dafür, dass die Arbeitszeiten verkürzt werden. Patronatsorganisationen wurden gegründet mit dem Zweck, gegen diese Kürzung vorzugehen. Weniger arbeiten war früher gut für die Arbeitnehmer – vorausgesetzt, es führte nicht zu einem Entzug der Lebensgrundlage. Heute haben wir die Chance, dass Roboter und Computer uns weitere Arbeit abnehmen könnten. Wir hätten mehr Zeit für unsere eigenen Projekte, unsere Familien und unsere Freunde. Es bliebe mehr Zeit, um sich selbst Herausforderungen zu suchen, und dafür, einfach nichts zu tun.

Paradoxerweise hält sich seit Jahrzehnten die Angst, dass die Technologie uns die Arbeitsplätze wegnimmt. Maschinen nehmen uns die Arbeit nicht weg, sondern ab.

7 Kommentare

  1. Wir hätten mehr Zeit für unsere eigenen Projekte, unsere Familien und unsere Freunde, schreiben Sie Herr Greis.Spinnen wir dieses Szenario etwas weiter, mehr Zeit zur Verfügung haben , heisst für den Durchschnittseuropäer auch mehr Geld benötigen , unser Gehalt, die Renten wohl Grenzen setzen, seine Träume zu verwirklichen, sprich dem totalen Konsum hinzugeben. Brauchen wir die Digitalisierung? Bräuchten wir nicht ein Umdenken in Punkto Lebensweise,Gesellschaft? Wir Europäer, Sie und ich eingeschlossen tragen Mitschuld an der Verarmung, den Krisen anderer Länder, der Flüchtlingswelle. Billige Waren aus Drittländern,Waffenlieferung,Ausbeutung der Bodenschätze, Zerstörung der Agrarwirtschaft,……..und mehr , die Flüchtlingswellen und Misäre begünstigen.Wir Europäer maßen uns ans über Zeit zu diskutieren, wir Teil der Verursacher sind der Misäre in der Welt.Zeit haben wir eigentlich heute schon genug und doch, liefern wir unsere Kinder in den Horten oder Vereinen ab, Freunde erhält man sich über FB & co, das Zuhören haben wir verlernt, das Auflehnen gegen Krieg und Armut ebenso.Die Feiertage verbringt wir in den Konsumtempeln und gibt die Kreditkarte noch etwas her, wird noch schnell übers Internet geshopt.Ach was wünsch ich mir die Zeit zurück ohne elektrisches Gefummel, ” wou owes mat den Noperen oder Kollegen geklaapt gin ass” , doch in Nostalgie schwelgen nutzt wohl nichts, doch auch wenn Maschinen uns Arbeit wegnehmen, wird der konsumorientierte und verwöhnte Europäer sich wohl nicht ändern, sich nur einige Idealisten auf verlorenen Posten sich neuen Herausforderungen stellen.

    • Nun Herr Nëckel, Menschen, die nichts mit sich selbst anzufangen wissen, sollten selbstverständlich so viel arbeiten dürfen, wie sie wollen. Die anderen sind sehr froh, wenn sie sich mal mehr um die Familie kümmern, Hobbys pflegen oder sich zum Vorteil der Allgemeinheit (NGOs, Feuerwehr, Kultur, Sport etc.) engagieren können. Und wer zu all dem zu faul, der kann seine Langeweile sowie das berechtigte Gefühl des Überflüssigseins wie gehabt immer noch im Suff ertränken.

      • Warum nicht dahin gehen, das Arbeitsvolumen pro Schicht abzubauen, dem Stress die Stirn zu bieten, den zufriedenen Arbeitnehmer schaffen. Herr Wagner, sind wir überhaupt fähig soviel Freizeit auszufüllen ?Ich stimme Ihnen vollkommen ein Teil Freizeit der Allgemeinheit zu schenken, auch der Familie, dem Hobby. Ich stelle fest, sie korrigieren mich wenn ich falsch liege, in Luxemburg verbringt ein erheblicher Teil der Arbeitnehmer seine Freizeit in den Konsumtempel. Verkaufsoffene Sonntage ,Feiertage, werden doch regelrecht vom Konsument gefordert, das ultimative Erlebnis 24 auf 24 Stunden. Der Vater stürmt voran, ebnet den Weg durch die Menschenmenge für Mutti , die Kinder quengeln.So stelle ich mir Freizeit nicht vor.

        • @ Scholnier: Konsumwahn und Shoppingsucht sollen in der Tat vielen Zeitgenossen dabei helfen, die weitgehende Inhaltsleere ihres Daseins zu kaschieren. Allein, am Ende des Geldes ist die Leere meist immer noch unverändert da.

    • Traurig zu sehen was ein Leben im Hamsterrad aus manchen Leuten gemacht hat. Da bedarf es wohl Nachhilfe um den Menschen den Sinn des Lebens wieder näher zu bringen.

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