13. Februar 2016 08:21;Akt: 13.02.2016 15:28

Die Frage der Glaubwürdigkeit

KOMMENTAR

Joachim als FSCL-Präsident

Rencontre des sports - Beno�t Joachim. (Le Quotidien / Julien Garroy) (Bild: Julien Garroy)

Benoît Joachim will neuer FSCL-Präsident werden. Dass einer aus dem Radsport sich dieses Amtes annehmen möchte, kann ein Vorteil sein. Wie Joachim im Interview betont, kennt er die Sorgen und Leiden der Athleten, die sich wahrscheinlich besser mit ihm als mit irgendeinem Außenstehenden identifizieren können.

Auf der anderen Seite steht aber die Frage der Glaubwürdigkeit. Benoît Joachim ist weder einer, der ein Blatt vor den Mund nimmt, noch einer, der nicht zu seinem Wort steht.

Allerdings hat er eine gewisse Vergangenheit, die noch lange nicht jedem gefällt und weshalb er in Radsportkreisen auch nicht unumstritten ist. Da wäre zum einen seine positive A- und B-Probe auf Nandrolon, deretwegen er zwar nie verurteilt wurde, die er aber auch nie erklären konnte. Zum anderen war er Teil des US-Postal-Teams um Lance Armstrong und hat nach dem Usada-Bericht, der Armstrong letztendlich zu Fall gebracht hat, mit einigen Aussagen für Aufsehen gesorgt.

Kann einer, der es bereut, nicht mit dem Dopingarzt und „Genie“ Michele Ferrari zusammengearbeitet zu haben, den einheimischen Radsport nach außen vertreten? Welche Glaubwürdigkeit wird einem Präsidenten entgegengebracht, der dem Geld nachtrauert, das ihm entgangen sei, weil er nicht mehr betrogen habe?

Benoît Joachim kennt sich im Radsport zwar gut aus, eine Idealbesetzung für die Regenwetter-Nachfolge ist er trotzdem nicht.

Chris Schleimer

  • Bistrot am 15.02.2016 13:02 Report Diesen Beitrag melden

    Natürlich würde ich es auch "bedauern", nicht gedopt zu haben, wenn das das Kriterium zum Erfolg während meiner aktiven Zeit gewesen wäre. Anders herum: Wenn die anderen nicht gedopt hätten, dann wäre Joachim viel erfolgreicher gefahren und hätte mehr ehrliches Geld verdient. Ein solcher Mann IST der Richtige für den Posten.

  • john am 15.02.2016 12:42 Report Diesen Beitrag melden

    dann kucken mer mol op den enzegen US POSTAL Cyclist den nie gedopt war genug stemmen kritt.

  • Georges Schranz am 13.02.2016 15:18 Report Diesen Beitrag melden

    Us-postal ist Geschichte! Das System Lance Armstrong auch!Die Genialität des Dr. Ferrari erklärt sich durch die Tatsache dass er sowohl Bock als auch Gärtner war! Dass Benoît sich als Präsident zur Verfügung stellen will ehrt ihn.Er hat recht wenn er behauptet nicht betrogen zu haben, denn wenn alle betrügen ist Betrug dann noch Betrug?Er hatte, im Interview, die vielleicht einmalige Chance reinen Tisch zu machen!Im Kontext von - wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing- hätte er bei Lance sofort die Koffer packen können, wenn er sich, als Einziger, dem "System" entzogen hätte!