Theresa Mays Deal mit der EU wurde krachend abgeschmettert. 230 Stimmen Unterschied sind historisch. Jeremy Corbyn hat postwendend einen Misstrauensantrag gegen die Premierministerin und ihre Regierung gestellt. Damit durchkommen wird er kaum. Wieso auch? Eine Alternative kann der Labour-Chef nicht präsentieren. Die gestrige Abstimmung legt die Wunde offen, die der Brexit ist. Für die Briten wie für die restlichen EU-Europäer. Zweieinhalb Jahre nach dem Brexit-Votum ist man keinen Schritt vorangekommen. Die Briten nicht, denen bald Zolltarife der Welthandelsorganisation drohen. Die EU nicht, die die Briten gerne in ihrem Kreis behalten hätte.

Nach zweieinhalb Jahren ist nicht einmal klar, was die Briten wirklich wollen. Klarer wird nur, worauf es hinausläuft. Der Deal dürfte vergebliche Verhandlungsmühe gewesen sein. Bleiben der harte Brexit sowie der Rücktritt vom Austritt. Es sei denn, es findet sich eine juristische Spitzfindigkeit, das Ganze trotzdem noch wasserdicht abzuwickeln. Etwa indem das Abkommen aufgegliedert, über einzelne Kapitel einzeln befunden wird.

Eine Möglichkeit? Kaum.

Denn irgendwann wird das Kapitel der inneririschen Grenze aufgeschlagen. Und dann ist es auch schon wieder vorbei. Bleibt die Grenze offen, gibt es keinen Brexit. Zumindest keinen, wie ihn sich die Brexiters wünschen. Gibt es eine harte Grenze, kann es auch sonst keinen Deal geben. Hier sitzt der Knoten. Zerschlagen könnte ihn nur ein vereintes Irland. Und das wäre der Anfang vom Ende des Vereinigten Königreiches.

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