Das in Luxemburg ansässige Weltraum-Unternehmen Deep Space Industries (DSI) aus den USA wurde von der Firma Bradford Space aufgekauft. Das teilten die Unternehmen in einer gemeinsamen Stellungnahme mit.

Bradford wird von US-Amerikanern gehalten und hat Niederlassungen in Schweden und den Niederlanden. Durch den Kauf will die Firma Zugang zum US-Markt erhalten.

DSI ist ein Unternehmen aus dem Bereich des Space Mining (Schürfen von Rohstoffen im Weltall) und war eine der ersten Firmen, die sich im Rahmen der luxemburgischen Space-Mining-Initiative in Luxemburg niederließ. Mit einem Gesetz hat das Großherzogtum Rechtssicherheit für Unternehmen auf dem Gebiet des Space Mining geschaffen und versucht, sich in diesem Sektor zu etablieren. Die Initiative geht auf Wirtschaftsminister Etienne Schneider zurück.

Einem Bericht des Magazins Fortune zufolge bewegte DSI bereits vor 19 Monaten seinen Fokus vom Space Mining weg und konzentrierte sich auf die Entwicklung billiger Trägersysteme – so lange, bis “es ziemlich sicher sein kann, dass die Reise [zu den Asteroiden] die Firma nicht in die Pleite treibt”.

Vom Space Mining abgewendet

Im Dezember erst hatte sich Etienne Schneider vor der Wirtschaftskommission im Parlament rechtfertigen müssen. Grund war der zweite große Player auf dem Gebiet des Space Mining, den er nach Luxemburg gebracht hatte: Planetary Resources. Der Staat hatte über seinen Finanzarm SNCI (“Société nationale de crédit et d’investissement”) Geld in das Unternehmen gesteckt. Die Firma war in finanzielle Nöte geraten. 12 Millionen Euro gingen verloren und Etienne Schneider übernahm laut Parlament dafür vor den Abgeordneten die Verantwortung. Allerdings: Investitionen in Start-ups sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Laut Schneider ist es nicht ungewöhnlich, dass innovative Start-ups scheitern.

Bradford ist kein Neuling im Weltall. Seit letztem Jahr benutzt die Besatzung der ISS einen Handschuhkasten, den das Unternehmen für ihre Experimente herstellte. Außerdem fertigt Bradford Teile für Triebwerke an.

Den Kaufpreis haben die beiden Unternehmen nicht veröffentlicht. Laut Handelsregister wurde Deep Space Industries Europe am 18. Mai 2015 eingetragen. Die letzte verfügbare Bilanz stammt aus dem Jahr 2016 und weist einen Gewinn von 82.736,47 Euro vor.

3 Kommentare

  1. Die Frage ist nur, ob die Rohstoffförderung im Weltall aktuell noch ziemlich im “science fiction” Bereich liegt und der Minister Gelder verplempern tut…

  2. “…konzentrierte sich auf die Entwicklung billiger Trägersysteme.” Hoffentlich gilt der Handschuhkasten nicht als solches. Dann wäre der Weg noch weit bis zum Space mining.

  3. der Minister Gelder verplempern tut…
    da steht Etienne Schneider nicht alleine im Regen, aber was soll´s ist ja kein eigenes Geld sondern nur Steuergelder .

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