Die Acrylamid-Verordnung der EU ist im April in Kraft getreten. Seitdem müssen sich Lebensmittelhersteller auch in Luxemburg daran halten.

Als in der EU vor einigen Monaten über Acrylamid diskutiert wurde, ging es teils heftig her. Oft darauf reduziert, dass die Europäische Union nun den Bürgern den Spaß an einer Portion Pommes verderben wolle, machten die Überlegungen der Europaabgeordneten Schlagzeilen. Nun ist die Verordnung am 11. April 2018 fast unbemerkt in Kraft getreten (auch in Luxemburg).

Acrylamid entsteht beim Erhitzen von Stärke, wie sie zum Beispiel in Kartoffeln und Getreide enthalten ist. Der Prozess wird durch Zucker gefördert. Aus diesem Grund kommt Acrylamid insbesondere in Lebensmitteln vor, die im Ofen gebacken oder die frittiert werden. Etwa Getreideprodukte wie Brot, Frühstücksflocken, Gebäck, Chips, Crackers, Kaffee oder eben in Pommes. In seiner reinen Form reizt der Stoff die Haut und die Augen und kann laut der Deutschen Krebsgesellschaft zu Nervenschäden führen.

Krebserregend in Tierversuchen

Im Jahr 2015 hatte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihren bereits vorher geäußerten Verdacht, Acrylamid sei krebserregend und schädige die DNA, bestätigt. Allerdings bezieht sich dieser wissenschaftliche Bericht auf nicht-menschliche Tiere.

Die EFSA selbst schrieb damals: „Hinweise aus Humanstudien darauf, dass die ernährungsbedingte Exposition gegenüber Acrylamid Krebs beim Menschen verursacht, sind derzeit noch begrenzt und nicht schlüssig.“ In Luxemburg seien von den neuen Regeln hauptsächlich Bäckereien, Cateringfirmen und Restaurants betroffen, schreibt Gesundheitsministerin Lydia Mutsch in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der DP-Fraktion.

„Mäertchen“ und „Schueberfouer“

Die Hygieneverordnung in Luxemburg sieht vor, dass Unternehmen, die Lebensmittel verarbeiten, „points critiques“ festhalten, für die Kontrollen unabdingbar sind, um Gefahren vorzubeugen, sie zu beseitigen oder sie auf ein akzeptables Niveau zu reduzieren, erklärt die Ministerin in ihrer Antwort. In diesem Sinne sei der Punkt Acrylamid bereits 2011 in den Hygieneleitfaden der Handwerkskammer aufgenommen worden und 2014 in den der Horesca, so die Ministerin.

Die EU-Verordnung mit der Nummer 2017/2158 legt nun aber exakte Richtwerte fest. Die Verordnung legt fest, dass Produkteigenschaften (z.B. Farbe) genutzt werden dürfen, um den Acrylamidgehalt zu bestimmen, sofern ein Zusammenhang zwischen dieser Eigenschaft und dem Acrylamidwert nachgewiesen ist. Dies hatte zur Folge, dass nun tatsächlich Frittenfarbskalen existieren.

In seiner Anfrage wollte der DP-Abgeordnete Gilles Baum wissen, ob auch kleine Bäckereien und traditionsreiche Veranstaltungen wie der „Mäertchen“ und die „Schueberfouer“ von der EU-Verordnung betroffen sind. Ja, auch diese müssten sich in Zukunft an die Verordnung halten, bejaht die Ministerin.

Informationen finden die betroffenen Berufsgruppen unter www.securite-alimentaire.lu.

5 Kommentare

  1. Kinder verursachen Klimaerwärmung,Plastikgabeln verseuchen das Meer und von Pommes stirbt man.
    Kann es sein,dass Hysterie auch schädlich ist? Wer kann sich noch an die Zeit erinnern als Bier und Zahnpasta
    krebserregend waren? Ernährung ist tödlich,das ist wissenschaftlich bewiesen,denn jeder der sich bisher ernährt hat ist gestorben. Gut,dass wir den Brüsseler “Think Tank” haben.Sonstwären wir schon lange ausgestorben.
    So jetzt gehe ich in die schädliche Sonne,denn bis eben gab es sauren Regen.

    • Finden Sie, dass man hysterisch sein muss um die Plastikflut zu bekämpfen ?
      Dann viel Spass beim Schwimmen im Meer.

      Und privat dürfen sie ihre Fritten überhitzen wie es Ihnen beliebt. Guten Appetit.

    • Wir kriegen Frittierradars. Dieses Jahr die Neuheit auf der Schobermesse. Absolut genau auf 175°C geeicht. Bei 178 gibt’s einen Strafzettel! Haltet euch also an den Brüsseler CdlF (Code de la Frite).

    • Sie verstehen das nicht, Herr Zeyen. Die EU-Rechtsvorschriften werden nicht von “Brüssel” beschlossen, sondern, in letzter Instanz und entscheidend, von den Regierungen der Mitgliedstaaten. Falsche Adresse also.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here