Die Sicherheit ihrer Daten lässt die Einwohner Luxemburgs nicht kalt. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes TNS Ilres gaben sieben von zehn Befragten an, dass sie sich Sorgen um den Missbrauch ihrer persönlichen Daten online machen.

Nach dem Skandal, bei dem persönliche Daten von Nutzern des sozialen Netzwerkes Facebook ungefragt an die Firma Cambridge Analytica weitergegeben wurden, zeigen sich die Einwohner des Großherzogtums in einer Umfrage besorgt um ihre persönlichen Daten. Sieben von zehn gaben dies gegenüber TNS Ilres an. 48 Prozent der Befragten sagten, sie seien “eher besorgt” und 22 Prozent antworteten, sie seien “sehr besorgt”. Nur vier Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie machen sich überhaupt keine Sorgen.

Auch stellte das Meinungsforschungsinstitut fest, dass 16- bis 24-Jährige sich am wenigsten Gedanken um ihre persönlichen Daten machen. Doch die Datenskandale der jüngsten Zeit treiben den Menschen nicht nur Sorgenfalten auf die Stirn, sondern sie verursachen auch eine Veränderung im Verhalten der Internetnutzer. 47 Prozent der Befragten gaben an, die Datenskandale hätten Auswirkungen auf ihre Gewohnheiten, im Internet Daten bereitzustellen. 42 Prozent gaben an, die Skandale hätten “eher keinen” Einfluss auf ihr Verhalten und 10 Prozent behaupteten, die Skandale hätten “überhaupt keinen” Einfluss auf ihr Verhalten.

Menschen löschen ihre Benutzerkonten

Auch hier waren es wieder die jungen Internetuser, die sich am wenigsten von den Skandalen beeindruckt zeigten und ihr Verhalten am wenigsten anpassen wollten. Auf die Frage hin, ob die Einwohner nun ein oder mehrere Benutzerkonten in sozialen Netzwerken löschen wollten, bejahte ein Viertel der Umfrageteilnehmer dies. Sieben Prozent der Befragten zeigten sich überzeugt, diesen Schritt zu gehen. 18 Prozent sagten, dass sie es wahrscheinlich täten.

Damit fallen die Einwohner Luxemburgs nicht besonders aus der Rolle. Eine vor kurzem veröffentlichte Umfrage der Internetplattform Tech.pinions unter 1.000 US-Bürgern war zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. In dieser Umfrage gaben 36 Prozent an, dass sie sich um ihre Privatsphäre Sorgen machen und 41 Prozent sagten, dass sie “eher” besorgt sind.

Auch in den USA, wo die Menschen allgemein als weniger Technologie skeptisch gelten, ziehen die Nutzer ihre Konsequenzen aus dem Skandal. 17 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sie die Facebook-App bereits von ihrem Smartphone gelöscht haben. Neun Prozent der befragten US-Bürger haben ihr Benutzerkonto komplett gelöscht. 39 Prozent der Befragten sagten, sie seien nun viel vorsichtiger, was sie in sozialen Medien posten und auf was sie reagieren. Rund 35 Prozent sagten, sie hätten nicht aufgehört, Facebook zu nutzen, besuchten die Plattform nun aber viel weniger. 31 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, sie hätten ihre Benutzereinstellungen geändert.

Als Hauptgründe, warum Menschen Facebook nutzen, gelten soziale Funktionen. Bei der US-Umfrage sagten 53 Prozent, sie griffen auf Facebook zurück, um mit Freunden und Verwandten in Kontakt zu bleiben, die nicht in der Nähe wohnen. 48 Prozent sagten, sie wollen mit Menschen in Verbindung bleiben, mit denen sie ansonsten keinen Kontakt mehr hätten. Andere Gründe für die Nutzung von Facebook waren der Messenger und die Gruppenfunktion.

Facebook eh nie vertraut

Interessant auch: 28 Prozent der befragten US-Amerikaner gaben an, dass sie Facebook noch nie vertraut haben. Die Umfrageteilnehmer gaben an, sie wünschten sich von Facebook mehr Transparenz darüber, was mit ihren Daten geschieht.
Anfang des Jahres war bekannt geworden, dass die Daten von 87 Millionen Facebookusern ohne Einwilligung an die britische Firma Cambridge Analytica übermittelt worden waren. Über eine Umfrage-App waren nicht nur die Daten der Nutzer dieser App, sondern auch die ihrer Facebook-Kontakte gesammelt worden. Facebookgründer und -chef Mark Zuckerberg musste sich in der Folge vor dem US-Senat und dem Europaparlament verantworten. Die europäischen Politiker zeigten sich nach der Anhörung enttäuscht von den spärlichen Aussagen des Facebook-Chefs.

2 Kommentare

  1. Just d’TNS, a Kantar Group Company, dei zu deenen onmeiglechsten Zaiten, d’Leit telefonesch emmerdei’eren …
    Genau déi sin, ënner aaneren, viseiert durch d’Directive an hun dann och nach d’Frechheet d’Leit dozou ze befroen.
    Waat wir ech frou, wann dei meng Nummer net mei geife benotzen, mee daat ass jo net virgesinn.

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