Kaum ist John Bolton gefeuert, schon redet sein Chef Donald Trump von Krieg. Kaum hatte sich die Weltöffentlichkeit über eine der ganz wenigen lobenswerten Maßnahmen Trumps, nämlich die Entlassung dieses pathologischen Kriegstreibers John Bolton, gefreut, schon zeigt sich, dass es auch ohne diesen Erz-„Hawk“ in Washington niemals an Leuten mangelt, die jederzeit dazu bereit sind, einen Krieg als Lösung außenpolitischer Probleme ins Werk zu setzen.

Nun steht wieder der Iran in der Schusslinie, obwohl die Amerikaner bis dato keinerlei stichhaltigen Beweis für die Täterschaft des Mullah-Regimes vorlegen konnten. Auf jeden Fall zeigt die Affäre um die Drohnenangriffe auf saudische Raffinerieanlagen, dass das Wahhabiten-Regime faul bis ins Mark ist. Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten Kunden der globalen Rüstungsindustrie, und seine Armee sollte eigentlich über eine beträchtliche Schlagkraft verfügen. Das tut sie allerdings nur auf dem Papier.

Die schimmernde Wehr der saudischen Royals taugt nämlich nur was für Paraden. Und wenn es darum geht, wehrlose jemenitische Zivilisten zu Brei zu bomben. Sobald sie auf ernst zu nehmenden Widerstand stoßen, wie ihn zum Beispiel die jemenitischen Huthi-Rebellen zu liefern verstehen, müssen ihrer Majestät Soldaten „de Blousse weisen“.

Saudi-Arabien und seine Alliierten haben den halben Jemen in die Steinzeit zurückgebombt, und trotzdem ist der militärische Gegner dort „alive and kicking“. Wie die Angriffe auf die Raffinerien hinlänglich bewiesen haben dürften.

Dieses Debakel sollte Riad eigentlich zur unauslöschlichen Schande gereichen, doch werden die Al-Sauds schon dafür sorgen, dass ihre Untertanen schön brav den Schnabel halten. Denn wer aufmuckt, der wird nach Landessitte einfach mal mit dem Krummschwert einen Kopf kürzer gemacht. Oder, falls es die potenzielle Schädlichkeit des zu Beseitigenden denn erfordern sollte, liebevoll erwürgt und fachgerecht zerstückelt. Denn eines muss man den Saudis lassen: In ihrem Königreich wird noch Wert auf traditionelle Handwerkskunst gelegt. Einen in Ungnade Gefallenen mit dem Flak-Vierling auszutilgen, wie es der nordkoreanische Despot offenbar schon mal anzuordnen geruhte, erscheint im Vergleich dazu regelrecht stillos.

Donald Trump zeigt sich allerdings geradezu unterwürfig den saudischen Machthabern gegenüber. Die regieren nämlich so, wie er gerne regieren würde. Echte Hombres mit Cojones halt, wie man dazu auf Arabisch sagt. Nicht ohne Grund erinnerten mehrere US-Demokraten den Potus gestern daran, dass er für jeden Krieg die Erlaubnis des Kongresses braucht.

Doch dürfte es wenig wahrscheinlich sein, dass Trump im Ernstfall mehr Rücksicht auf sein Parlament nähme als der andere krankhaft verlogene Strohschopf. Der aus London.

4 Kommentare

  1. Bravo. Genau so.
    Wie schon erwähnt müssten diese “Übermenschen” von Allahs Gnaden doch imstande sein einige Drohnen fachgerecht abzuschießen bevor sie auch nur in die Nähe der Anlagen kommen. Aber:”L’habit ne fait pas le moine.” Was mache ich mit einem goldenen Telefon,wenn ich ihn nicht bedienen kann.

  2. Theokratien benutzen Waffen, welche nach weltlichen Naturgesetzen funktionieren. Auf einen Gott vertraut wohl kein Theokrat. Die Untertanen müssen die Fabel aber glauben.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here