Brüderpärchen in der BGL Ligue sind keine Seltenheit mehr, ein Trio in den gleichen Vereinsfarben dagegen etwas Außergewöhnliches: Henid, Dzenid und Irwin Ramdedovic wollen mit ihren Defensivqualitäten dem FC Rodange zum Klassenerhalt verhelfen. Dazu braucht es im Aufsteigerduell gegen Mühlenbach am Sonntag aber am besten bereits einen Sieg.

Henid Ramdedovic ist mit 32 Jahren der älteste des Luxemburger Trios mit montenegrinischen Vorfahren – und „wird wohl nicht mehr ewig spielen“, scherzt der fünf Jahre jüngere Dzenid (Dino). Diese Art von Stichelei bringt den großen Bruder nicht aus der Ruhe. Der 1,89-m-Innenverteidiger wechselte 2014 von Käerjeng nach Rodange und lotste den fünf Jahre jüngeren Dino im Sommer zum Aufsteiger. „Er hat bei diesem Transfer einige Opfer bringen müssen. Sowohl finanziell als auch in puncto Infrastruktur ist es hier anders als in Niederkorn. Aber er hat den Charakter, den wir brauchen.“ Diese Eigenschaft erkannte man auch gleich nach Dinos Spieltaganalysen: „Unsere Kollektivleistung hat in beiden Partien nicht gestimmt. Wir müssen uns alle hinterfragen. “

Für den Mittleren der Ramdedovic-Reihe war nach den Gesprächen mit beiden Brüdern klar, warum er sich für die Elf von Vitor Pereira entscheiden würde: „Obschon wir wohl nicht für die Europa League infrage kommen, fiel mir die Wahl leicht. Die Chance, mit beiden Brüdern spielen zu können, machte es mir sehr einfach. Der Verein hat mir sein Projekt schmackhaft gemacht und bewiesen, dass Potenzial vorhanden ist.“

Abstiegssorgen 

Gemeinsam auf dem Platz standen die drei noch nie. Im Gegensatz zum Privatleben. Besuche und gemeinsame Aktivitäten bestimmen den Alltag, genau wie eben das Freizeit-Kicken. Der 19-jährige Nachzügler Irwin wartet weiterhin auf den ersten Einsatz in der höchsten Liga: „Er muss sich noch ein bisschen weiterentwickeln, aber er ist lernwillig“, lobt Dino den jüngeren Bruder. Henid, der in der Ehrenpromotion vergangene Saison bereits mit dem „Küken“ des Trios im Einsatz war, fügt hinzu: „Ich denke, dass es wohl bereits in den nächsten Wochen so weit sein könnte.“

Auf die Frage, warum sich alle drei auf defensive Positionen spezialisiert hätten, hatte keiner eine Antwort parat. „Es wird wohl Gründe geben, warum die Trainer uns immer wieder weiter hinten platziert haben“, meint Dino achselzuckend. In Rodange hat er in den ersten beiden Spielen sowohl in der Zentralverteidigung als auch auf der Acht gespielt. „Wir haben in beiden Spielen Lehrgeld bezahlt. Ich habe das Gefühl, dass kleine Klubs mehr Pech haben als Leader. In Niederkorn wären einige Bälle mit Glück nicht reingegangen, hier schon“, wundert sich der 27-Jährige.

Erstmals in seinem Leben muss er sich mit Abstiegssorgen befassen. „Bevor er hierherkam, haben wir ihm das erklärt“, erinnert sich Henid. „Ein Erfolgserlebnis kann uns wieder in die Spur bringen“, ist sich der große Bruder sicher. „Ich kenne seine Persönlichkeit, aber die Automatismen werden wohl erst nach und nach kommen“, analysiert er. Gegner Mühlenbach steht ebenfalls mit null Punkten ganz unten in der Tabelle und verfolgt das gleiche Saisonziel. „Ich schätze sie sehr stark ein, vor allem wegen ihrer Leistung gegen Düdelingen. Aber wir haben keine Wahl. Wir müssen unseren ersten Saisondreier einfahren“, fordert Henid Ramdedovic. Kaum verwunderlich, dass die beiden jüngeren Brüder bei dieser Aussage nichts einzuwenden haben.

3. Spieltag:

Samstag, 17. August:

F91 – Jeunesse  1:3

Sonntag, 18. August, 16.00 Uhr:

Fola – Etzella
Rodange – Mühlenbach
Rosport – UT Petingen
RFCUL – Niederkorn

Sonntag, 18. August, 18.00 Uhr:

Mondorf – Strassen

Sonntag, 18. August, 18.30 Uhr:

Déifferdeng 03 – Hostert

 

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