Am Samstag werden im Rahmen der „Journée nationale de l’arbre“ im ganzen Land Bäume angepflanzt. Das Tageblatt hat derweil dem ältesten Baum Luxemburgs einen Besuch abgestattet. Der steht in Hersberg („Heeschbrech“) in der Gemeinde Bech und ist seit 2004 als „monument national“ klassiert.

Einen Steinwurf von der Nationale 11, die nach Echternach führt, entfernt und direkt am „Heeschbregerwee“ gelegen, steht ein lebendiges Monument. Die Rede ist von der „Eech von Altréier“. Sie hat so manchen Sturm (im wahrsten wie im übertragenen Sinn) erlebt und auch überlebt. So zum Beispiel den Dreißigjährigen Krieg, der von 1618 bis 1648 stattfand. Der Name „op der Schanz“, der gemeinhin für Altrier – dorthin führt auch der „Heeschbregerwee“ – benutzt wird, stammt im Übrigen aus dieser Zeit, da ein General namens Beck damals die Idee hatte, Schutzwälle anlegen zu lassen, damit sich seine Truppen dahinter verschanzen konnten.

Auch die Naturgewalten konnte der Eiche, deren Alter auf weit mehr als 350 Jahre geschätzt wird, nichts anhaben. Eine Sage erzählt gar, dass sich am 30. Mai 1731 ein echtes Drama dort abspielte: Die drei Gebrüder Bernard, Johann und Mathias Deitz hatten Zuflucht bei der Eiche gesucht. Der Blitz schlug in der Nähe des Baumes ein und tötete zwei der Brüder. Aus Dankbarkeit für seine Rettung stiftete Mathias Deitz, der den Blitzeinschlag wie durch ein Wunder unverletzt überlebt hatte, eine Marienstatue. Später wurde diese Statue in der Nische, die man zu diesem Zweck in den Baum eingelassen hatte, platziert. Man spricht in dem Zusammenhang auch vom „Heeschbrecher Bildchen“. An „Léiffrawëschdag“ findet dort stets die traditionelle Prozession statt.

Was die „technischen Daten“ der Eiche, bei der es sich um eine Stiel-Eiche handelt, betrifft, so hat sie eine Höhe von rund 20 Metern, einen Umfang von 7,46 Metern sowie einen Durchmesser von 2,36 Metern.

Wie es um den Zustand des ältesten Baumes Luxemburgs bestellt ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Die Eiche hat zweifellos schon bessere Tage gesehen.

In der Vergangenheit hat man ihr indes ein ums andere Mal übel mitgespielt: Im Jahr 1928 z.B. gossen ein paar Unentwegte Beton in den Stamm. 100 Sack Zement seien benutzt worden.

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