„E Mann wéi e Kleederschaf“ und ein engagierter Sozialist, so wird Nicolas Eickmann in Erinnerung bleiben. Jetzt ist er im Alter von 90 Jahren gestorben, wie das Tageblatt erfahren hat.

Die letzten Monate war er nicht mehr derselbe. Der kürzliche Tod seiner Tochter Doris, die u.a. Wirtin der Differdinger Gaststätte Bizarre war, hatte ihn doch sehr mitgenommen. Bis dahin war er, auch im hohen Alter, ein begeisterter Leser philosophischer Texte, spazierte täglich über den Differdinger „Bierg“ oder im Mondorfer Park und nahm am gesellschaftlichen Leben teil, wenn auch nicht mehr so oft wie zu seiner aktiven Zeit als Politiker.

Stationen eines Lebens

Nic Eickmann wurde am 5.4.1929 in Differdingen geboren, übrigens in einem Haus, das dort stand, wo später das neue Rathaus errichtet wurde, wo er als Bürgermeister 15 Jahre im Amt war. Nach seiner Schulzeit arbeitete er von 1944 bis 1946 als Laufbursche in der Differdinger Papeterie Otto Anen. Von 1946 bis 1948 machte er eine Malerlehre beim Unternehmen Berens in Clerf, ehe er im Hadir-Hüttenwerk Beschäftigung fand. Dort arbeitete er bis 1967, dann bis 1984 als Kontrolleur bei der Arbeitsverwaltung.

1950 heiratete er und absolvierte seinen sechsmonatigen Militärdienst 1952. Früh (1948) engagierte er sich gewerkschaftlich in der CGT-Gewerkschaft LVOV („Lëtzebuerger Viraarbechter- an Obermaschinisten-Verband“), deren Nationalpräsident er wurde. 1962 trat er der LSAP bei. 1968 wurde er auf Anhieb in den Differdinger Gemeinderat gewählt, dem er 25 Jahre angehörte.

Während den 60ern arbeitete er als Lokalkorrespondent für das Tageblatt. Nach einigen Jahren als Schöffe wurde er am 1.1.1979 Bürgermeister; diesen Posten bekleidete er bis 1993.

Er stand während seiner Amtszeit der Sidor vor, war Präsident des Spitalsyndikates des „Hôpital Princesse Marie-Astrid“ und mehr als 20 Jahre Präsident des Verwaltungsrates von Sudgaz. Von 1985 bis 1989 war er Abgeordneter. Nach seiner Pensionierung galt sein Interesse besonders der Solidarwirtschaft. red

2 Kommentare

  1. Mit Nic Eickmann hat uns einer der Letzten von der alten Garde für immer verlassen, ein überzeugter und engagierter Sozialist und Gewerktschafter aus Schrot und Korn, ein vielseitig Begabter und Interessierter Zeitgenosse, der Spuren hinterlassen hat. Ehre seinem Andenken. Herzliches Beileid an die Hinterbliebenen.

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