Sonntag30. November 2025

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BasketballLuxemburg gewinnt nach hartem Fight in Aserbaidschan und holt zweiten Sieg

Basketball / Luxemburg gewinnt nach hartem Fight in Aserbaidschan und holt zweiten Sieg
Die FLBB-Herren feierten in der Vorqualifikation ihren zweiten Sieg  Foto: FIBA

Nach dem Auftaktsieg am Donnerstag in der Coque gegen Irland überzeugten die FLBB-Herren auch am Sonntagnachmittag in Aserbaidschan, wo sie einen 95:90-Erfolg feiern konnten. Mit einer Bilanz von 2:0 schließt Luxemburg damit das erste Zeitfenster in der Vorqualifikation für die EM 2029 ab. 

Nach dem Auftaktsieg gegen Irland wollten die Luxemburger in Aserbaidschan genau dort weitermachen, wo sie am Donnerstag im Gymnase der Coque aufgehört hatten. Was die Trefferquote von der Dreier-Linie betraf, gelang der FLBB-Auswahl dies auf jeden Fall. So waren die ersten zehn Minuten auch die von Philippe Gutenkauf. Der MVP der beiden letzten Enovos-League-Saisons verwandelte im ersten Viertel gleich vier Distanzwürfe und hatte zur ersten Pause bereits 16 Zähler auf seinem Konto stehen. Damit war der Ettelbrücker offensiv der Hauptgarant dafür, dass die FLBB-Herren den deutlich besseren Start erwischten und zeitweise mit 14 Punkten in Führung lagen (9:23, 6’). Unter den Brettern taten sich die Luxemburger hingegen schwerer, was besonders auf die körperlichen Vorteile der weit über zwei Meter großen Donat und Hamzayev zurückzuführen war. Dennoch standen Kovac, Laurent und Rugg im ersten Durchgang nicht weniger als zwölfmal an der Freiwurflinie und verwandelten hier neun Versuche.

Doch die Lokalmannschaft fand mit der Zeit besser in die Partie. Angeführt von ihrem eingebürgerten US-Amerikaner Van Beck, den das FLBB-Team in der Offensive über die gesamte Partie nicht wirklich in den Griff bekam, legte Aserbaidschan zum Schluss des ersten Viertels einen ersten Lauf aufs Parkett und kam auf sieben Zähler heran (18:25). Diese Energie nahmen die Gastgeber auch mit in den zweiten Durchgang, in dem sich Luxemburg mit der aggressiven, teilweise ruppigen Gangart des Gegners schwertat. Bis auf drei Punkte kam Aserbaidschan, das seine Autaktpartie deutlich gegen Nordmazedonien verloren hatte, wieder heran (26:29, 12’). Doch die Spieler von Ken Diederich schafften es, auch durch zwei wichtige Dreier von Ivan Delgado, den Lauf des Gastgebers zu stoppen. Nun fand auch Ben Kovac immer besser in die Partie, der gleich mehrere schwierige Würfe verwandelte. Luxemburg überzeugte jetzt immer mehr als Kollektiv, während das Spiel von Aserbaidschan vor allem durch Van Beck lebte. Als Donat schließlich früh mit seinem vierten Foul auf die Bank zurückbeordert wurde, schafften es die FLBB-Herren, sich wieder abzusetzen. Quasi mit der Pausensirene schraubte Clancy Rugg die Führung wieder auf 13 Punkte hoch (44:57). 

Bemerkenswert war die hohe Trefferquote aus der Distanz der Luxemburger, die zu diesem Zeitpunkt bei 64 Prozent lag. Auch von der Freiwurflinie überzeugten die FLBB-Herren weiter, hatten hier bis zum Seitenwechsel 16 von 20 Versuchen verwandelt. 

Harter Kampf 

Nach dem Seitenwechsel schaffte es Luxemburg schließlich mehr und mehr, sein starkes, schnelles Umschaltspiel aufs Parkett zu bringen. Kovac, Vujakovic und Rugg trafen in der Offensive. In der Defensive war es einmal mehr Malcolm Kreps, der wichtige Arbeit leistete. Einzig Van Beck und der junge Turgut hielten ihr Team am Leben, die zeitweise zu einfach unter den Korb ziehen konnten. Aserbaidschan glänzte vor allem durch Einzelaktionen, während die FLBB-Herren als Kollektiv überzeugten, in dem der Ball hervorragend drehte. Als Vujakovic den Vorsprung der Luxemburger schließlich auf 20 Punkte erhöhte (59:79), schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. 

Doch in den ersten Minuten des letzten Viertels ließen die „Roten Löwen“ ihren Gegner wieder in die Partie zurückkommen. Während vier Minuten blieben die FLBB-Herren ohne Korberfolg und ermöglichten Aserbaidschan damit einen 9:0-Lauf. Doch einmal mehr zeigte Ben Kovac seine Klasse und verschaffte seiner Mannschaft wieder etwas Luft. Offensiv fand der Ball kaum noch das Ziel, während neun Minuten waren es gerade einmal sieben Punkte, während Aserbaidschan seinen Rückstand mehr und mehr verringerte und plötzlich wieder auf neun Zähler herankam (80:89). Beim Gastgeber fielen die Dreier, Luxemburg leistete sich hingegen zu viele einfache Fehler. Es war noch einmal ein harter Kampf, der deutlich an die Substanz ging. Aserbaidschan gelang offensiv fast alles, Luxemburg kam nicht mehr an den offensiven Rebound und Berkoz verkürzte sogar noch auf vier Punkte (87:91). Ben Kovac erzielte auf der Gegenseite zwei wichtige Freiwürfe (87:93), doch Van Beck verwandelte einen unmöglichen Dreier (90:93). Vier Sekunden vor Schluss stand Kovac wieder an der Freiwurflinie, behielt die Nerven (90:95) und beendete damit das Zittern. 

Mit 29 Zählern, neun Rebounds und fünf Assists war Ben Kovac einmal mehr der entscheidende Spieler auf luxemburgischer Seite und sicherte den FLBB-Herren das perfekte erste Zeitfenster.

Weiter geht es Ende Februar/Anfang März, dann mit zwei Auswärtsspielen in Nordmazdonien und Irland.