Sonntag30. November 2025

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Kultur-NewsPreisregen im „Salon du CAL“, Stipendium für Ptolemea und Raftside, Schluss mit dem „Fräiräim“-Festival – und Punkikone Johnny Rotten kommt in die Schungfabrik

Kultur-News / Preisregen im „Salon du CAL“, Stipendium für Ptolemea und Raftside, Schluss mit dem „Fräiräim“-Festival – und Punkikone Johnny Rotten kommt in die Schungfabrik
Was die Kulturwelt bewegt Quelle: Pexels

Was bewegte die Kulturszene diese Woche? Und welche Veranstaltungen sollte sich das Publikum nicht entgehen lassen? Das Tageblatt fasst die wichtigsten Fakten zusammen und stellt ausgewählte Events vor.

KUNST Gleich drei Preise beim Salon du CAL 2025

Beim diesjährigen Salon 2025 des „Cercle artistique de Luxembourg“ (CAL) gab es gleich drei Belohnungen für teilnehmende Künstler:innen. 2025 hat es keinen Werner-Preis gegeben, darum war der Prix Grand-Duc Adolphe heuer fällig. Die Jury hat sich für eine Künstlerin entschieden, die bislang für ihre Malereien mit eigenartiger Farbpalette und oft sozial geprägten Themen bekannt ist, doch Chantal Maquet hat diesmal mit einem auf ihr persönliches Schicksal bezogenes multimediales Werk (Malerei, Video) überzeugen können. Nach dem Werner-Preis 2022 erhielt sie nun den Adolphe-Preis, wohl eine der begehrtesten Auszeichnungen im Kunstbereich.

Erhielt den ersten Publikumspreis des CAL: die Künstlerin Tine Krumhorn
Erhielt den ersten Publikumspreis des CAL: die Künstlerin Tine Krumhorn Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Seit vielen Jahren stiftet der CAL einen Förderpreis für junge, talentierte Künstler:innen. Der „Prix Révélation“ ging in diesem Jahr an einen ungewöhnlichen Objektkünstler aus Esch/Alzette. Jahrgang 2000 ist Thierry Hahn ein ganz eigenwilliger Bildhauer, der 2023 bei der Biennale „Mains de maîtres“ vertreten war, da er in der Tat gesammelte Materialien handwerklich geschickt zu neuen Gebilden formt. Seine Objekte, vorwiegend aus Metall, nehmen ungewöhnliche Konturen an, klassische Skulpturen sind es nicht. Er hat u.a. in Düsseldorf bei Gregor Schneider studiert.

Neu war 2025 die Vergabe eines Publikumpreises, ausgelobt von der Gemeinde Luxemburg. Die Gewinnerin hat mit ihren drei „Impression CarTex“ auf der Oberfläche im strengen Streifenlook jedoch auf einem gefälligen Baum-Blätter-Hintergrund wohl den Geschmack zahlreicher Besucher und Besucherinnen getroffen. Die handwerklich delikate Kunst der Tine Krumhorn (siehe Foto) hat ihr denn bereits vier Selektionen bei der schon erwähnten Biennale „Mains de maîtres“ eingebracht. 2026 ist es dann wieder am Pierre Werner-Preis. Erinnern wir daran, dass die Vereinigung CAL seit diesem Jahr mit Pierre Reuter einen neuen Präsidenten hat. Ob man sich auf weitere Neuerungen bei den CAL-Aktivitäten einstellen kann, wird sich zeigen. (fw)


MUSIK Ptolmea und Raftside erhalten Global Project Grant

Je suis profondément honorée et reconnaissante de cette opportunité. Merci à Kultur | lx d’avoir cru en mon projet et de m’avoir accompagnée dans le développement de ma vision artistique et de mes projets à venir, une mission que j’ai embrassée pleinement depuis le début de ce parcours. La bourse Global Project Grant me permettra de promouvoir mon nouvel album KALI à travers une tournée internationale, des collaborations créatives avec d’autres artistes, ainsi qu’un engagement renforcé sur d’autres marchés européens.

Priscila Da Costa, Künstlerin, über ihre erfolgreiche Bewerbung auf das Stipendium Global Project Grant von Kultur | lx – Arts Council Luxembourg

Priscila Da Costa erhält das Stipendium Global Project Grant
Priscila Da Costa erhält das Stipendium Global Project Grant Foto: Editpress/Julien Garroy

Ptolemea und Raftside haben sich durchgesetzt: Die Musikschaffenden erhalten den Global Project Grant 2026 von Kultur | lx – Arts Council Luxembourg. Das entschied die Jury, bestehend aus Elvis Duarte (Manager), Marc Hauser (Rotondes), Florence Martin (Cité Musicale Metz), Marc Nickts (SACEM Luxembourg) und Francisco Sassetti (Philharmonie Luxembourg). Der Global Project Grant wird seit 2020 vergeben und dient der Unterstützung von Musiker*innen verschiedenster Genres bei einem bestimmten Projekt. Die Förderung erstreckt sich über ein Jahr, reicht von der Recherche über die Konzeption bis hin zur Vermarktung. Priscila Da Costa (Ptolemea/Alternative Rock, siehe Foto) nutzt die Gelegenheit unter anderem, um ihr neues Album „Kali“ bei einer internationalen Tour zu präsentieren. Filip Markiewicz (Raftside, u.a. Elektro/Pop) plant hingegen eine immersive Performance, die über Luxemburgs Landesgrenzen hinweg zu sehen sein soll: „Ce soutien me permettra d’unifier musique, image et mise en scène pour offrir une expérience artistique complète, transversale et porteuse de ce qu’on pourrait appeler un espoir moderne.“ (ispi)


PHILHARMONIE „Heemspill“ statt „Fräiräim“ und Fazit der Rainy Days

Das „Fräiräim“-Festival der Philharmonie sorgte in den vergangenen Jahren für eine hitzige Debatte im Musiksektor. Im Mittelpunkt stand damals die fehlende Bezahlung der Teilnehmenden. Das Argument der Philharmonie: Es handele sich um Hobbymusiker*innen; die Entlohnung sei die Auftrittsmöglichkeit unter professionellen Bedingungen. Jetzt wirft die Philharmonie das Konzept dennoch über Bord und präsentiert mit „Heemspill“ eine Alternative  – samt Vergütung. Wer will, kann sich in drei Kategorien um ein Konzert in Zusammenarbeit mit der Philharmonie bewerben. „Community“ richtet sich an Fanfaren, Harmonien und Chöre, die der Dachorganisation Union Grand-Duc Adolphe angehören. Sie erhalten die Ticketeinnahmen für ihren Auftritt. Mit „U30“ richtet sich die Philharmonie an Nachwuchstalente (16-30 Jahre): Neben der technischen sowie künstlerischen Unterstützung steht ihnen die Aufzeichnung ihres Konzerts zu. Die Gage? Eine Vereinbarung, die vertraglich festgehalten wird. In „Heemspill Featured“ kommen Musiker*innen zum Zug, die mindestens zwei bis drei Jahre Bühnenerfahrung nachweisen können. Ihnen stehen 70 Prozent der eigenen Ticketverkäufe zu.

4.000


Menschen besuchten dieses Jahr das Rainy-Days-Festival der Philharmonie

„Mit den Heemspill -Konzerten öffnet die Philharmonie ihre Türen für eine lebendige luxemburgische
Szene, die voller Talente steckt, sowohl im Profi – als auch Amateurbereich“, so Sarah Bergdoll, Künstlerische Leiterin von „Heemspill“ in der Pressemitteilung zum Projekt. „Indem sie diese Musikerinnen und Musiker aus dem Land willkommen heißt, schafft die Philharmonie einen freien und spannenden Spielplatz, einen Ort des Experimentierens und der Begegnung, an dem sich Künstlerinnen und Künstler unterschiedlichen Hintergrunds, aus verschiedenen Traditionen und Kulturen treffen.“ Alle Infos: heemspill.lu.

Darüber hinaus zog die Philharmonie diese Woche auch Bilanz zum Rainy-Days-Festival 2025. Insgesamt nahmen rund 4.000 Menschen das Programm in Anspruch. Das bestand dieses Jahr aus 49 Konzerten und fünf Installationen, unter anderem im Mudam und im Grand Théâtre in Luxemburg-Stadt. (ispi)


SAVE THE DATE Johnny Rotten 2026 in der Schungfabrik

Johnny Rotten bei einem Auftritt der Sex Pistols im Jahr 1977
Johnny Rotten bei einem Auftritt der Sex Pistols im Jahr 1977 Foto: Koen Suyk; Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 - negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 928-9661, CC0, via Wikimedia Commons

Johnny Lydon – besser bekannt als Johnny Rotten – wurde als Frontmann der legendären Punkband Sex Pistols weltweit bekannt. Nach dem Zerfall der Gruppe im Jahr 1978 schlug er einen neuen musikalischen Weg ein und gründete mit Public Image Ltd (P.i.L.) eine der einflussreichsten Bands des Postpunks. Am 7. Juni 2026 steht die britische Musikikone gemeinsam mit P.i.L. für ein exklusives Konzert auf der Bühne der „Schungfabrik“ in Tetingen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Gemeinde Kayl vom Freitag hervor. Abonnenten des „Schungfabrik“-Newsletters können sich bereits frühzeitig Tickets sichern. Der exklusive Vorverkauf startet am 1. Dezember um 11 Uhr. Der offizielle Ticketverkauf beginnt am 3. Dezember um 11 Uhr. (les)