Sonntag30. November 2025

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FLBB-Herren Nach 38-Punkte-Gala: Ben Kovac ist in der Leaderrolle angekommen

FLBB-Herren  / Nach 38-Punkte-Gala: Ben Kovac ist in der Leaderrolle angekommen
Kein anderer Spieler ragte am ersten Spieltag der Pre-Qualifiers so heraus wie Ben Kovac Foto: Editpress/Gerry Schmit

38 Punkte, die meiste Spielzeit aller Luxemburger: Mit seinen 25 Jahren ist Ben Kovac endgültig in der Leaderrolle im Nationalteam angekommen. 

Es war eine beeindruckende Vorstellung, die Ben Kovac am Donnerstagabend in der Coque ablieferte: 38 Punkte, davon sechs Dreier, und eine Trefferquote von 67 Prozent. Der Profispieler war die treibende Kraft im Luxemburger Spiel und Hauptgarant dafür, dass die FLBB-Herren Revanche gegen Irland nehmen konnten und sich über einen gelungenen Auftakt dieser Vorqualifikation freuen durften.  

Kein Wunder also, dass auch die FIBA auf der Internetseite der Pre-Qualifiers den Luxemburger besonders hervorhob: „Ben Kovac, the star of the show in Luxembourg City“, hieß es hier am Freitag. Dass der Profispieler, der in dieser Saison in der zweiten französischen Liga aufläuft, endgültig zum neuen Leader der Nationalmannschaft avanciert ist, war an diesem Donnerstag im Gymnase nicht mehr zu übersehen. 35 Minuten stand der 25-Jährige auf dem Parkett und hatte am Ende so etwa 20 Minuten mehr Einsatzzeit in den Beinen als Kapitän Alex Laurent. Es war auch Kovac, der das Kommando übernahm und seine Mitspieler auf dem Feld in den wichtigen Momenten zusammentrommelte und anfeuerte.

Es ist der logische Schritt, denn aktuell spielt kein anderer FLBB-Akteur auf Vereinsebene auf einem derart hohen Niveau wie Kovac. Mit seinen 25 Jahren ist er zudem das perfekte Bindeglied zwischen der älteren Ü30-Generation und den jungen Talenten, die dabei sind, nachzurücken. 

Bodenständig geblieben

Dabei ist der ehemalige Escher, der inzwischen seine sechste Profisaison bestreitet, nach wie vor so bodenständig, wie man ihn aus seiner Zeit in Luxemburg kennt. „Hätte mir im Vorfeld jemand gesagt, dass ich am Ende null Punkte auf dem Konto hätte, wir aber gewinnen würden, dann hätte ich das sofort unterschrieben“, meinte der Sportsoldat direkt im Anschluss der Partie und hob damit einmal mehr den Stellenwert der Mannschaft hervor. „Ich muss mich wirklich bei meinen Mitspielern bedanken, dass sie mich gefunden haben, auch dem Trainer. Dass sie mir dieses Vertrauen schenken, auch wenn ich einige schwere Würfe genommen habe. Doch sie waren alle der Meinung: ‚Du bist warm, du musst schießen, wer sonst?’’’ Und so hat Ben Kovac am Ende sein bisher bestes Spiel im Trikot der Nationalmannschaft gezeigt. 

Ich muss mich wirklich bei meinen Mitspielern bedanken

Ben Kovac

Die Leaderrolle nimmt der 25-Jährige derweil gerne an, er hat in den letzten Jahren viel von denen gelernt, die geholfen haben, das Nationalteam auf das Level zu bringen, auf dem es jetzt ist: „Alex (Laurent), Clancy (Rugg), Thomas (Grün) oder auch Joe (Kalmes). Sie haben das alle vorgelebt“, sagt der Profi von Alm Évreux, der bereits mit 17 Jahren zum erweiterten Kreis der FLBB-Herren gehört hatte. „Ich möchte nicht sagen, dass ihre Zeit jetzt vorbei ist. Doch es kommt langsam die Zeit, dass die Jüngeren übernehmen.“ Da er mit seinen 25 Jahren zwischen den beiden Generationen steht, ist Kovac auch vom Alter her der ideale Spieler für diese Aufgabe. „Irgendwie zähle ich schon etwas zu den Alten, auch wenn ich noch nicht in dem Alter bin. Doch es ist ideal, um die Jungen, die nun nachrücken, auch mitzuziehen.“

Weiterer Schritt nach vorne 

Auch wenn es sportlich für seinen französischen Klub in der Elite 2 noch nicht unbedingt rundläuft – drei Siege und der vorletzte Platz – und Ben Kovac selbst auch zwischenzeitlich durch eine Wadenverletzung zurückgeworfen wurde, ist nicht zu übersehen, dass die Erfahrung auf diesem neuen Level ihn in den letzten Wochen noch einmal einen guten Schritt weitergebracht hat. „Frankreich ist einfach eine Basketballnation. Dort wird sehr physisch gespielt, das hilft mir und macht es dann bei solchen Begegnungen im Angriff auch zeitweise etwas einfacher.“ Etwas, das man gegen die groß gewachsenen Iren deutlich erkennen konnte. 

Eine Leistung, an die Kovac und seine Mitspieler am liebsten auch am Sonntag in Aserbaidschan anknüpfen wollen. Dass dies aber kein Selbstläufer werden wird, dessen ist sich der 25-Jährige dennoch bewusst.