Sonntag30. November 2025

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Drittes Nationales WaldinventarLuxemburgs Wälder stoßen mehr CO₂ aus als sie binden

Drittes Nationales Waldinventar / Luxemburgs Wälder stoßen mehr CO₂ aus als sie binden
Anhaltende Trockenperioden haben mehr Bäume absterben lassen und zu einer Ausbreitung des Borkenkäfers geführt Foto: Editpress/Leslie Schmit

Das dritte Nationale Waldinventar liegt vor. Es liefert Informationen über den Zustand von Luxemburgs Wäldern – und zeigt, welche Herausforderungen der Klimawandel mit sich bringt.

Luxemburgs Wälder leiden. Wie der Minister für Umwelt-, Klima- und Biodiversität, Serge Wilmes (CSV), bereits im August mitteilte, hat sich ihr Zustand in den vergangenen fünf Jahren weiter verschlechtert – vier von fünf Bäumen sind beschädigt. Am Donnerstag hat der Minister gemeinsam mit der Natur- und Forstverwaltung die Ergebnisse des dritten Nationalen Waldinventars (IFN 3) präsentiert. Die Bestandsaufnahme fand zwischen Januar 2023 und Juli 2024 an 1.845 Stichprobenpunkten statt.

Die guten Nachrichten zuerst: Laut dem IFN 3 ist die Waldfläche in Luxemburg seit Jahren weitgehend stabil und umfasst rund 92.250 Hektar – das entspricht 35 Prozent der Landesfläche. Etwa die Hälfte davon sind öffentliche Waldflächen (49,5 Prozent), die andere Hälfte Privatbesitz (50,5 Prozent).

Positive Entwicklungen zeigen sich bei der Artenvielfalt. Der Anteil an Laubbaumarten stieg zwischen 2010 und 2023 von 66 auf 75 Prozent. Auch mehrschichtige Bestände und die Zahl alter Bäume mit großem Durchmesser haben zugenommen. Mit fast 135.000 Exemplaren hat sich die Anzahl an alten Bäumen seit 2000 mehr als verdoppelt. Die Totholzmenge stieg in diesem Zeitraum von 6 auf 27 m³ pro Hektar. Alte Bäume und Totholz sind wichtige Lebensräume für viele Arten und übernehmen eine entscheidende Rolle für die biologische Vielfalt der Wälder.

Minister Wilmes fordert klimaangepasste Waldwirtschaft

Der Bericht zeigt jedoch auch weniger erfreuliche Tatsachen. Denn: Der Wald zeigt deutliche Schwächezeichen. Zwar steht heute mehr Holz als im Jahr 2000, doch seit 2010 ist dieser Wert zurückgegangen: Laubbaumbestände verloren 21 Prozent, Nadelbaumbestände 32 Prozent ihres Volumenzuwachses. Das gesamte Holzvolumen liegt heute mehr als 6 Prozent unter dem Wert von 2010. Der Holzvorrat ist in 23 Jahren nur um 11 Prozent gestiegen – trotz einer Alterung der Bestände und einer Zunahme des durchschnittlichen Baumdurchmessers. Von 2010 bis 2023 brach das Wachstum um ein Viertel ein. Verantwortlich sind Naturereignisse, Baumsterben und ungünstige Wetterbedingungen.

Darüber hinaus haben Luxemburgs Wälder zwischen 2010 und 2023 mehr Kohlenstoff ausgestoßen als gebunden. Klimaschäden sowie das Entfernen vom Borkenkäfer befallener Fichten haben sie laut Bericht zu „einer Nettoquelle für CO₂-Emissionen“ gemacht. Anhaltende Trockenperioden haben mehr Bäume absterben lassen und zu einer Ausbreitung des Borkenkäfers geführt. Dadurch stieg die Fläche der Fichten-Kahlschläge von 850 Hektar auf 2.050 Hektar.

Minister Wilmes betont die Notwendigkeit einer an die klimatischen Gegebenheiten angepassten Waldwirtschaft. Das Ministerium arbeite aktuell auf Basis der Daten des IFN 3 und in Absprache mit allen Akteuren des Sektors das nationale Forstprogramm aus. Um insbesondere private Waldbesitzer bei der Umstellung ihrer Bestände zu unterstützen, sei eine spezielle Beihilferegelung eingeführt worden. (les)


JJ
30. November 2025 - 12.42

Tote Bäume betreiben keine Photosynthese mehr.Im Meer und dem Permafrost. lauert mehr Methan als wir ahnen können.