Tom Haas erwartet für 2026 mehr Dynamik am Arbeitsmarkt. Das sagt der Statec-Direktor am Montagmorgen bei RTL. Er rechnet damit, dass die Arbeitslosigkeit von rund sechs Prozent leicht sinken kann. Gleichzeitig warnt er vor einem Umbruch, der fast alle Jobs erreicht: Künstliche Intelligenz werde etwa 90 Prozent der Berufe beeinflussen. Bei rund 55 Prozent könne sie unterstützen. Bei knapp 15 Prozent bestehe das Risiko, dass Tätigkeiten automatisiert werden und Stellen unter Druck geraten.
Diese Zahlen klingen nach. Und sie treffen auf einen Arbeitsmarkt, der seit Längerem nicht vom Fleck kommt. Die Arbeitslosenquote von um die sechs Prozent hält sich hartnäckig. Das sind rund 23.000 eingeschriebene Einwohner bei der ADEM – so viele Menschen leben in Düdelingen. Hinzu kommt ein im EU-Vergleich niedriger Beschäftigungsgrad und eine Jugendarbeitslosigkeit von zehn Prozent. Die EU-Kommission will Luxemburg deshalb im Frühjahr 2026 genauer prüfen, auch mit Blick auf digitale Kompetenzen. Die werden nämlich mit der Ankunft der KI zur zentralen Frage.
Fast niemand entkommt der KI
Eine im Dezember veröffentlichte Statec-Studie versucht, den möglichen Effekt zu vermessen. Sie unterscheidet vier Gruppen: Berufe, die kaum betroffen sind; Berufe, die „augmentiert“ werden, weil KI Aufgaben erleichtert; Berufe, die eher automatisierbar sind; und Berufe, bei denen der Effekt unklar bleibt.
Das zentrale Ergebnis: Neun von zehn Beschäftigten wären „exponiert“. Für die Mehrheit bedeutet das nicht Jobverlust, sondern veränderte Arbeit. Doch etwa 14 Prozent der Stellen gelten als potenziell automatisierbar. Das entspräche rund 64.000 Jobs – so viele Einwohner haben Esch und Düdelingen zusammengenommen.
Besonders verwundbar sind Tätigkeiten, bei denen Routine und Verwaltung zusammenkommen, etwa in der Buchhaltung. Dort liegt das Automatisierungsrisiko bei 56 Prozent. Deutlich geringer ist es bei Führungskräften sowie bei akademischen, wissenschaftlichen und intellektuellen Berufen. In diesen Gruppen fällt das Risiko auf unter zwei Prozent. Für sie ist KI vor allem ein Produktivitätswerkzeug – sie sind „augmentierbar“.
Luxemburger, Frauen und Menschen mit Sekundarschulabschluss
Bei Frauen ist laut Statec der Anteil automatisierbarer Jobs höher als bei Männern. Die Studie nennt 18 Prozent bei Frauen gegenüber 11 Prozent bei Männern. Der Grund liegt weniger im Geschlecht selbst als in der Jobstruktur: Frauen arbeiten häufiger in Verwaltung und Verkauf, also genau dort, wo KI eher ersetzt als ergänzt. Bei jungen Frauen spielt dieser Effekt besonders.
Auch der Bildungsgrad zählt. Am stärksten gefährdet sind Beschäftigte mit Sekundarabschluss. Mehr als 21 Prozent ihrer Jobs gelten als potenziell automatisierbar – fast 40.000 Personen. Mit höherem Abschluss verschiebt sich das Bild. Wer mindestens einen Bachelor hat, wird häufiger „augmentiert“. Das Automatisierungsrisiko sinkt, auch wenn es nicht verschwindet.
Ein weiterer Befund ist politisch besonders heikel: Unter den „exponierten“ Einwohnern sind Luxemburger stärker gefährdet als ausländische Arbeitskräfte. Bei ihnen wäre etwa ein Viertel der exponierten Tätigkeiten potenziell automatisierbar, bei ausländischen Beschäftigten liegt der Anteil deutlich niedriger. Auch hier erklärt Statec das vor allem mit der Berufsstruktur: Luxemburger sind häufiger in administrativen Funktionen vertreten.
KI ist demnach nicht nur eine Frage von mehr oder weniger Jobs. Sie wird die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt aller Voraussicht nach neu ordnen. Wer Routinearbeiten macht, spürt den Druck. Wer komplexe Aufgaben bündelt, bekommt eher ein neues Werkzeug. Das kann Produktivität erhöhen. Die Frage ist, ob die KI nun Wachstum an „guten“ Jobs schaffen wird – oder ob die Arbeitslosigkeit bei sechs Prozent verbleibt, während Aufgaben verschwinden und Qualifikationen fehlen.
De Maart

Ach,een Lëtzeburger diën eppes op sech hält(?)schafft dach nit manuel!!!!!
Dann gett et hei'ch Zeit dass mir Letzebuerger all di FrontaliersArbechtsplaatzen erem nei entdecken !!