Sa., 4. April 2020

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  1. Marcel Gillander /

    Was die hier angesprochene gefährdete Nordstrecke Gouvy-Lüttich betrifft ist die CFL nicht ganz unschuldig an dem Problem: Diese internationale Verbindung ist an mehr als 80 Tagen im Jahr wegen Bauarbeiten unterbrochen, die alternativ angebotenen Umsteigeverbindungen per Bus sind unzuverlässig und zeitraubend. Während der letzten Streckensperrung Ettelbrück-Ulflingen von Ende August bis Mitte September wartete der Anschluss in Ulflingen oft nicht auf den verspäteten Ersatzbus aus Ettelbrück. Reisende in Richtung Lüttich, Holland, Brüssel oder Norddeutschland mussten zwei Stunden im Bahnhof Ulflingen auf die nächste Verbindung warten, und das an einem Ort an dem nicht gerade der Bär tanzt… Es ist schade um diese internationale Strecke im Dornröschenschlaf und ihr ungenutztes Potential: So ist bereits jetzt, und dies trotz der langsamen Züge, die Reise nach Brüssel über Lüttich ab Mersch 20 Minuten kürzer als die Verbindung über Luxemburg-Arlon-Namur. Eine leichte Beschleunigung würde hier Wunder wirken! Für alle Bahnhöfe weiter nördlich – und ganz besonders für die aufstrebenden Zentren Nordstadt und Wiltz – sind die Zeitgewinne Richtung Brüssel, belgische Küste, Holland und Norddeutschland noch ganz erheblicher und könnten einen Standortvorteil für Betriebe sein. Für eine schnelle, direkte Verbindung nach Maastricht und Köln gäbe es sicher Bedarf und Interesse. Sie wäre schneller und für Luxemburg sinnvoller und nützlicher als die vielgepriesene Verbindung Luxemburg – Düsseldorf über Koblenz. Doch leider: Chance nicht wahrgenommen!

  2. L.Marx /

    Dass man die Fahrkartenschalter nicht schliessen sollte – auch wenn dort ab April nächsten Jahrs keine (nationalen) Fahrkarten mehr verkauft werden – ist eine Sache. Das mit den “Geisterbahnhöfen” ist eine andere. Bis auf wenige Ausnahmen, die noch im Besitz der CFL sind, gehören die Bahnhöfe den jeweiligen Gemeinden. Die wurden mehr oder weniger dazu gezwungen sie kaufen obwohl sie keinen Bedarf sahen. Und anders als etwa die DB verkaufen nach meinem Informationsstand die CFL Bahnhöfe an denen noch Züge rollen nicht an private Interessenten.

  3. EugenOtto /

    Ein Bahnhof ist immer Treffpunkt von Kulturen. Gerade in Luxembourg mit vielen Weltbürgern. Gewiss ist die Besetzung mittels Bahnbedienstetem *teuer* doch sichert seine Anwesenheit das Objekt. z.B in Clerf.
    Die Post wurde * zwangsumgesiedelt * die Apotheke folgte ohne Rücksicht auf die Bürger, Wirtschaftlichkeit ist gefragt. Der Clerfer Bahnhof könnte/sollte mit einem ganzjährigem *Bistro* – Einkaufsmarkt versehen werden, mit reellen Preisen denn ab November ist die Clerfer Innenstadt * tot* Schüle, wie Bürgerr hätten so nach Schulschlussr noch eine Einkaufsmöglichkeit , evtl. mit Rezepteinlösung ?

  4. Jacques Zeyen /

    Tja Nico,
    das haben wir doch alle gewusst,damals,als der Begriff “Globalisierung” in unser Bewußtsein geprügelt wurde.Wir dachten erst es sei schiere Phantasie.In unserer Satzung stand ” le chemin de fer a l’obligation de transporter.” Heute fallen Züge einfach aus und die Leute stehen im Regen weil es an Personal oder Material fehlt,so nach dem Motto “Kommt morgen wieder,dann versuchen wir es nochmal.”
    Es gibt Bereiche,da ist Privatisierung schlicht unsozial. Dazu gehört neben Bildung und Gesundheit eben auch der öffentliche Transport. Ein Privatunternehmen will vor allem Geld verdienen.Da bleibt alles auf der Strecke.Denen ist es egal ob in Ulflingen ein Enkel zur Oma nach Esch will. Hinzu kommt,dass die Leute eben,sobald EInkäufe oder Termine anstehen eben das Auto nehmen.Daran wird sich nichts ändern.Wir haben beide den traurigen “Abgang” des Gütertransportes miterlebt.Wenn große Firmen kein Angebot mehr bekommen von der Eisenbahn,dann sehen die sich anderswo um. Und wenn du schon den Klimaschutz erwähnst: 2000 Tonnen Fracht mit einer E-Lok entsprechen 80 LKW’s. Ob Greta das weiß?

    • L.Marx /

      Die CFL sind doch kein Privatunternehmen. Allenfalls ein Unternehmen, an dem der Staat 100 Prozent des Kapitals hält. Was die Zuverlassigkeit angeht. Sorry, aber auf der Strasse kommt es des öfteren zu Verspätungen. Aber ausgefallene Busse (RGTR, TICE, AVL) sind doch die seltenen Ausnahmen. Ausgefallene Züge (CFL) eher die Regel. Dabei ist das aktuelle Rollmaterial fast neu. Und weitestgehend baugleich mit dem, das bei DB und SNCF klaglos seinen Dienst verrichtet …

    • J.C.KEMP /

      Das LKW-Problem ist ein ganz anderes. LKW sind rollende Lagerhäuser. Sie erlauben den grossen Unternehmen, Vorprodukte von Zulieferern nur in kleinen Mengen auf Vorrat zu halten, da laufend angeliefert wird. Dadurch sinken Lagerhaltungskosten.
      Mit der Eisenbahnfracht ist das nicht möglich. Der Zulieferer muss zuerst die Produktion zwischenlagern, die dann per Schiene in weit mehr als die jeweils täglich benötigte Menge angeliefert wird.
      Unangenehmer Nebeneffekt des erstgenannten Systems ist die Anfälligkeit gegenüber Störngen der Transportwege, zB Wetterbedingungen oder Streiks, was meist zu sofortigem Stillstand der Betriebe führt.

  5. Janno /

    Alles wird automatisiert und unpersönlicher sowohl bei der Bahn als auch bei der Post. Es wird Personal und Geld eingespart , auf Kosten der Kunden resp. Benutzer und der Qualität.

  6. Aender T. /

    Gute Analyse. Die Beispiele mit auswandernden Geschäften, hin zu Straßen, exklusiv mit Auto erreichbaren Gewerbezonen, aus den Dörfern raus, weit weg von fußgängig, finde ich besonders zum kot*ç%.
    Die Idee, wie in Tankstellen, Lebensmittelläden an Bahnhöfe oder Busterminals anzusiedeln ist doch so hirnrissig einfach!
    Ich weis nicht, wie sich Luxemburg seine Zukunft vorstellt. Ich fand den Preis für ein Jahr Bus- und Bahnfahren echt billig, keine 2€ am Tag. Sicher, die deckten nicht die Kosten, waren aber eine Einnahme, und bei steigendeer Abonentenzahl ein Zeichen der Wertschätzung eines öffentlichen Dienstes.
    Wenn den Busfahrer zu grüßen aber schon zuviel ist…
    Ich hoffe halt nur, daß sich Luxusbuerg auf Dauer so ein System leisten kann, daß unsere Busfahrer, unsere Bahnmitarbeiter auf dem Bahnsteig und in den Zügen, unsere Tramführer, gesicherte existenzdeckende Löhne bekommen, und daß der Fuhrpark so sauber und in technisch gutem Zustand bleibt.
    Ich hätte weiter dafür bezahlt, und mich über einen nationalen Supermarkt an jedem Bahnhof gefreut…jetzt freue ich mich über öffentliches Geld, das über die CFL in einen Autofuhrpark fließt, weil man ja selber nicht an die Schiene glaubt. (Kopfschüttel)

  7. den Zyniker /

    Eine Schreckensvision: Geisterbahnhöfe und Geisterstätte und eine herzlose Gesellschaft.

  8. spëtzbouf /

    A wann een op enger Gare ‘ an der Pampa ‘ muss op d’Toilette goen, kann ee sech glécklech schätze, wann eng Heck nobäi ass. 🙂

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