RusslandIm Namen ihres Mannes: Julia Nawalnaja will das Werk Alexej Nawalnys fortführen  

Russland / Im Namen ihres Mannes: Julia Nawalnaja will das Werk Alexej Nawalnys fortführen  
Julia Nawalnaja bei einem Treffen mit der belgischen Außenministerin Hadja Lahbib im Gebäude des Europäischen Rates in Brüssel Foto: Yves Herman/Reuters Pool via AP/dpa

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Nie hatte Julia Nawalnaja eine eigene politische Rolle angestrebt. Nach dem Tod ihres Mannes will sie nun das Werk Alexej Nawalnys fortführen. Entschlossen und eindringlich, „für ein wunderbares Russland der Zukunft, wie Alexej es sich immer vorgestellt hatte“.

Sie sitzt dort, wo stets ihr Mann saß. Sie wirkt entschlossen, auch wenn ihre Stimme brüchig ist. „Hallo. Ich bin Julia Nawalnaja. Es hätte ein anderer Mensch auf diesem Platz sein sollen, aber diesen Menschen hat Wladimir Putin getötet. Putin hat mir das Liebste genommen, was ich hatte. Und ich weiß, ihr habt nicht weniger verloren als ich“, sagt die Frau des in Haft umgekommenen russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in ihrer emotionalen Videobotschaft am dritten Tag nach Bekanntwerden von Nawalnys Ableben. In knapp neun Minuten macht die 47-Jährige auf dem YouTube-Kanal ihres Mannes deutlich, dass sie es nun ist, die seinen Kampf weiterkämpfen will, an der Seite all derer, die sie zu diesem Kampf aufruft. „Indem Putin Alexej tötete, tötete er auch eine Hälfte von mir, die Hälfte meines Herzens, die Hälfte meiner Seele. Aber ich habe noch eine andere Hälfte, und diese sagt mir, dass ich kein Recht habe aufzugeben“, sagt Julia Nawalnaja im Studio des „Team Nawalny“.

All die Jahre hatte sich die Moskauerin geweigert, eine eigenständige politische Rolle einzunehmen, sie war stets als kühl wirkende Frau an der Seite ihres Mannes zu sehen, die „First Lady der russischen Opposition“ nannten sie einige Beobachter in Russland und im Ausland. Nun hat das Schicksal Julia Nawalnaja in diese Rolle gedrängt. Und sie zeigt, den Rücken gerade, dass sie diese annimmt: „Ich werde die Sache meines Mannes fortführen, für ein wunderbares Russland der Zukunft, ein Land, wie Alexej sich das immer vorgestellt hatte“, sagt sie eindringlich, die Trauer ist ihr ins Gesicht geschrieben. Doch weinen, nein, weinen wird sie auch dieses Mal nicht, wird ihrem einstigen Ausspruch, vor Gericht vor mehr als zehn Jahren von sich gegeben, auch dieses Mal folgen: „Diese Schweinehunde werden unsere Tränen niemals sehen.“

„Das Leben hat meinen Willen gestärkt“

Als Nawalny 2021 nach seiner Vergiftung mit dem Nervengas Nowitschok und der Behandlung in Deutschland nach Moskau zurückgekehrt und an der Passkontrolle festgenommen worden war und sie bei einer nicht genehmigten Demonstration für seine Freilassung einstand, sagte sie: „Das Leben hat meinen Willen gestärkt, denn eine andere Möglichkeit, die Frau meines Mannes zu sein, gibt es nicht.“ Es war diese Vergiftung, die sie ins Rampenlicht rückte. Sie betrat die öffentliche Bühne, weil ihr Mann es nicht mehr konnte, und kämpfte, mit Sonnenbrille und in Lederjacke, wie eine Löwin für sein Überleben. Sie war es, die Putin bat, ihren Mann nach Deutschland ausfliegen zu lassen, sie forderte Dokumente von den Ärzten, gab zahlreiche Interviews. Die Stille, die sich zwar stets für Nawalnys Look in der Öffentlichkeit zuständig fühlte, die an seinem Hemd herumzupfte, bevor er zu seinen Auftritten hinausging, aber selbst stets Distanz wahrte, war laut geworden. „Du hast mir das Leben gerettet“, hatte Nawalny in seinem ersten Post nach dem Koma bei Instagram geschrieben. Ein zweites Mal konnte sie ihn vor dem Griff des Regimes nicht mehr schützen. „Ich liebe dich“, schrieb Julia Nawalnaja nach seinem Tod – ebenfalls bei Instagram – unter einem Bild der beiden.

Sie hatten sich 1998 im Urlaub in der Türkei kennengelernt, er, der Jurist aus Moskau, sie, die an der Moskauer renommierten Plechanow-Universität Internationale Beziehungen studierte und später bei einer Bank arbeitete. 2000 heirateten sie, im selben Jahr, als Putin Präsident wurde. 2001 kam Tochter Darja zur Welt, 2008 Sohn Sachar. Die Nawalnys führten seit 2010 ein Leben in der Öffentlichkeit, bei seiner Kampagne zur Präsidentenwahl 2018, zu der er schließlich nicht zugelassen wurde, waren Julia, Darja und Sachar stets mit dabei. Auch seine Verhaftungen bekamen die Kinder oft hautnah mit. Es waren auch sie, für die Nawalny gekämpft hatte, weil er wollte, dass seine Nächsten in einem freien Land groß werden. Nun leben Julia und Sachar wohl in Deutschland, Darja studiert in Kalifornien. „Ich spüre Zorn und Hass auf die, die es gewagt haben, unsere Zukunft zu töten. Es ist eine Schande, nun nichts zu tun“, sagt Julia Nawalnaja im Video, dessen letzten Bilder Alexej Nawalny zeigen, lächelnd, als wäre er noch am Leben. 

Robert Hottua
20. Februar 2024 - 20.51

Ab 1933 bekamen meine katholischen Eltern von der katholischen rechtsextremen "Rechtspartei" und dem unfehlbaren päpstlichen "Luxemburger Wort" vor den Augen der Welt eine Lizenz, sich an dem zu beteiligen, was Frau NAWALNAJA anklagt. MfG Robert Hottua