Zum Start der Überwachungssaison für Atemwegserkrankungen (Woche 40) weist der aktuelle Bericht über respiratorische Viren in Luxemburg (ReViLux) vor allem Erkältungsviren nach. Die Daten des ReViLux stammen aus Proben, die von Ärzten des Sentinel-Überwachungsnetzwerks des „Laboratoire national de santé“ (LNS) eingereicht werden.
Was ist die Zwischensaison?
Die Verbreitung von Atemwegsviren in der nördlichen Hemisphäre wird in der Regel saisonal von Woche 40 bis Woche 20 überwacht. Der Zeitraum zwischen Woche 20 und 40 wird üblicherweise als Zwischensaison bezeichnet. In der Zwischensaison ist die Abgabe von Proben für Mediziner freiwillig. Während der Saison werden die Proben wöchentlich eingereicht.
Das LNS identifizierte in 46 der insgesamt 67 Proben (68,7 Prozent) Atemwegsviren. Den ersten Platz belegten dabei Rhinoviren – also Erkältungsviren – mit 47,8 Prozent (32 Fälle), gefolgt von SARS-CoV-2 (20,9 Prozent – 14 Fälle) und grippeähnlichen Erkrankungen (3,0 Prozent – 1,1 Fälle). RSV trat hingegen mit 1,5 Prozent nur vereinzelt auf. Eine Subtypisierung steht laut Bericht jedoch noch aus. Influenza wurde nicht nachgewiesen. Rhinoviren und SARS-CoV-2 wurden in allen Altersgruppen nachgewiesen, grippeähnliche Erkrankungen und RSV hingegen bei Kindern unter zwei Jahren.
Das Durchschnittsalter der betroffenen 67 Patienten lag bei 35 Jahren. Mit 53,7 Prozent war etwas mehr als die Hälfte davon weiblich, 46,3 Prozent waren männlich. 55 Prozent von ihnen zeigten zusätzlich zu den Atemwegsbeschwerden auch andere Symptome. Dazu gehören Fieber (70 Prozent) sowie systemische Symptome wie Kopf- oder Muskelschmerzen (64 Prozent).
In 43 Fällen (64 Prozent) lagen zudem Influenza-Impfdaten vor: etwa zehn Prozent hatten sich in der vorangegangenen Saison impfen lassen. Zwei von insgesamt sieben Kindern unter zwei Jahren waren mit „langwirksamen monoklonalen Antikörpern“ geimpft worden.

Wirft man einen Blick auf die Zahlen der vergangenen Saison (2024/25), lässt sich in den Wochen 39 und 40 unter anderem bei den Rhinoviren ein starker Anstieg feststellen: von 35,9 Prozent in Woche 39 im vergangenen Jahr stiegen die Zahlen in diesem Jahr auf 67,7 Prozent. In Woche 40 gab es einen Anstieg von 38,6 Prozent auf 47,8 Prozent. Auch bei SARS-CoV-2 wurden in Woche 40 mehr Fälle verzeichnet: Die diesjährigen Zahlen stiegen im Jahresvergleich von 7,1 Prozent auf 20,9 Prozent.
Während der Zwischensaison (Wochen 21-39) analysierte das LNS insgesamt 458 Proben. In 298 Fällen (65 Prozent) wurden Atemwegsviren nachgewiesen. Hauptverursacher waren Rhinoviren (36,9 Prozent) grippeähnliche Erkrankungen (15,5 Prozent) und SARS-CoV-2 (9,0 Prozent). Die Mehrheit der bisher charakterisierten SARS-CoV-2-Proben (25 von 42) gehörten mit 60 Prozent zur derzeit in Europa vorherrschende XFG-Variante. Influenza trat lediglich in vier Fällen auf. (les)
De Maart
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