Seit Jahren gilt die „Kälbaach“ als ökologisch angeschlagen – und daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Trotz Gutachten, Renaturierungsmaßnahmen und europäischer Umweltziele leidet der Bach weiterhin unter Abwassereinleitungen, Altlasten und fehlender natürlicher Dynamik.
Die „Kälbaach“ entspringt in Öttingen, Frankreich, und wird über eine Pumpstation hauptsächlich mit Wasser aus den ehemaligen Bergwerken gespeist. Vor knapp fünf Jahren berichtete das Tageblatt über den schlechten Zustand der „Kälbaach“. 2021 hielt die „Administration de la gestion de l’eau“ (AGE) in einem Gutachten fest, dass zu wenig Wassermengen in Öttingen fördert werden. Doch auch die Steinaufschüttungen der Renaturierungsmaßnahmen im Park Ouerbett erschwerten den natürlichen Wasserfluss.
Fünf Jahre später hat sich der Zustand der „Kälbaach“ nicht verändert. Das Wasserwirtschaftsamt teilt dem Tageblatt auf Nachfrage mit: „Der hydromorphologische Zustand konnte die letzten Jahre nicht verbessert werden.“ Dem Gewässerverlauf fehlt es demnach an einer natürlichen Abflussdynamik. Das liege unter anderem daran, dass es keine Verzweigungen, Längsbänke oder Mäander gibt.
Der AGE ist zudem bekannt, „dass auf der französischen Seite der ‚Kälbaach’ in der Kanalisation Lücken bestehen, sodass unbehandeltes Abwasser in den Bach gelangt“. In Folge sinkt der Sauerstoffgehalt, was sich wiederum negativ auf die Lebensbedingungen für Fauna und Flora auswirkt. „Sämtliche Abwasserparameter deuten auf eine nicht optimale Situation hin“, schreibt das Wasserwirtschaftsamt. Daher sei die Verwaltung im engen Kontakt mit der französischen Gemeinde.
Die „Kälbaach“ ist zusätzlich durch Pestizide und weitere giftige Stoffe belastet, darunter polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und polychlorierte Biphenyle (PCB). „An der Station, wo die biologischen Parameter geprüft werden, bedeckt eine Sedimentschicht von einem Meter die Sohle, sodass nicht mehr von einem natürlichen Gewässer die Rede sein kann“, schreibt das Wasserwirtschaftsamt.
Seit dem 22. Dezember 2000 ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) in Kraft. Diese sah vor, dass EU-Staaten ihre Gewässer bis Ende 2015 und in Ausnahmefällen bis 2027 in einen guten Zustand bringen. Laut dem Wasserinformationsystem für Europa (WISE) hat in Luxemburg jedoch noch kein Gewässer diesen Zustand erreicht.
Warten auf den Stahlriesen

Während des über sieben Kilometer langen Wasserverlaufs Richtung Noertzingen verbessert sich der Zustand der „Kälbaach“ laut der AGE zwar „signifikativ“: „Dies vor allem Dank der zahlreichen Maßnahmen im Abwasserbereich, die in Luxemburg umgesetzt wurden.“ Trotz Verbesserung bleiben die Messwerte bis zur Mündung in die Alzette mangelhaft. Ein negativer Einfluss der „Kälbaach“ auf die Alzette ist daher laut Wasserverwaltung wahrscheinlich.
Da jede Gemeinde lediglich für ihr Gebiet zuständig ist, wurde eine Partnerschaft zwischen Rümelingen, Kayl/Tetingen, Öttingen und der AGE aufgestellt. Der Kayler Bürgermeister Jean Weiler (CSV), sagte am Freitag im Gespräch mit dem Tageblatt, dass seine Gemeinde den Zustand der „Kälbaach“ alleine nicht maßgeblich verbessern könne, da der Bach bereits in einem schlechten Zustand in Kayl eintreffe. Öttingen wiederum ist Weiler zufolge mit finanziellen Engpässen konfrontiert und nicht in der Lage, die notwendigen Maßnahmen selbst zu ergreifen.
In Kayl setzt man derweil weiterhin auf Renaturierungsmaßnahmen. Auf der ehemaligen Schlackenhalde an der Grenze zu Rümelingen sollen Sporteinrichtungen, ein Polizeikommissariat und eine CGDIS-Kaserne entstehen. Baubeginn könnte 2029 sein. „Wenn wir am ‚Crassier‘ arbeiten, wird die ‚Kälbaach‘ renaturiert“, sagte Weiler. Doch auch hier kämpft die Gemeinde mit der Umweltverschmutzung, denn ArcelorMittal hat das Gebiet noch nicht wie vereinbart saniert.
De Maart

@ Nomi / Richteg, dann eben rëm de Plumpsklo an dem Gaard opriichten, wéi mäi Bop ët fréier gemach huet. TB an LW houngen ëmmer bereet! 😉 Wouhier kënnt den brongen Dreck eigentlech, nees déi béis vun déisäit?
@Grober J-P : Et geht jo drem als eischt ee Gewaesser net ze verknaschten amplatz et dono mat enger Klaeranlaag rem ze botzen !
Gibt es dort überhaupt eine richtige Kläranlage?