Samstag3. Januar 2026

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EditorialAlles Gute! Ein Plädoyer für Haltung, Klarheit und Optimismus

Editorial / Alles Gute! Ein Plädoyer für Haltung, Klarheit und Optimismus
Trump tanzt, Europa zittert, damit sollte es nach dem ersten Jahr der zweiten Amtszeit vorbei sein Foto: AFP/Saul Loeb

Europa steht unter Druck. Doch es ist stärker, als es glaubt. Ein Plädoyer für Haltung, Selbstbewusstsein und begründeten Optimismus zum Jahresbeginn.

Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, alles Gute. Was auch sonst? Doch von allein wird das nicht kommen. Wer diese Zeilen liest und sich für das Tageblatt entschieden hat, das seine Haltung nie versteckte und es auch 2026 nicht tun wird, weiß: In der Welt sind einige mit niedrigen Absichten unterwegs – die sehr vieles von dem Guten, das über Jahre hart erstritten wurde, wieder ausradieren wollen.

Doch es gibt ein Gegenmittel: Optimismus. Und es gibt triftige Gründe dafür. Für Europa insgesamt. Und damit auch für Luxemburg.

In Luxemburg wurde „Trounwiessel“ zum Wort des Jahres 2025, in Belgien ist es der „Technofascisme“. Während wir oft noch mit uns selbst beschäftigt sind, blicken unsere Nachbarn weiter. In unheiliger Allianz mit Trump versuchen die mächtigen Fürsten der digitalen Welt, Grundlegendes zu verschieben: die Grenze zwischen wahr und falsch. Das Gute, das Schöne, die Wahrheit, Grundpfeiler der westlichen Kultur, sind das „woke“ Feindbild der globalen Rechten, die in Trump ihren Heiland sehen. Auf Social Media werden diese Werte seit Jahren gezielt und orchestriert mürbe geschossen.

Die Europäer (und viele andere) haben sich vom ersten Jahr Trump 2.0 kalt erwischen lassen. Dabei waren die Warnzeichen deutlich. Tatsächlich war man auf einiges gefasst, aber nicht auf das. Trumps zweite Präsidentschaft ist straffer organisiert, ideologisch extremer und entschlossener. Ihr zorniger Kulturkampf und ihre verzerrte Auslegung der Meinungsfreiheit als Freiheit des Hasses sollen der Welt aufgezwungen werden, vor allem Europa.

Trump scheint sich mit Putin arrangieren zu wollen, zulasten der Ukraine, Europas und langfristig auch der USA. Beide teilen ihre Vorliebe für rechte Parteien in Europa. Für Trump wie für Putin sind sie nützliche Idioten. Werkzeuge, um die Europäische Union und auch Großbritannien zu schwächen. Zugleich wollen die reichsten Menschen des Planeten hemmungslos reicher werden. Im Weg stehen ihnen dabei europäische Regeln zum Schutz der Umwelt, der Menschenrechte und der Konsumenten – also von uns allen.

Das klingt bedrohlich. Aber nur bedingt. Aus zwei Gründen.

Erstens wächst der Widerstand in den USA. Im Herbst stehen die Midterms an. Sie könnten den Demokraten wieder politischen Zugriff verschaffen. Europa sollte sie dabei nach Kräften unterstützen. Wenn Trump und sein Umfeld einen politischen Kurswechsel in Europa mithilfe rechter Parteien forcieren, wie es die neue Nationale Sicherheitsstrategie der USA fordert, sollte nichts Europa daran hindern, den Spieß umzudrehen.

Zweitens muss Europa sich nicht kleiner machen, als es ist. Das gilt für den Kulturraum, die Wirtschaft, die Art und Weise, wie die europäischen Staaten und ihre Bürokratien organisiert sind. Schulwesen, Infrastruktur, Gesundheitsversorgung, soziale Absicherung, alles beileibe nicht perfekt, aber um Längen besser als in den USA. Auf den Schock des ersten Jahres von Trumps zweiter Amtszeit reagierte Europa verstört. Teilweise auch devot. Damit muss, ohne in Antiamerikanismus zu verfallen, Schluss sein. Europa braucht klare Kante. Gegen die Anbiederung Trumps an rechte Parteien. Gegen rassistische Hetze gegen Migranten, wie Amerika sie derzeit vorlebt. Gegen Angriffe auf Menschenrechte und internationale Regeln.

Wer, wenn nicht Europa, soll das leisten? Wer sonst ist stark genug dazu? Niemand. Wenn das kein Grund für Optimismus ist: alles Gute.

Hottua Robert
3. Januar 2026 - 11.03

Als die Gründer der CSV die Welt im unfehlbaren päpstlichen "Luxemburger Wort" mit flachen, niedrigen, ponerologischen Werten und Absichten geflutet haben, haben sie zeitlos wirksame Energien, die nicht nur Strommasten in einen bedrohlichen Neigungswinkel versetzen, erzeugt. MfG, Robert Hottua