Dienstag6. Januar 2026

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US-MilitärangriffMaduro festgenommen – Venezuela kündigt Antwort mit „massivem“ Einsatz aller militärischen Mittel an

US-Militärangriff / Maduro festgenommen – Venezuela kündigt Antwort mit „massivem“ Einsatz aller militärischen Mittel an
Ein ausgebranntes Fahrzeug auf dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota in Caracas Foto: Jan Barreto/ AFP

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Über Monate habe die Vereinigten Staaten ihre Militärpräsenz in der Karibik erhöht. Jetzt greift das US-Militär Ziele in Venezuela an. Die Regierung in Caracas gibt sich kämpferisch.

Die USA haben einen groß angelegten Militärangriff auf Venezuela ausgeführt und nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den dortigen Staatschef Nicolás Maduro entmachtet. Maduro und seine Frau seien „gefangen genommen und außer Landes geflogen“ worden, erklärte Trump am Samstag. Er sprach von einem erfolgreichen „großangelegten Schlag gegen Venezuela“ und dessen Staatschef. Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez erklärte, sie wisse nicht, wo sich Maduro aufhalte. Die USA wollen Maduro wegen Vorwürfen des Drogenhandels und des Terrorismus den Prozess machen, heißt es vonseiten der US-Regierung.

Venezuela kündigte einen „massiven“ Einsatz aller seiner militärischen Mittel an. Es werde einen „massiven Einsatz aller Land-, Luft-, Marine-, Fluss- und ballistischer Mittel geben“, sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino zur Begründung in einer Rede, die in Online-Netzwerken verbreitet wurde. „Die Truppen der Invasoren (…) haben unseren Boden entweiht“, sagte Padrino. Die US-Armee habe sogar Wohngebiete angegriffen. Derzeit würden Informationen über „Verletzte und Tote“ zusammengetragen.

Der Militäreinsatz soll nach Angaben eines US-Senators inzwischen beendet sein. Der republikanische Senator Mike Lee erklärte am frühen Samstagmorgen (Ortszeit), dies habe ihm US-Außenminister Marco Rubio in einem Telefonat mitgeteilt. Rubio erwarte nach der Gefangennahme Maduros „kein weiteres Vorgehen in Venezuela“.

In einem kurzen Telefoninterview mit der New York Times pries er den US-Einsatz in dem südamerikanischen Land als „brillant“. Dahinter habe „viel gute Planung“ gesteckt. Für 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) kündigte der US-Präsident eine Pressekonferenz an.

Einen Machtwechsel erzwingen

Die Angriffe stellten eine Verletzung der UN-Charta dar, hieß es in einer Mitteilung der venezolanischen Regierung. Ziel der USA sei es, sich die Bodenschätze – wie die großen Ölvorkommen – Venezuelas anzueignen und einen Regierungswechsel zu erzwingen. „Das wird ihnen nicht gelingen“, hieß es in der Mitteilung. Venezuelas autoritärer Präsident Nicolás Maduro wirft der US-Regierung schon länger vor, einen Machtwechsel in Caracas erzwingen zu wollen.

Das Pentagon verwies auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das Weiße Haus, das zunächst nicht reagierte.

Die Regierung in Caracas hat inzwischen eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt. „Im Angesicht der kriminellen Aggression durch die US-Regierung auf unser Heimatland haben wir eine dringliche Sitzung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen beantragt“, erklärte Außenminister Yvan Gil am Samstag im Onlinedienst Telegram. Aufgabe des Gremiums sei es, „das Völkerrecht aufrecht zu erhalten“.

Explosionen und Rauchsäulen über Caracas

In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Hubschrauber über die nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.

Der Präsident von Venezuelas Nachbarland Kolumbien, Gustavo Petro, schrieb auf X: „In diesem Moment wird Caracas bombardiert. Alarm an alle, Venezuela wurde angegriffen. Sie beschießen es mit Raketen. Die Organisation Amerikanischer Staaten und die Vereinten Nationen sollten sofort zusammentreten.“

Handlungen der USA verurteilt

Kolumbien kündigte die Entsendung von Soldaten an die gemeinsame Grenze an. Der linksgerichtete kolumbianische Staatschef Gustavo Petro hatte den US-Angriff zuvor als „Angriff auf die Souveränität“ Lateinamerikas verurteilt und vor einer humanitären Krise gewarnt.

Kubas Präsident Miguel Díaz-Canel hat die Militärschläge in Venezuela als „kriminellen US-Angriff“ auf das verbündete südamerikanische Land verurteilt. „Unsere Friedenszone wird gerade brutal angegriffen“, schrieb der Präsident des sozialistischen Karibikstaates auf X. Díaz-Canel forderte die internationale Gemeinschaft auf, dringend darauf zu reagieren. Es handele sich um „Staatsterror gegen das mutige venezolanische Volk und gegen unser Amerika“.

Auch der Iran verurteilt die US-Angriffe auf Venezuela scharf: „Die militärische Intervention der USA gegen einen unabhängigen Staat und Mitglied der Vereinten Nationen stellt einen klaren Verstoß gegen die Prinzipien der UN-Charta sowie gegen grundlegende Regeln des Völkerrechts dar“, erklärte das Außenministerium laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Dieser „aggressive Akt“ müsse umgehend und eindeutig verurteilt werden, so das Ministerium weiter. Venezuela gilt als einer der engsten Verbündeten des islamischen Systems. In politischen Kreisen in Teheran wächst laut Beobachtern daher die Sorge, der Iran könne das nächste Ziel der US-Angriffe werden.

Auch Russland, das derzeit selbst in einem offenen bewaffneten Konflikt mit der Ukraine steht, verurteilt den US-Militärangriff auf Venezuela mit deutlichen Worten. Das Vorgehen sei „zutiefst beunruhigend und verwerflich“, erklärte das russische Außenministerium in Moskau am Samstag. Es gebe keine Rechtfertigung für diese „bewaffnete Aggression“.

USA haben massive Streitmacht vor Venezuela zusammengezogen

US-Vizepräsident JD Vance hat den Großeinsatz in Venezuela mit dem Kampf gegen den Drogenhandel und US-Ölinteressen begründet. Vance schrieb am Samstag im Onlinedienst X, Präsident Donald Trump habe dem südamerikanischen Land mehrfach Auswege aus dem Konflikt angeboten. Bedingung sei jedoch gewesen: „Der Drogenhandel muss aufhören, und das gestohlene Öl muss den Vereinigten Staaten zurückgegeben werden“, betonte Vance.

Der Vizepräsident wies in einem weiteren Post Kritik zurück, das Vorgehen der USA sei nicht rechtmäßig. In den USA gebe es mehrere Vorwürfe des „Drogenterrorismus“ gegen Maduro, schrieb Vance weiter. „Man entzieht sich nicht der Justiz bei Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten, nur weil man in einem Palast in Caracas lebt“, betonte er.

Der Konflikt zwischen den USA und Venezuela war in den letzten Monaten eskaliert. Seit September hatte das US-Militär in der Karibik und im Pazifik mehrfach angeblich mit Drogen beladene Boote angegriffen. Dabei wurden nach US-Regierungsangaben mehr als 100 Menschen getötet. 

Zuletzt hatten US-Streitkräfte Trump zufolge einen angeblichen „Drogenumschlagplatz“ in Venezuela angegriffen. „Es gab eine große Explosion im Hafengebiet, wo die Boote mit Drogen beladen werden“, sagte er.

Zudem bauten die US-Streitkräfte ihre Präsenz in der Karibik massiv aus. Unter anderem wurden zusätzliche Kampfflugzeuge und der weltgrößte Flugzeugträger „USS Gerald R. Ford“ – begleitet von weiteren Kriegsschiffen und einem Langstreckenbomber – in die Region verlegt. Offiziell richtet sich der Einsatz „Südlicher Speer“ («Southern Spear») gegen den Drogenschmuggel.

Allerdings gilt Venezuela nicht als Produktionsland von Drogen, sondern als Transitland – und zwar vor allem für den europäischen Markt. Nach Einschätzung von Experten ist die Streitmacht für einen Einsatz gegen Drogenschmuggler überdimensioniert. 

Nach Maduros von Betrugsvorwürfen überschatteten Wiederwahl 2024 erkennt die Regierung in Washington den Linkspolitiker nicht mehr als rechtmäßigen Staatschef an. Außerdem wirft sie ihm vor, selbst in Drogengeschäfte verwickelt zu sein. Für Informationen, die zu Maduros Festnahme führen, haben die USA eine Belohnung von bis zu 50 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro) ausgesetzt.

Weltgrößte Ölreserven in Venezuela

Maduro wiederum unterstellt den USA, es auf Venezuelas riesige Ölreserven abgesehen zu haben. Das südamerikanische Land verfügt mit schätzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) über die größten Ölreserven der Welt. Wegen Sanktionen, Missmanagement und fehlender Investitionen bleibt die Förderung allerdings weit hinter den Möglichkeiten zurück.

Jeff
5. Januar 2026 - 6.24

@JJ - komesch dass an deene Länner reng zoufällegerweis massenhaft Buedemschätz sinn

JJ
4. Januar 2026 - 10.22

Die Russen verurteilen die Aktion. Köstlich.Das nennt man Chuzpe. Dass die Amerikaner ungeliebte Regimes stürtzen ist ja nichts Neues. Lybien,Irak,usw.

Harry
4. Januar 2026 - 9.15

Wiederum ein Kriegstreiber in Aktion, was für eine scheiss
Welt mit diesen Geist gestörten Akolithen.

Phil
3. Januar 2026 - 20.58

Den Hugo Chavez war net am stand d‘Petrolinfrastruktur an der Rei ze halen. Am plaz d‘Steiersouen an d’Rafinerien ze investéieren fir déi op dem leschten Stand ze halen, huet hien d’crude Oil un amerikanesch Petrolscompanies verkaf fir dass déi et sollen rafinéieren. Duerno huet hien de Benzin fir deier Souen nees zréck kaf an un d‘Leit „verschenkt“ (1 Cent de Liter) fir hir Stëmmen ze kréien resp. behalen. De Maduro ass net besser gewiescht, esouguer schlëmmer, vill Steierzueler an Mëttelschicht Leit hun d‘Land verloos an domadder ass den Defizit ëmmer mei grouss gin. Haut kascht de Liter Sprit 0,030 €! Och ass den Tourismus an d‘Gätten gangen, obschon dass Venezuela e schéint Land ass/war fir Vakanz ze machen. Trotz den Angel Falls, dem phantasteschen Urwald, Isla Marguerita plus Hotelresorts mat Golf an vill Unterhaltung sin keng Touristen méi komm. Um Flughafen ass een vun Leit ugeschwat gin déi engem Bolivares géint Dollar getosch hun. Schwarz, zum dueblen Cours wéi am Exchange Schalter. Verschidden Basics hun permanent gefeelt z.B haten/hun d’Leit en chronëschen Defizit un Seef, an am Hotel hun sie een och duerno gefrot. Et kann elo nëmmen besser gin!

Altwies Yves
3. Januar 2026 - 20.50

Die Verschleppung des Praesidentenpaares errinnert an fruehere Aktionen des Mossad. War Netanyahu nicht ueber Sylvester ein paar Tage bei Trump zu Gast ?

Ein Schelm wer Boeses dabei denkt...

Grober J-P.
3. Januar 2026 - 17.49

Rache ist süss, Chavez hat die Amis nach Hause geschickt damals, jetzt kommt die Retourkutsche. Neue Deals halt.
Was sagen die Leute im Lande denn?

Scholl Gérard
3. Januar 2026 - 17.09

Dat ass sou Usus,wann d’Lompen doheem stënken,da fänken munsch US Präsidenten ganz einfach en Krich un vir ofzelenken. Hien hat gudd opgepasst den Trump. Wat en intern nach mam Musk gedoktert hued,dat warten mer nach spéider gewuer gin

Reinertz Barriera Manfred
3. Januar 2026 - 13.52

Das neue Jahr , ein neues Zeitalter, ist angebrochen: Es gibt kein Völkerrecht oder UN-Charta mehr; nur noch "Might Is Right", der neue Leitspruch von Trump!!

Pierrard Romain
3. Januar 2026 - 12.42

Et et soll mir w.e.g. kee méi soen d’USA wäre besser wéi Russland.

Jemp
3. Januar 2026 - 11.45

Heielei, eisen orange-farwechen Möchtegern-Friddensnobelpräisträger iwerfällt en anert Land a fängt e Krich un, grad wéi säi Kolleg Putin.

K Arthur
3. Januar 2026 - 11.18

Den Trump huet dem Putin eppes nogemach,as net besser