Donnerstag1. Januar 2026

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Budget 2026Hesperingens Traum vom Schwimmbad

Budget 2026 / Hesperingens Traum vom Schwimmbad
Im Dezember wurde der Haushaltsplan für 2026 im Gemeinderat angenommen Foto: Editpress/Julien Garroy

Das Jahr 2026 steht in Hesperingen vor allem im Zeichen der Schulen, des Grundstückerwerbs und der Wasserversorgung. Neu im Haushaltsplan ist eine Machbarkeitsstudie für ein Schwimmbad, von dem in Zukunft vor allem Kinder profitieren könnten.

Die Top 5 der außerordentlichen Ausgaben für 2026
Die Top 5 der außerordentlichen Ausgaben für 2026 Grafik: Editpress/Louis Elsen

In Hesperingen wurde das Budget für das Jahr 2026 mit den Stimmen von CSV und DP angenommen. Vor der Abstimmung in der Sitzung vom 8. Dezember betonte Gemeinderat Robert Leven (CSV), dass der Haushaltsplan sich auf alle Einwohner von Hesperingen auswirke. Dazu zähle auch eine adäquate Wasserversorgung, ohne die Kaffee und Dusche am Morgen ausbleiben: „Damit das möglichst gut funktioniert, braucht unsere Gemeinde mit ihren über 300 Mitarbeitenden die finanziellen Mittel.“ Leven blickte diesbezüglich optimistisch nach vorn: „Wir haben keine Schulden. Es musste kein neues Darlehen aufgenommen werden.“

Für das Jahr 2026 steigen die ordentlichen Einnahmen im Vergleich zum berichtigten Haushalt von 2025 um rund ein Prozent auf 96,1 Millionen Euro. Demgegenüber steigen die ordentlichen Ausgaben um knapp 12 Prozent auf 83,3 Millionen Euro. Davon sind 32,5 Millionen Euro auf die Personalkosten zurückzuführen.

Die außerordentlichen Ausgaben, sprich die Investitionen, werden im Vergleich zum berichtigten Haushalt von 2025 um 18 Prozent auf 49,3 Millionen Euro erhöht. Eigentlich waren für 2025 Investitionen in Höhe von 64,3 Millionen Euro vorgesehen. Davon wurden jedoch nur rund 42 Millionen Euro verwendet. Der Großteil der außerordentlichen Ausgaben fließt in den Wohnungsbereich und in Gemeinschaftseinrichtungen (23,2 Millionen Euro) sowie in die Bildung (8,7 Millionen Euro).

2026 sind allein sieben Millionen Euro für die Renovierung und den Ausbau der Schule am Howald-Plateau vorgesehen. Der Ausbau der „Maison relais“ von Alzingen wird 2026 vorerst mit 5,2 Millionen Euro beziffert.

Zu den Top-Ausgaben im Haushaltsplan zählen außerdem der Erwerb von Sozialwohnungen im Bebauungsgebiet AXS Howald sowie der Wohnungsbau „Maison Care“. Für beide Projekte sind für das Jahr 2026 insgesamt 5,8 Millionen Euro vorgesehen.

Da Hesperingen mit einem Grundstückmangel konfrontiert ist, rechnet der Schöffenrat für den Erwerb von weiteren Flächen mit Ausgaben in Höhe von 5,5 Millionen.

Wässrige Investitionen

Bürgermeisterin Diane Adehm (CSV)
Bürgermeisterin Diane Adehm (CSV) Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Gemeinderat Robert Leven (CSV)
Gemeinderat Robert Leven (CSV) Foto: Editpress/Didier Sylvestre

Insbesondere die Klärkapazität von Hesperingen stößt Leven zufolge an ihre Grenzen: „Es wird an einer neuen Anlage gearbeitet. Um die Versorgung weiterhin zu gewährleisten, ist eine mechanische Vorklärung vorgesehen.“ Dafür sind im Haushalt 1,1 Millionen Euro vorgesehen. Jeweils eine weitere Million Euro werden für den Bau eines neuen Wasserturms in Howald und die Bohrung nach Trinkwasser am „Bichel“ in Itzig bereitgestellt. Robert Leven zufolge ist der Standort „Bichel“ für ein Viertel der Wasserversorgung verantwortlich.

Eine Neuigkeit im Haushalt ist die Machbarkeitsstudie zum Schimmbad, welche Gegenstand der Schöffenratserklärung war und voraussichtlich auf dem Holleschbierg entstehen soll. Laut Bürgermeisterin Diane Adehm (DP) steht die Idee eines höhenverstellbaren Schwimmbeckens im Raum. „Es wird kein Wellness-Bad“, sagte Adehm. Rutschen, Fitnessgeräte oder Saunen seien demnach nicht vorgesehen. „Es wird hauptsächlich ein Schwimmbad für Schulen, das außerhalb der Schulzeiten für die Öffentlichkeit zugänglich sein soll“, so die Bürgermeisterin am 8. Dezember. Sie hob außerdem die Bedeutung des Schwimmunterrichts hervor, zumal nicht alle Eltern mit ihren Kindern schwimmen gehen können.

Das sagt die Opposition

Oppositionsrat Stephen De Ron („déi gréng“)
Oppositionsrat Stephen De Ron („déi gréng“) Foto: Editpress/Julien Garroy

„déi gréng“: Marie-Lyne Keller bedauerte in der Gemeinderatssitzung vom 8. Dezember, dass viele Projekte, darunter Fahrradwege, noch nicht umgesetzt seien. Sie kritisierte zudem, dass Vorhaben aus der Schöffenratserklärung, zum Beispiel Auffangparkplätze, nicht im Haushaltsplan wiederzufinden seien. Parteikollege Stephen De Ron schlug in die gleiche Kerbe und bemängelte die Langatmigkeit der Projekte sowie die Diskrepanz zwischen Versprechen und Umsetzung. Als Beispiele nannte er das seit seiner Kindheit angedachte und bis heute nicht gebaute Schwimmbad sowie die fehlende Förderung von Tiny Houses. „Für nächstes Jahr wünsche ich mir ein Budget, welches hält, was die Schöffenratserklärung verspricht“, sagte De Ron.


Sonnenuntergang im Hesperinger Winter
Sonnenuntergang im Hesperinger Winter Foto: Editpress/Guido Romaschewsky

LSAP: Rita Lunghi begrüßte in ihrer Rede am 8. Dezember die Investitionen in Spielplätze. Sie schlug jedoch vor, dass vermehrt in Schatten spendende Strukturen investiert werden sollte. Sie kritisierte zudem die mangelnde Lebensqualität in den Vierteln und wünscht sich mehr Festbeleuchtung während der Weihnachtszeit: „Es fehlen dauerhafte Begegnungsorte und lokale Angebote.“

Im Gespräch mit dem Tageblatt bedauert Mathis Godefroid die fehlende Weitsicht in der Gemeinde: „Es wird sich auf einen Kern konzentriert, und das ist Hesperingen. Die anderen Viertel werden vernachlässigt.“ Für Godefroid stelle der Haushalt keine Verbesserung dar: „Et si Plooschteren an et gëtt gefléckt.“