Freitag2. Januar 2026

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„Summerschool“Tausende Schüler nutzen Luxemburgs kostenloses Nachhilfe-Angebot

„Summerschool“ / Tausende Schüler nutzen Luxemburgs kostenloses Nachhilfe-Angebot
Die „Summerschool“ bietet Schülern in Luxemburg im Sommer kostenlose Nachhilfe Symbolfoto: Freepik

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Luxemburgs Schulsystem bietet kostenlose Nachhilfe in den Sommerferien an. Doch wie viele Schüler nehmen tatsächlich daran teil? Und wer ist für die Betreuung zuständig?

Sommer, Sonne, Schulstoff: Luxemburgs öffentliche Schulen organisieren seit 2020 freiwilligen Nachhilfeunterricht während der Sommerferien – und das ganz ohne Kosten. Die „Summerschool“ richtet sich an alle Kinder und Jugendlichen, die schulische Schwierigkeiten haben. Ein solches Angebot erfordert laut einer parlamentarischen Anfrage des CSV-Abgeordneten Ricardo Marques jedoch „eine transparente Planung und Qualitätssicherung“. Er erkundigt sich daher nach Struktur, Qualitätssicherung und Teilnehmerzahlen des Programms.

Wie Bildungsminister Claude Meisch in seiner Antwort vom Freitag angibt, soll die „Summerschool“ allen Schülern die Gelegenheit bieten, die Themen des vergangenen Schuljahrs zu wiederholen und sich so auf das neue Schuljahr vorzubereiten. In diesem Jahr besuchten nach Angaben des Ministers insgesamt 6.932 Personen das Programm – 5.531 davon im Grundschulbereich und 1.401 im Sekundarbereich. Im Jahr zuvor war die Zahl mit 7.085 leicht höher. Hier waren es 5.258 Schüler aus dem Grundschulbereich und 1.827 aus dem Sekundarbereich. Auch zwischen 2021 und 2023 bewegten sich die Teilnehmerzahlen in einem vergleichbaren Rahmen.

 Quelle: Bildungsministerium

Beim Personal greift das Ministerium laut Meisch im Grundschulbereich auf Personen zurück, die „entweder ein Diplom abgeschlossen haben, das auf den Lehrerberuf vorbereitet, oder dabei sind, ein entsprechendes Studium zu absolvieren“. Bei zusätzlichem Personalbedarf würden auch Personen mit einem Luxemburger Sekundarschulabschluss eingestellt. Aus den Daten des Ministeriums geht hervor: In diesem Jahr wurden auf diese Weise 313 Stellen besetzt, 2024 waren es 286.

Weil Schüler aus dem Sekundarbereich in der „Summerschool“ nach Fächern aufgeteilt werden, stellt das Ministerium laut Meisch hier Universitätsstudenten ein. Zum Zeitpunkt ihrer Einstellung müssen diese mindestens über ein „Premièresdiplom“ verfügen. Insgesamt 109 solcher Studenten wurden für die diesjährige Ausgabe des Programms rekrutiert. 2024 waren es 119.

 Quelle: Bildungsministerium

Schüler mit besonderen Bedürfnissen werden dem Minister zufolge im Grundschulbereich von der „Equipe de soutien des élèves à besoins éducatifs spécifiques“ (ESEB) betreut. Zuvor identifiziert die „Commission d’inclusion“ Betroffene und legt Art und Umfang der speziellen Unterstützung durch das ESEB fest. Im Sekundarbereich werden alle Schüler zusammen betreut.

Minister Meisch verweist außerdem auf einen Bericht des „Observatoire national de l’enfance, de la jeunesse et de la qualité scolaire“. Diesem zufolge nehmen im Grundschulbereich besonders Kinder aus weniger begünstigten sozioökonomischen Verhältnissen an der „Summerschool“ teil. Auch Kinder, deren Erstsprache nicht Luxemburgisch oder Deutsch ist, sind verstärkt vertreten. (les)