Freitag2. Januar 2026

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Unterstützung für Senioren und FamilienFamilienminister Hahn kündigt neue Sozialhilfen an – will aber nicht den Mindestlohn erhöhen

Unterstützung für Senioren und Familien / Familienminister Hahn kündigt neue Sozialhilfen an – will aber nicht den Mindestlohn erhöhen
Familienminister Max Hahn kündigt neue Maßnahmen gegen Armut an, darunter gezielte Hilfen für Familien und Senioren Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

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Familienminister Max Hahn hat einige neue Maßnahmen der Regierung gegen Armut preisgegeben. Geplant sind gezielte Hilfen für Familien und Seniorenhaushalte – gebündelt in einem nationalen Aktionsplan.

Luxemburg hat seine Armutsquote leicht verbessert: von 18,8 auf 18,1 Prozent. Familienminister Max Hahn (DP) räumt im Interview mit RTL jedoch ein, dass das Niveau weiterhin zu hoch sei. Er betont am Freitagmorgen, dass die Luxemburger Regierung bereits konkrete Maßnahmen zur Armutsbekämpfung umgesetzt habe – und weitere Schritte plane.

Der Minister kündigt eine neue gezielte Sozialhilfe für armutsgefährdete Seniorenhaushalte sowie eine Anpassung des Kindergelds an, um insbesondere Familien mit Kindern stärker zu unterstützen. Eine Anhebung des Mindestlohns schließt er jedoch vorerst aus, verwies aber auf steuerliche Entlastungen und ausgedehnte Sozialhilfen als breiter angelegte Antwort auf Einkommensungleichheit.

In den vergangenen zwei Jahren seien unter anderem der „Crédit d’impôt monoparental“ auf 3.500 Euro erhöht, der Mindestlohn steuerfrei gestellt sowie die „Allocation de vie chère“ und die Energieprämie automatisiert an rund 11.000 bzw. 20.000 Haushalte ausgezahlt worden. Auch die Mietsubvention sei angehoben worden, sodass Familien mit zwei Kindern bis zu 440 Euro monatlich erhalten können.

Neben den bestehenden Unterstützungsmaßnahmen arbeite die Regierung derzeit an einem nationalen Aktionsplan gegen Armut, der ressortübergreifend entwickelt werde und bis Ende des Jahres im Regierungsrat verabschiedet werden soll. Hahn erklärte, man habe in den vergangenen Monaten Konsultationen mit rund 300 Akteuren aus dem Sozialbereich sowie mit Betroffenen selbst geführt, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln. Ziel sei es, bestehende Hilfen besser zu koordinieren und den Zugang zu vereinfachen.

Ein zentrales Thema bleibt laut Hahn der Wohnungsmarkt. In enger Zusammenarbeit mit dem Wohnungsbauminister Claude Meisch (DP) wolle die Regierung den Bestand an bezahlbarem Wohnraum erweitern, insbesondere über staatliche und kommunale Projekte. Hahn betonte, dass der Kampf gegen Armut nur gemeinsam mit den Gemeinden und den Akteuren vor Ort gelingen könne: „Wir werden dieses Problem nur lösen können, wenn wir nicht nur alle am gleichen Strang ziehen, sondern auch in die gleiche Richtung.“ (DJ)