Derzeit stehen wir unter Hochdruckeinfluss, der sich in den nächsten Tagen weiter verstärken wird. Das Zentrum des Hochs verlagert sich vom Atlantik in Richtung der britischen Inseln und übernimmt mindestens bis Anfang nächster Woche die Kontrolle über das Wetter in Mitteleuropa.
Nach den aktuellen Berechnungen des amerikanischen Modells GFS könnte diese stabile Hochdrucklage sogar bis etwa zum 25. Oktober andauern. Das europäische Modell ECMWF sieht dagegen eine Verlagerung des Hochs nach Norddeutschland, bevor es um den 20. Oktober bereits zu einem Umschwung kommen könnte.
Auch wenn Hochdruck oft mit Sonne gleichgesetzt wird, gilt das im Herbst nur eingeschränkt. Der Sonnenstand ist inzwischen so niedrig, dass sich die bodennahe Luft bedeutend langsamer erwärmt. Dadurch können Hochnebel- oder Nebelfelder länger oder teilweise schon den ganzen Tag über bestehen bleiben.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Taupunkt, also die Temperatur, bei der die Luftfeuchtigkeit kondensiert. Liegt die Lufttemperatur in der Nähe dieses Werts, ist die Luft gesättigt und es bildet sich Nebel. Da die Sonne jetzt nicht mehr genug Energie liefert, um die Luft zu erwärmen, bleibt die Temperatur oft knapp am Taupunkt liegen – der Nebel löst sich also nur langsam oder gar nicht auf. So kann es vorkommen, dass es im Norden ganztägig grau bleibt, während im Süden oder Westen für ein paar Stunden die Sonne durchkommt.
Das „Nebel-Lotto“ des Herbstes
Wann und wo sich Nebel auflöst, ist auch für moderne Wettermodelle schwer vorherzusagen. Kleinräumige Unterschiede in Windrichtung, Feuchtigkeit oder Bodenbeschaffenheit entscheiden darüber, ob sich die Sonne durchsetzt oder nicht. Diese Unsicherheiten führen dazu, dass die Realität manchmal deutlich von der Prognose abweicht – ein Phänomen, das ich gerne als „Nebel-Lotto“ bezeichne, typisch für Herbst, Winter und Frühjahr.
Auch beim Niederschlag bleibt es ruhig: Innerhalb dichter Nebelfelder kann es stellenweise zu feinem Nieselregen kommen, größere Mengen sind aber nicht zu erwarten. Der Wind spielt kaum eine Rolle, und alle Modelle zeigen bis mindestens zum Anfang der übernächsten Woche keine relevanten Regenmengen.
Auf längere Sicht könnte jedoch wieder Bewegung in die Wetterlage kommen. Über dem Atlantik könnten sich die Überreste eines Tropensturms oder Hurrikans zu einem posttropischen Zyklon umwandeln und in Richtung Europa ziehen. Sollte dieser Tiefdruckkomplex die aktuelle Hochdruckbrücke stören, wäre gegen Ende der dritten Oktoberdekade ein allmählicher Wetterumschwung möglich – hin zu unbeständigerem und windigerem Wetter.
Infrage kommt hierbei der aktuelle Tropensturm „Jerry“, der nur knapp östlich von Guadeloupe liegt und sich am Freitag nordöstlich von San Juan in einen Hurrikan verstärken soll. Laut den Prognosen des National Hurricane Center dreht der Sturm ab Montag auf den offenen Atlantik ab, bevor er dann, wie schon beschrieben, vielleicht einen Einfluss auf unser Wetter nehmen könnte.
Bis dahin aber bleibt Luxemburg fest im Griff des Hochdrucks: oft grau, manchmal sonnig – und insgesamt typisch herbstlich ruhig.
De Maart
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