RadioShack-Leopard

05. Juni 2013 06:23; Akt: 05.06.2013 14:25 Print

Becca verkauft WorldTour-LizenzBecca verkauft WorldTour-Lizenz

Die prinzipielle Entscheidung über die Zukunft des RadioShack-Leopard-Rennstalls ist gefallen. Flavio Becca wird in der Saison 2014 nicht mehr im WorldTour-Geschäft weitermachen.

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Unklar ist die Situation beim luxemburgischen Profi-Team: Nissan funktioniert nicht mehr als Namensgeber, auch RadioShack soll vor dem Absprung stehen. In welchem Team wird Frank Schleck 2014 fahren? (Bild: Reuters/Archiv)

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Nachdem Hauptsponsor RadioShack vor Monaten ausgestiegen ist, trennt sich nun auch Flavio Becca Ende 2013 nach nur drei Jahren von der UCI WorldTour. Der Lizenz-Eigner tritt seine Ermächtigung gegen Bares an den Radsporthersteller Trek ab, der Manager Luca Guercilena und den Großteil der Mannschaft übernehmen wird.

Unseren Informationen zufolge soll Teamleader Fabian Cancellara, dessen Vertrag mit Becca und RadioShack ausläuft, dem neuen Trek-Team erhalten bleiben und demnach nicht wie ursprünglich geplant zum Schweizer Konkurrenten IAM wechseln. Die Verantwortlichen von Trek haben dem Ronde- und Paris-Roubaix-Sieger die Gewähr gegeben, die zukünftige Mannschaftsstruktur vor allem im Hinblick auf die bekanntesten Klassiker auszurichten. Die großen Rundfahrten (Tour, Giro, Vuelta) würden im neuen Team also eher zur UCI-Pflicht als zum Trek-Ziel.

Fragt sich nun, wie es mit den vier Luxemburger Fahrern weitergeht, die zurzeit der RadioShack-Leopard-Mannschaft angehören. Sowohl die Gebrüder Schleck als auch Laurent Didier und Bob Jungels haben theoretisch einen Vertrag bis Ende 2014.

Frank Schlecks Zukunft?

Während Andy Schleck und Laurent Didier von der neuen Mannschaftsleitung übernommen werden sollen, sieht es um Frank Schleck etwas anders aus. Er ist mit dem Urteil in Sachen anormale Dopingprobe belastet, und obwohl seine Sperre Mitte Juli ausläuft, dürfte er nächste Saison nicht mehr zu Trek gehören. Sehr gut möglich, dass Becca sich auf eine Klausel, die im Vertrag eines jeden Berufsfahrers steht und die im Fall einer Verurteilung (Schleck wurde für ein Jahr gesperrt) angewendet werden kann, beruft und den Kontrakt mit Frank Schleck in den nächsten Tagen oder Wochen „pour faute grave“ kündigt.

Ob das allerdings mit dem Luxemburger Arbeitsrecht vereinbar ist, muss geklärt werden, da Becca Schlecks Fehler nach dem Urteilsspruch bisher stillschweigend duldete. Andersherum aber kann Becca argumentieren, er habe als Teameigner durch die Verurteilung seines Fahrers moralischen und finanziellen Schaden erlitten.

Falls Flavio Becca sich vorzeitig von Frank Schleck trennen sollte, könnte dieser ab Mitte Juli ohne Arbeitgeber da stehen, es sei denn, ein anderer Rennstall würde ihn auf Anhieb in sein Team integrieren. Spätestens ab nächster Saison werden die Gebrüder Schleck kaum noch in derselben Mannschaft figurieren, da die Führung von Trek fest dazu entschlossen ist, ohne Frank weiterzumachen. Andys laufenden Vertrag dagegen will der amerikanische Radsporthersteller honorieren.

Und Jungels ... und der Nachwuchs??

Bleibt noch die Zukunft von Bob Jungels zu klären. Natürlich hätte Trek ihn weiterhin gerne im Team, doch ist der junge Fahrer auch von mehreren anderen Mannschaften heiß umworben.

Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass Jungels aussteigt, falls sein Vertrag ihm das erlaubt, und er nächste Saison in einem anderen Leibchen fährt. Hier spielt aller Wahrscheinlichkeit nach das Finanzielle mit, wobei Trek kaum mit den verlockenden Angeboten der Konkurrenz mithalten kann.

So manche Details von Beccas UCI-WorldTour-Lizenzwechsel zu Trek sind also noch zu klären. Das kann Wochen, vielleicht sogar Monate in Anspruch nehmen. Bis dahin sind den Spekulationen Tür und Tor geöffnet, u.a. die Frage, wen Trek als zweiten Sponsor an Land ziehen kann.

Und zu guter Letzt geht es auch um die Zukunft des Kontinentalteams von Leopard Trek. Wenn es stimmt, dass Flavio Becca ab 2014 nichts mehr mit dem Radsport zu tun haben will, sieht es nicht unbedingt rosig um diesen Nachwuchs-Rennstall aus.

Spekulation?

Am Mittwochnachmittag wies ein Sprecher von Flavio Becca die Information als Spekulation zurück, ohne sie jedoch ausdrücklich zu dementieren. Laut RTL sei niemand zu einem Gespräch bereit gewesen.

(Petz Lahure/Tageblatt.lu)

  • Siegfried von der Burg am 27.06.2013 12:01 Report Diesen Beitrag melden

    Das war definitiv dem Becca eine Nummer zu gross. Sich von Freunden Geld borgen und es nicht zurückzahlen. Das tut ein Millionär doch nicht, oder doch? In der Zwischenzeit ist der Leoparde zu einem klitzekleinen Miezekätzchen geschrumpft. Aber das wussten viele schon im voraus, bevor der Luxemburger Becca-Radzirkus, mit grossem Tamtam ins Leben gerufen wurde. Die Zukunft der Jungs steht in den Sternen. Frank gesperrt wegen Doping, Andy unmotiviert und nicht in Form. Nur Jungels, ein Ausnahmetalent, hat eine reelle Chance in eine starke Manschaft aufgenommen zu werden. Bonne Chance mes amis.

  • josy miersch am 05.06.2013 13:25 Report Diesen Beitrag melden

    Suen aleng ginn net duer fir e Rennstall. De Radsport ze verstoen deen sech esou séier ännert, ass de Problem ! D'Jongen vun TREK waren ëmmer ganz sachlech a fein ! TREK huet et elo an der Hand !

  • Raymond am 05.06.2013 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    d'Victims sinn d'Bridder Schleck... Mä sie wollte mat de groussen Hënn eraus goen... Dat bezuelt sech elo zeréck... Sorry Andy an Frank... Mir wäerten iech vermëssen... Mä besser "ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende"...