2011 verlor die LSAP in Bettemburg zwar an Stimmen, blieb mit 42,38% aller Stimmen und den daraus resultierenden sechs von 13 Sitzen dennoch die weitaus stärkste Fraktion im Gemeinderat. Doch die Amtszeit von Bürgermeister Roby Biwer war vorbei …

24 Jahre lang hielt die absolute Majorität der LSAP in Bettemburg. Und eigentlich hätte es unter der Führung der Sozialisten in Bettemburg weitergehen können, nach den Kommunalwahlen vom 9. Oktober 2011. Allerdings sollten die drei kleineren Parteien im Gemeinderat, CSV, “déi gréng” und DP, am Wahlabend “kurzen Prozess” machen. Dies im wahrsten Sinne des Wortes. Kurz nach der Auszählung der Stimmzettel stand fest: Bettemburg wird künftig von einer Dreierkoalition unter einem CSV-Bürgermeister geführt.

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Ein Riesenschock für die LSAP

Für Biwer und die andere LSAP-Mitglieder war das verständlicherweise ein Riesenschock. 2004 hatte er das Bürgermeisteramt von Lucien Lux übernommen, der zu Ministerehren gekommen war. Im Folgejahr fuhr er mit den Sozialisten mehr als 53% bei den Gemeinderatswahlen ein, holte acht Sitze. Der beliebte Lokalpolitiker erhielt damals mehr Stimmen als die Erstgewählten der anderen drei im Gemeinderat vertretenen Parteien, CSV, DP und Grüne, zusammen. Und nun war also alles vorbei? So war es! Die drei bisherigen Oppositionsparteien taten sich zusammen und kamen so auf eine Majorität von sieben gegen sechs.

“Putsch der drei kleinen Parteien” titelte die Bettemburger LSAP kurz nach den Wahlen auf ihrer Webseite: “Der 9. Oktober 2011 war ein schwarzer Tag für die LASP Bettemburg und unserer Meinung nach auch für die Gemeinde Bettemburg. Schnell war klar, dass sich eine Allianz gegen die LSAP schon im Vorfeld des 9. Oktober zusammen gefunden hatte, denn noch am selben Abend stand die neue Dreier-Koalition. Koalitionsgespräche waren für die LSAP unmöglich, da dieses abgekartete Spiel der drei kleinsten Parteien kaltblütig durchgezogen wurde, war es doch augenscheinlich das erklärte und einzige Ziel der drei, die LSAP-Mehrheit zu brechen.”

Der Bürgermeisterposten ging 2011 an die CSV, der des Ersten Schöffen an die Grünen und der des Zweiten Schöffen an die DP. “So weit zum Respekt gegenüber dem Wählerwillen”, ärgerten sich die Sozialisten, die hervorhoben, dass der neue DP-Schöffe “weniger Stimmen als die Letztgewählte der LSAP” beim Urnengang verbucht hatte … Und wie sieht es heute aus? Manches ist anders als das 2011 der Fall war.

Es dürfte spannend werden

Damals waren 13 Mandate zu verteilen, heute sind es deren 15. Und mit der ADR kandidiert eine zusätzliche Partei. Bleibt es also bei der aktuellen Konstellation? Dass das an erster Stelle davon abhängt, wie sich die Wähler am kommenden Sonntag entscheiden, ist klar. Und was ebenfalls feststeht: Es dürfte in Bettemburg am 8. Oktober äußerst spannend werden.

François Besch

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