Für Menschen in akuter Notsituation im Ausland ist sie seit Anfang Dezember 2018 die helfende Hand aus dem kleinen Großherzogtum, auch wenn die ihr zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel begrenzt sind. Dennoch entscheidet Paulette Lenert (50) über mehr als 350 Millionen Euro für Entwicklungshilfe und humanitäre Notaktionen, rund 85 Prozent der gesamten Kooperationsmittel Luxemburgs. „Wenn ich mir vor Augen führe, wie viel Geld in die Entwicklungszusammenarbeit fließt, dann bin ich beeindruckt von der Verantwortung, die auf mich zukommt“, hatte die neue Ministerin im Tageblatt-Interview (13.12.2018) gesagt.

Am Dienstag unterzog sich die Juristin, Anwältin, langjährige Verwaltungsrichterin und seit 2010 Erste Regierungsrätin in mehreren Ministerien der parlamentarischen Feuertaufe, einem Test, den sie trotz leichter Nervosität problemlos meisterte. In knapp einer Stunde hatte sie die Schwerpunkte der Kooperationspolitik dargelegt, viel Kontinuität, aber auch bereits erste eigene Akzente.

Die LSAP-Politikerin aus dem Osten als neues Regierungsmitglied war angeblich eine der großen Überraschungen bei der Regierungsbildung nach den Oktoberwahlen 2018 gewesen. Nachfolgerin von Nicolas Schmit, den es seit Jahren in europäische Gefilde zieht, sollte Tess Burton werden. Die Entscheidung zugunsten der Quereinsteigerin Lenert erwiderte ein enttäuschter Juso-Vorstand des Bezirks mit dem Rücktritt. Dass sie die Ressorts Kooperation und Konsumentenschutz verantworten würde, war jedoch erst am Ende der Koalitionsgespräche bekannt geworden. Zuerst hatten Medien auf die Bereiche Gesundheit und Soziales getippt.

Dabei gab es bereits 2016 erste Gerüchte, die Politikerin aus dem Osten, seit vier Jahren Mitglied der LSAP, könnte es zu Ministerehren bringen – dank … Nicolas Schmit, der angeblich amtsmüde in den Europäischen Rechnungshof wollte, nachdem ihm 2013 der Einzug in die EU-Kommission wegen der Wahl Jean-Claude Junckers zum EU-Kommissionspräsidenten versperrt geblieben war. Die Erste Regierungsrätin im Ministerium des öffentlichen Dienstes und für Verwaltungsreform könnte das Ressort von Kooperationsminister Romain Schneider übernehmen, hieß es. Schmit musste in Luxemburg bleiben, Lenert blieb Beamtin und wurde 2017 zusätzlich Geschäftsführerin des Nationalen Instituts für öffentliche Verwaltung.

Aufmerksam hatte Lenert am Dienstag im Parlament während mehr als drei Stunden den Abgeordneten zugehört, oft ernst blickend zustimmend, manchmal freundlich lächelnd. „Als Richter hört man immer zwei Seiten einer Geschichte. Da gewöhnt man es sich auch an, zu warten, bis man beide Seiten gehört hat, um sich dann erst eine Meinung zu bilden“, hatte Lenert im Tageblatt-Gespräch gesagt. Eine Angewohnheit, die ihr auch in ihrem neuen Job zugutekommen wird. Zumal es auch in Sachen Kooperation mit den schwächsten Ländern dieser Welt so viele Ansichten wie Diskutanten gibt. Doch am Ende muss sie entscheiden. Daran ließ sie am Dienstag im Parlament zu Sitzungsende keine Zweifel. Auch wenn sie sich für die „vielen guten Ideen“ bedankte.

5 Kommentare

  1. Et misst een mol an den Laenner wo’u mer aktiv sinn, een Aan ob de Budget an d’Korruptio’un werfen an d’Spenden un Bedingungen knuepfen !

  2. Vun allem weiss Madame vun watt se schwätzt
    mä ech gin dem Nomi och recht et mist ein emmer kucken dat eis Suen net an der Korruption enner gin.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here