Schuldenkrise

29. Juli 2012 20:36; Akt: 30.07.2012 07:04 Print

Juncker warnt vor Zerfall der Euro-ZoneJuncker warnt vor Zerfall der Euro-Zone

Euro-Gruppen Chef Jean-Claude Juncker hat in einem Zeitungsinterview vor einem Zusammenbruch der Eurozone gewarnt. Hart kritisiert er den Umgang mancher deutschen Politiker mit Griechenland.

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Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, hat eindringlich vor einem Zerfall der gemeinsamen Währungszone gewarnt. "Wir sind an einem entscheidenden Punkt angekommen", sagte Juncker der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Die Welt redet darüber, ob es die Euro-Zone in einigen Monaten noch gibt." Die Euro-Länder müssten jetzt "mit allen verfügbaren Mitteln" ihre feste Entschlossenheit zeigen, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu garantieren.

Die Finanzmärkte hätten die Reformanstrengungen in Spanien und Italien viel zu wenig honoriert. Die Euro-Länder seien bereit, notfalls Staatsanleihen klammer Länder über die Europäische Zentralbank kaufen zu lassen. Die Notenbank genieße mehr Glaubwürdigkeit als die Politik und werde alles tun, um den Euro zu retten, sagte Juncker. "Und welche Maßnahmen wir ergreifen werden, entscheiden wir in den nächsten Tagen. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren", sagte der Chef der Euro-Gruppe.

Scharfe Kritik in Richtung Deutschland

Teile der deutschen Politik griff Juncker scharf an. Er frage sich, warum Deutschland die Euro-Zone "wie eine Filiale" behandele. Danach gefragt, wie viel Zeit Griechenland noch für Reformanstrengungen bleibe, sagte Juncker: "Ich wundere mich immer wieder, dass man vor allem in der Bundesrepublik stets mahnt, wir müssen den Troika-Bericht abwarten. Aber schon bevor er da ist, erklärt man was drin steht." Dies sei keine europäische, sondern deutsche Innenpolitik. "Wieso eigentlich erlaubt sich Deutschland den Luxus, andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen zu machen? Warum behandelt Deutschland die Euro-Zone wie eine Filiale?"

Juncker betonte, ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone gehöre nicht zu seiner "Arbeitshypothese". Zuletzt hatte der deutsche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) erklärt, für ihn habe ein Austritt Athens "längst seinen Schrecken verloren". Weitere Politiker der Regierungskoalition hatten sich ähnlich geäußert.

(dpa/Tageblatt.lu)

  • Gust Wester am 30.07.2012 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    Tot oder späte Einsicht?

    Schmerzhaft vermisse ich die herzhaften Kommentare eines Benni Budia und De Monni, auf jede Kritik an Juncker. Sind diese inzwischen verstorben, oder ist ihnen ein Späicherliicht aufgegangen? Auf Tauchstation befinden sich auch jene Propheten, welche uns immer belehrten" Seid froh dass wir den Juncker haben, oder was wären wir ohne den Juncker"

    • Ronni am 31.07.2012 09:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Denkfehler Gust

      Ech sinn zwar net de Benni oder de Monni, déis du jo wierklech ganz éierlech schéngs ze vermëssen. Ganz ouni "Schadenfreude" oder "illuminéiert Späicherliicht-Selbstbeweihräucherung". Et ginn eben nach Mënschen déi sech weiderentwéckelen a net iergendwann op iergendeppes hänke bliwwe sinn oder op eppes "draufgeschickt" gi sinn.

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  • A.hoffmann am 30.07.2012 12:00 Report Diesen Beitrag melden

    TRAU KENGEM JéSUITe

    De Junker versicht eis durch Mattléid dé leschte Sou aus der Tesch ze lakkelen. Als Jésuiten Léierbouf huet hien dat jo och geléert.

  • Hobbes am 30.07.2012 09:49 Report Diesen Beitrag melden

    Billiges Geschwätz!

    Wenn die Eurozone scheitern sollte, dann an ihren inneren Konstruktionsfehlern. Dabei kann Juncker sich an die eigene Nase fassen, denn er ist einer ihrer Konstrukteure! Sinnvollerweise verbietet der Eurovertrag die Staatsfinanzierung durch die Notenbank. Doch dieses klare Prinzip scheint Juncker nicht verteidigen zu wollen, wenn er den Ankauf von Staatsanleihen fordert.

    • Hume David am 30.07.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      @billiges Geschwätz

      "Wenn die Eurozone scheitern sollte, dann an ihren inneren Konstruktionsfehlern. Dabei kann Juncker sich an die eigene Nase fassen, denn er ist einer ihrer Konstrukteure." Nicht vergessen sollte man die ganzen Wähler, Nicht-Wähler und Falschwähler. Deren Beitrag durch Stimmabgabe, oder "Beitrag" durch Stimmenthaltung ist mindestens so relevant wie der Beitrag eines einzelnen Unterzeichners. Die Liste an "Schuldigen" könnte man so noch weiter ausführen, wir sind alle "mitschuldig", ob Wähler oder Nicht-Wähler. Hobbes und Descartes stellen da keine Ausnahme dar, auch wenn es mal so rüberkommt;)

    • Gust Wester am 30.07.2012 15:08 Report Diesen Beitrag melden

      Falsch gedacht

      David Hume unterliegt einem kapitalem Denkfehler. Die Mehrzahl der Wähler und die Nichtwähler, haben den Juncker nicht gewählt. Würde seine CSV nochmals in dem Umfange zulegen wie 2009, hätten sie die absolute Mehrheit im Parlament, welche sie in den 50er Jahren schon einmal hatte. Dann würden eure Behauptungen zu 31/60tel zutreffen. Einer aus dem Norden sagte mir 2009 mit sichtlichem Stoltz, ich stimme nur den Juncker, er ist der Einzige den ich kenne. Musste den Held daraufhin belehren, dass er im Norden ja nicht mal dem Juncker eine Stimme geben könne.

    • Held aus dem Süden am 31.07.2012 09:04 Report Diesen Beitrag melden

      Richtig gedacht ; )

      Die Spielregeln in unserer Form einer Parlamentarischen Demokratie basieren eben auf Mehrheiten, in Luxemburg genauso wie in Europa, Deutschland oder Frankreich. Jedes "Wahl-Ensemble" hat dabei einen eigenen historisch gewachsenen Kontext, der selbstverständlich mit den Anderen "Wahl-Ensembles" verknüpft ist. Sie hängen miteinander zusammen. Dein "Held" aus dem Norden, das ist ein anderes Problem: Das hat andere Ursachen, daran ist nicht der Juncker Schuld wie du glauben machen willst, das hat andere vielfältige Ursachen, denen man weiter nachspüren sollte.

    • Glas Halbvoll am 31.07.2012 09:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Gust Denkfehler

      "David Hume unterliegt einem kapitalem Denkfehler. Die Mehrzahl der Wähler und die Nichtwähler, haben den Juncker nicht gewählt.", schreibt Wester Gust. David Hume hatte geschrieben: "Nicht vergessen sollte man die ganzen Wähler, Nicht-Wähler und Falschwähler. Deren Beitrag durch Stimmabgabe, oder "Beitrag" durch Stimmenthaltung ist mindestens so relevant wie der Beitrag eines einzelnen Unterzeichners." .... Bitte zuerst lesen, dann denken, und dann vielleicht etwas schreiben ;) Aber immer gleich wie der Horst&Co drauflosschreien: "Falsch gedacht", "Denkfehler", "Dreck", "Rücktritt" etc. etc.

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