10. Dezember 2014 19:52;Akt: 10.12.2014 20:07

Eine Stütze für die Lehrer

SCHULE

Der Unterricht für die Schüler soll durch die Optimierung der Lehrerausbildung optimiert werden. Ein neues Bildungsinstitut soll es richten.

Man wolle die Lehrer nicht alleine lassen und habe letztendlich immer „den Erfolg des Einzelschülers im Visier“, so Marc Bodson,zuständig für die Lehrerausbildung bei der Uni Lëtzebuerg. (Bild: Editpress)

Der seit Wochen in der Kritik stehende Erziehungsminister Claude Meisch stellte am Mittwoch das „Institut de formation de l’éducation nationale“ (IFEN) vor. Mit diesem Instrument will er das Lehrpersonal unterstützen, um somit den Schülern einen optimalen Unterricht bieten zu können.

Der DP-Politiker legt Wert darauf, einen maximalen direkten Impakt auf die Bildung der Schüler auszuüben: „Der Lehrer hat den größten Einfluss auf den Bildungserfolg der Schüler. Hier müssen wir ansetzen. Mit dem IFEN können wir den Unterricht perfektionieren, indem wir uns auf den Berufseinstieg und die Weiterbildung des Lehrpersonals konzentrieren“, so der Minister auf einer Pressekonferenz.

Dieser Herangehensweise verschrieben, hat das neue Institut die Aufgabe, die dreijährige Praktikumszeit sowie die Fortbildung des Lehrpersonals und des erzieherischen und psychosozialen Personals zu organisieren sowie zu bewerten. Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung einer dreijährigen Praktikumszeit, die insgesamt über 10.000 Personen betrifft, wenn man Grundschul- und Gymnasiallehrer zusammenzählt. Diese um ein Jahr verlängerte Berufseingliederungszeit beruht auf drei Grundpfeilern (siehe Grafik): Bei der Einführung in die Schule soll das zugewiesene Schulhaus näher kennengelernt werden. Die allgemeine Ausbildung dient dazu, theoretische Inhalte zu vermitteln und umfasst 108 Stunden für Grundschullehrer und 260 Stunden für Gymnasiallehrer. Der wohl wichtigste Pfeiler ist die Ausbildung in beruflicher Praxis. Hier wird der Lehrer während der kompletten Praktikumszeit von einem „conseiller pédagogique“ sprich einer Person mit einem bestimmten Erfahrungsschatz begleitet.

Ausbildung "à la carte"

Für Grundschullehrer ist hier sogar eine „formation à la carte“ vorgesehen. Dies bedeutet, dass der „conseiller pédagogique“ seine Arbeit den individuellen Bedürfnissen des Lehrers anpasst. Während des Praktikums werden die Grundschullehrer jährlich praktische oder schriftliche Examen bestehen müssen. Einige Tests können allerdings wiederholt werden.

Um sich der Praktikumszeit widmen zu können, sieht Claude Meisch für die Grundschullehrer eine Freistellung von 500 Stunden, auf drei Jahre verteilt, vor. Die Dauer des Praktikums sowie die Anzahl der Examen, Fortbildungsstunden und Freistunden werden allerdings wohl Streitpunkte bleiben und dafür sorgen, dass Meisch weiterhin von den Gewerkschaften kritisiert wird. So hatte die Lehrergewerkschaft SEW bereits vor drei Wochen eine dreijährige Praktikumszeit mit 108 Fortbildungsstunden und Examen abgelehnt. Die Gewerkschaft verwies auf den zeitlichen Druck, der für die Grundschullehrer zu groß sei.

Marc Bodson, zuständig für die Lehrerausbildung bei der Universität Luxemburg, hat jedoch auf der gestrigen Pressekonferenz die positiven Aspekte der Berufseingliederungszeit hervorgehoben. Laut ihm müsse „die neue Arbeit des IFEN nicht als Schikane, sondern als Unterstützung verstanden werden“. Man wolle die Lehrer nicht alleine lassen und habe letztendlich immer „den Erfolg des Einzelschülers im Visier“.

Die neue Ausrichtung der Praktikumszeiten sowie die erneuerte Weiterbildung werden ab 2016 in Kraft treten. Das IFEN, welches seinen Sitz höchstwahrscheinlich in Walferdingen haben und zwölf neue Personen einstellen wird, nimmt seine Arbeit somit erst in knapp zwei Jahren auf.

Damien Valvasori

  • c.kremer am 11.12.2014 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Meischs Initiative sieht aus wie eine Wiedereinführung der Normalschule durch die kleine Hintertür. Ich wünsche mir einen starken Widerstand durch die Gewerkschaften.

  • De klenge Frechdachs am 11.12.2014 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Dir kennt se esou gutt ausbilde wei dir wëllt, soulaang se Kanner an Klass kréien, déi eis offiziell Sproochen net kennen, déi dann och na en extra Programm zesummegestallt musse kréien, dowéinst manner Zäit fir déi aner Kanner do ass, sech mat Pabeierkrom auserneesetze mussen, an elo och a Fortbildungscourse setze ginn, soulaang ännert Qualitéit net. Mir brauchen Infrastrukturen, déi eiser Gesellschaft ugepasst ass. Integratioun ass gutt, awer net op Käschte vun eise Kanner. Effizient an éierlech Léisungen. Lauschtert op d'Leit um Terrain net iergendwelleche Paltongszéierten.

    • Charlotte am 11.12.2014 18:15 Report Diesen Beitrag melden

      Genau do läit e vun de de Problemer!

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  • jp weit am 11.12.2014 09:05 Report Diesen Beitrag melden

    Bin 65. Kann mich an die Zeit erinnern da machten Lehrer nach Passage Examen (quatrième) drei Jahre Normalschule.Das wars, dann kam Abitur plus 2 Jahre, dann plus 3 Jahre. Iserp wurde abgeschafft und durch 4 Jahre Uni ersetzt. Jetzt kommt das Iserp wieder und hinten angehängt, macht Abi plus 7 Jahre. Tolle Leistung! Fehlt noch der Doktor Titel.

    • Arthur Barthel am 15.01.2017 15:25 Report Diesen Beitrag melden

      Eigentlich sollten die Lehrer auch noch als Personal-Trainer und Kinderarzt ausgebildet werden.Um die immer steigenden Gehälter und Pensionen (höher als beim Bankdirektor)zu rechtfertigen sehen die Politiker keine andere Lösung.Wenn das Abitur nicht mehr reicht um den Kindern das Nötige mitzugeben um die Grundschule zu überstehen dann ist das ganze System am A......Schon früher waren die 2 Jahre in Walferdingen total überflüssig und reine Formsache.

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