Die Firma Valorlux hat am Dienstag zu einer Pressekonferenz eingeladen, um die Ergebnisse ihres Pilotprojekts zum Thema Recycling von Plastikverpackungen vorzustellen. Dieses läuft seit März 2019 in Differdingen, Helperknapp und Mondorf. In insgesamt 48 Gemeinden, darunter 46 im Norden, die mit dem Abfallsyndikat „Sidec“ zusammenarbeiten, dürfen die Bewohner nun auch Joghurtbecher und Plastikschalen in den blauen Müllsäcken entsorgen.

Getränkekartons, -dosen und -flaschen 

Valorlux will einerseits europäische Auflagen befolgen und vermeiden, dass wiederverwertbarer Abfall verbrannt wird. Andererseits bezieht sich das Projekt konkret auf die Nachfrage der Bürger und Gemeinden, die mehr recyceln wollen. Bisher landeten hauptsächlich Getränkekartons, -dosen und -flaschen in die „blo Tut“.

Nun kommen in 48 Gemeinden weitere Plastikverpackungen hinzu. Joghurtbecher und Plastikschalen waren bisher nicht in den blauen Müllsäcken von Valorlux gestattet und landeten oft in der schwarzen Mülltonne. Das Ergebnis: Sie wurden verbrannt, obwohl diese Verpackungen durchaus wiederverwertbar waren.

Dies soll jetzt dank der neuesten Technologie verhindert werden: Das Sortierzentrum Hein Déchets in Bech-Kleinmacher ist seit Beginn dieses Jahres dazu in der Lage, sechs weitere Verpackungsarten voneinander zu trennen, also nun insgesamt 12 Stück. Dazu gehört auch das Sortieren von PP- und PSPlastik, aus denen sich Joghurtbecher und Plastikschalen zum größten Teil zusammensetzen.

Verpackungsmüll trennen und recyceln

Für Valorlux stellt das Einsammeln der Müllsäcke vor der Haustür nach wie vor die einfachste Möglichkeit für die Einwohner dar, ihren Verpackungsmüll zu trennen und zu recyceln. Das Ergebnis des Pilotprojekts ergab eine Steigerung von 15,9 Prozent des eingesammelten Abfalls und einen Rückgang von 24,7 Prozent, was nicht geduldete Verpackungen in den blauen Müllsäcken betrifft. Valorlux betont, dass das sehr positive Resultate sind, auf die man weiterhin aufbauen kann. Auch die Bürger der drei teilnehmenden Gemeinden Differdingen, Helperknapp und Mondorf sind zufrieden über dieses Zwischenfazit.

In einer ersten Phase wird das Pilotprojekt ab Oktober auf die 46 „Sidec“-Gemeinden im Norden des Landes ausgeweitet. Eine Anfrage von Valorlux im Juli 2019 zur Anwendung auf alle Kommunen in Luxemburg muss noch von der Umweltverwaltung genehmigt werden.
Die Firma bietet seit 1996 die Möglichkeit, Plastikflaschen, Dosen und Getränkekartons in den blauen Müllsäcken zu entsorgen und vor der Haustür abholen zu lassen. 2016 rief sie ein erstes Pilotprojekt ins Leben, bei dem zusätzlich auch Plastikfolien und -tüten in grünen Müllsäcken eingesammelt wurden.

9.209 Tonnen Verpackungsmüll

2018 wurden in 101 Gemeinden bei 591.255 Einwohnern insgesamt 9.209 Tonnen Verpackungsmüll gesammelt. Das sind 15,58 Kilogramm pro Einwohner. Der Abfall wird anschließend beim Unternehmen Hein Déchets sortiert. Die verschiedenen Verpackungsarten werden dann in Recyclingzentren in Luxemburg, Deutschland, Frankreich, Belgien oder den Niederlanden verkauft.

Laut einer EU-Richtlinie sollen bis Ende 2025 mindestens 65 Prozent des Verpackungsabfalls recycelt werden. Bis 2030 soll diese Zahl sogar auf 70 Prozent steigen. Valorlux und die betreffenden Gemeinden wollen sich diesem Ziel mit diesem Projekt nähern.

 

Von unserem Korrespondenten Pit Beffort

6 Kommentare

  1. Nicht das Recycling muss wachsen sondern die Fähigkeit Müll zu vermeiden.Die Mülltrennung beruhigt das schlechte Gewissen und mann gibt sich keine Mühe Müll zu vermeiden!

    • Besser könnte man es nicht sagen. Aber mit Müllvermeidung lässt sich kein Geld machen. Mit Müllrecycling (und Entsorgung in Asien oder Afrika) schon. .

  2. Wie im Artikel erwähnt, recycelt das reiche Luxemburg seinen Plastikmüll nicht selbst, sondern exportiert diesen in die Nachbarländer. Aber man sollte schon wissen, dass auch die Nachbarländer bei weitem nicht alles selbst recyclieren und einen grossen Teil in andere, selbstverständlich ärmere, Länder, exportieren.

    https://projekte.sueddeutsche.de/artikel/wirtschaft/deutscher-plastikmuell-verschmutzt-malaysia-e590969/?autologin=true

    Ich versuche immer öfter Plastik zu vermeiden, vor allem wenn es Alternativen gibt. Haben sich aber ein paar Puddingbecher eingeschlichen, dann schmeisse ich diese lieber hier in die schwarze Tonne als auf einen malaysischen Müllplatz.

  3. Kéint een och iergenwei gewuer ginn wivill Geld den Valorlux dann mam Plastik-Dreck vun den Leit verdingt? Net dass do nach en ob d’Idee kënnt och nach eng oekotax drob ze setzen.

  4. Hm…mein Großvater fuhr Milchflaschen aus. Anno dazumal…die Leute stellten ihre leeren Flaschen vor die Tür, der Milchman holte sie ab und stellte volle hin.
    Das System hat mich immer an etwas sehr zeitgenössisches erinnert: Paketlieferdienste…notgedrungen fährt der Lieferwagen ja irgendwann leer rum, außer wenn Rücksendungen drin sind…
    Ich erinnere mich auch an den Milchautomaten, den eine große luxemburger Supermarktkette mal in ihren Räumlichleiten aufgestellt hatte, Ende der der 80ger, Anfang der 90ger (?) : man brachte seine leere Flasche mit…
    Ich kann mich nur jenen anschließen, die Müllvermeidung als wichtiger ansehen, als mehr Müll immer noch nicht besser zu re-cyceln.
    Wieso gibt es nur eine einzige Yogurtmarke im Glas aus Luxemburg? Wieso bekomme ich manchen Bio-Käse in Luxemburg nur in Scheiben in Plastik verpackt?
    Ich denke derweil darüber nach, nach SUV-Vorbild, mir einen Vietransporter zu kaufen, und meine Kuh mit mir rumzufahren, mit einem Kühlanhänger nach Provençale-Vorbild, mein ganz persönlicher fahrender Supermarkt.
    Da eh nur leere Riesenautos rumfahren, vielleicht mal eine Pastikeinkaufstüte auf dem Beifahrersitz, wird das an der Verkehrsituation eh nix ändern. Nur bleibt dann alles schön frisch…und fast nicht verpackt.
    Nach drei Jahren exportiere ich die Stinkkiste dann in ein afrikanisches Land, fein säuberlich vom europäischen Kontinent getrennt…
    Die sinnloseste leere Verpackung ist und bleibt der menschliche Schädel. Arme und Beine können nach der Geburt gleich re-cycled werden. Der Rest ist einfach nur Sondermüll.

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