Update: Die CFL hat ein erstes Ergebnis der Aufzeichnungen des Bordcomputers des Unglückszuges ausgewertet. Demnach hatte der Lokführer des Personenzuges ein Stoppsignal nicht beachtet.

Schienenersatzverkehr
Bis Mittwochabend bleibt die Zugstrecke von und nach Metz gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingesetzt. Sonderzüge werden über Petingen und Rodange in Richtung Frankreich fahren.

Schreckliche Erinnerungen an das schwere Zugunglück von Zoufftgen (Link) 2006 werden wach. Damals starben sechs Menschen und 23 wurden verletzt.

Um solche Kollisionen zu verhindern, kommt das europäische Zugsicherheitssystem ETCS zum Einsatz – eigentlich. Mit dem System werden beispielsweise Züge automatisch gestoppt, wenn sie ein rotes Signal überfahren. Seit 2002 laufen in Luxemburg die Installationen für dieses System. 1998 wurde die neue Sicherheitsnorm festgelegt. Inzwischen funktioniert es im ganzen Luxemburger Schienennetz. Auf der Strecke Bettemburg – Zoufftgen kommt es allerdings nicht zum Einsatz. Die Franzosen hätten es installiert, aber nicht zertifiziert, hieß es auf einer Pressekonferenz am Dienstagmittag (Link).

Auf Ursachensuche

In Belgien wird noch an dem System gearbeitet. Deutschland hat ein eigenes Konzept, das seit 2008 aktiv ist. Das ETCS-System soll eigentlich bis 2020 europaweit stehen. Was genau am Dienstagmorgen gegen 9.00 Uhr kurz vor dem Rangierbahnhof Bettemburg passierte, ist noch unklar.

Kein Alarmsystem hat angeschlagen. Erst durch einen Notruf einer französischen Schaffnerin im Personenzug lief die Rettungskette an. Die Frau wird derzeit medizinisch behandelt. Was man bislang weiß, ist, dass ein französischer Güterzug mit rund 600 Tonnen Gewicht mit einem CFL-Passierzug kollidierte. Der französische Lokführer leitete noch einen Bremsvorgang ein und flüchtete in den hinteren Teil der Lok. Er kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus.

Toter Lokführer lokalisiert

Der CFL-Lokführer hatte sich laut dem Betreiber nicht an ein Haltesignal gehalten. Die beiden Züge prallten zusammen. Die Lok des Güterzuges wurde durch den ersten CFL-Wagen gedrückt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde die Steuerkabine regelrecht pulverisiert. Es dauerte Stunden, bis der Lokführer aus Luxemburg lokalisiert werden konnte. Er ist bei dem Unglück gestorben. Noch immer ist unklar, wie viele Menschen eigentlich an Bord des Personenzuges waren. Zunächst war von sechs Menschen die Rede.

Auf der Strecke zwischen Bettemburg und Zoufftgen dürfen Züge mit maximal 140 km/h verkehren. An der Unglücksstelle ist eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h erlaubt. Für die Bahnexperten ist klar: Beide Züge waren an der Stelle nicht langsam unterwegs.

Tageblatt.lu