Nicht alle, die am Sonntag in Brandenburg und Sachsen AfD wählten, sind Faschisten, aber auch nicht alle, die in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Aufstieg Hitlers durch die Wahl der NSDAP ermöglichten, wollten den totalen Krieg, 60 Millionen Tote, Konzentrations- und Vernichtungslager …

Dennoch kam es so. Und auch wenn die demokratischen Kräfte heute wohl anders und besser aufgestellt sind, als sie es vor 80 oder 90 Jahren waren, so sind die Parallelen doch recht deutlich. Eine sehr laute Minderheit von Rechtsextremen steht einer sehr leisen Mehrheit gegenüber und das blöde Geschrei findet offensichtlich mehr Gehör als die stille Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

Die Gedenkfeiern an den Generalstreik in Luxemburger Stahl- und Lederwerken, in Schulen und bei der Bahn sollten in diesem Sinne als Beispiel gesehen werden, als Ermutigung, sich den faschistoiden bis faschistischen Tendenzen entgegenzustellen.

Das Vorbild, das mutige Menschen vor 77 Jahren gaben und teils mit Repressalien, teils mit ihrem Leben bezahlten, darf nicht zu einer nostalgisch verklärten, abstrakten Beweihräucherung längst vergangener „Heldentaten“ werden, sondern muss ein aktuelles Fanal gegen Dummheit und Hass der extremen Rechten bleiben. Nur so wird den Resistenzlern von damals die Ehre erwiesen, die ihnen zusteht, nur so bleiben sie lebendig.

8 Kommentare

  1. Das Problem ist , dass es keine Opposition zu Merkels CDU gibt, ausser vielleicht die Linken die wiederum eine nachfolgepartei der SED ist d.h. den unseligen Kommunisten die nicht weniger Leid und Tote über die Menschheit gebracht haben. Solange die CDU nicht ihre Positionen der Vor-Merkelzeit einnimmt, treibt man die konservationen Wähler in die Arme der Afd. Zudem trügt der Schein: wenn die Presse nicht so extrem gegen die Afd gearbeitet hätte und systematisch das Schuddelkinderimage aufgebaut hätte, wäre der Erfolg der Afd noch erchreckender ausgefallen. Wenn sich durch zu der durch den Zustrom ausgelöste Wohnkostensteigung eine Rezession gesellt wird sich die Situation für die Volksparteien noch verschärfen.

  2. “Ich fürchte nicht die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Faschisten, sondern die Rückkehr der Faschisten in der Maske der Demokraten.” Theodor W. Adorno
    Ja, das Phänomen “AfD” ist sehr gefährlich und wird unterschätzt.

    • Lieber Leutchen mit klaren faschistischen Tendenzen als Kommunisten? “luc jung” bevorzugt also Cholera?
      Hier mal ein revolutionärer Vorschlag: Es gibt auch andere Parteien als AfD oder Postkommunisten (die übrigens bei diesen Wahlen nicht wirklich was erreicht haben).
      Ansonsten: Netter Ablenkungsversuch. Thema des Artikels sind hier einzig und alleine die Neo-Faschisten.

      • KTG : wie immer hier im Forum, ad hominem ohne Argumente mit Nazi Keule.
        Wer nach Antifa-Manier ganz ultralinks steht sieht natürlich alle am rechten Rande.
        Und jetzt bitte keine Lektion zum Thema Nazi, mein Grossvater war im KZ!

  3. Man fühlt sich irgendwie in die 1930er Jahre zurückversetzt. Es ist wieder der Anfang von etwas schon Dagewesenem, der Anfang eines Alptraums. Dummheit und Hass haben denselben Vater. Wenn ein Drittel der Bevölkerung eines Staates durch Dummheit blind vor Hass ist, dann müssen sämtliche Alarmglocken läuten. Anstatt gegenseitiger Schuldzuweisung sollten sich die etablierten Parteien lieber zusammenraufen und auf die Stimme des Volkes hören!

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here