Die Pläne der Regierung, den Nutzern den öffentlichen Verkehr (ÖV) kostenlos anzubieten, stößt weiterhin auf den Widerstand des FNCTTFEL-Landesverbandes. In einer Mitteilung erklärt die Gewerkschaft warum und stellt parallel Forderungen.

Um dieses kostenlose Angebot umzusetzen, müssten die Rahmenbedingungen stimmen, heißt es. Da dies zurzeit nicht der Fall sei, würde die Gewerkschaft die Initiative ablehnen. Der Gratis-ÖV könne nicht von den Unzulänglichkeiten im öffentlichen Transport ablenken, wie sie täglich von den Benutzern wahrgenommen würden. Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und exzellente Kundenbetreuung müssten zum Markenzeichen des öffentlichen Verkehrs in Luxemburg werden. Konsequenter Ausbau der Infrastruktur, Materialbeschaffung und vor allem die Ausstattung mit genügend qualifiziertem Personal seien wichtige Vorbedingungen hierzu.

Der Landesverband warnt weiter davor, dass auf Ebene der Generaldirektion der CFL, in Erwartung der Umsetzung der Regierungspläne, Vorabentscheidungen bei der Personalausstattung in den Zentraldienststellen, den Bahnhöfen und den Zügen getroffen werden. Weiter fordert die Gewerkschaft einen neuen “Contrat de service public” mit einer Laufzeit von 15 Jahren. Dieser Vertrag, der vorliegen solle, ehe der Gratis-Transport eingeführt werde, müsse umgeändert werden. Der Ausbau und der Erhalt der Arbeitsplätze sei dabei prioritär zu sehen. Die Kundenbetreuung müsse durch zusätzliches, qualifiziertes Personal verbessert werden.

Um die Anforderungen des aktuell gültigen Vertrags der öffentlichen Dienstleistung zu erfüllen, müsse massiv Personal eingestellt werden. Um Geisterbahnhöfe zu verhindern, sei es weiter extrem wichtig, die personelle Präsenz auf den Bahnhöfen zu verstärken und bereits geschlossene Bahnhöfe wieder zu eröffnen. Nur so könnten die Kunden bestmögliche Informationen bekommen, wie dies in besagtem Kontrakt vorgeschrieben ist.

8 Kommentare

  1. fuer die bahnreisenden bedeutet der gratistransport vor allem dass sie nicht mehr die geringste moeglichkeit haben etwas gegen verspaetungen und andere unannehmlichkeiten zu unternehmen.keine entschaedigug,rein gar nichts.wer keine fahrkarte kauft hat auch keinen kontrakt .mit dem transportunternehmen.da diese transportunternehmen das natuerlich auch wissen entfaellt fuer sie die motivation eine qualifikativ hochwertige transportleistung anzubieten.die erste klasse posse laesst gruessen.die frage sei erlaubt wem diese kontraproduktiven massnahmen dienen.

    • Für Regionalzüge (Inlandsverkehr wie in Luxemburg) gab’s noch nie eine Entschädigung. Die EU-Richtlinie gilt nur im Fernverkehr und auch da nur ab einer Verspätung von mindestens einer Stunde. (Ausnahme TGV, ab 30 Minuten). Wäre vielleicht ganz gut, nur Dinge zu kommentieren, mit denen man sich auch auskennt.

    • gute frage.seit geraumer zeit gibt es auch eine eu direktive die die entschaedigung fuer bahnreisende bei verspaetungen regelt.bei erhalt der zu bezahlenden erste klasse werden also nur diese reisenden entschaedigt.ist der gratistransport in luxemburg ueberhaupt mit eu recht vereinbar?sowas gibt es sonst nirgends.hier koennen die transportgewerkschaften ansetzen.schliesslich duerfen sie nicht untaetig bleiben,ist der gratistransport doch ein anschlag auf die laufbahn einer grossen berufsgruppe zumindest bei der groessten transportgesellschaft.

  2. “The road to hell is paved with good intentions” (Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert), ein Spruch der perfekt die Beharrlichkeit beschreibt mit der die Koalition uns unbedingt mit einem Geschenk beglücken will das sich nur die Allerwenigsten gewünscht haben. Dabei kann sie die Ziele die sie mit dem Nulltarif verfolgt nicht klar definieren: Sozialmassnahme für die einen, Nationbuilding für die anderen. Für den Premierminister wird Luxemburg so “das erste Land der Welt, in dem man den öffentlichen Nahverkehr spontan oder geplant nutzen kann, ohne sich Gedanken zu machen, welche Fahrkarte man am besten kauft” (Zeit online vom 11.12.2018).Nun, zum Erwerb einer Fahrkarte ist auch jetzt bereits keine grosse Gehirnakrobatik verlangt: Es gibt nur den Einheitstarif von 2 Euro, gültig 2 Stunden für Fahrten im ganzen Land und in allen Verkehrsmitteln, kann man sogar per Handy kaufen. 4 Euro kostet das Tagesticket für den der länger unterwegs sein will … Ohne klare Zielsetzung und Antwort auf die Frage “weshalb” riskiert die unüberlegte Einführung des Gratistransports in einem Fiasko zu enden. Vielleicht sollten die Eisenbahnergewerkschaften einfach mal eine Meinungsumfrage unter den Reisenden durchführen?

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