Zwei Studien haben sich mit der Entwicklung der Lebensmittelpreise in Luxemburg befasst. Das Ergebnis: Esswaren sind hierzulande teuer, im EU-Vergleich liegen sie sogar 25 Prozent über dem Durchschnitt.

In einer Eurostat-Studie landet Luxemburg auf Platz zwei der EU-Staaten, in denen Lebensmittel am teuersten sind. Damit liegt das Großherzogtum gleichauf mit Österreich – nur in Dänemark müssen die Menschen für Obst, Milchprodukte und Co. tiefer in die Tasche greifen.

Für Getreideprodukte zahlen die Konsumenten in Luxemburg gleich 27 Prozent mehr, als innerhalb der EU üblich ist; bei Fleisch sind es gar 41,5 Prozent. Nur in zwei Bereichen schneidet das Land besser ab: Tabakwaren und alkoholische Getränke gibt es hier zu vergleichsweise günstigen Preisen.

Die zweite Studie, “Etude 4 frontières”, hat einen anderen Schwerpunkt. Sie befasst sich mit der Großregion. Fazit: Luxemburg ist im Vergleich zu unseren Nachbarn “nur leicht teurer”. Die Preise für Nahrungsmittel liegen demnach 8 Prozent über dem Durchschnitt. Günstiger als in den Nachbarländern sind Getränke und Pflegeprodukte.

Vize- und Wirtschaftsminister Etienne Schneider (LSAP) bestätigt diese Studienergebnisse gegenüber dem LSAP-Abgeordneten Mars di Bartolomeo, der sich mit einer parlamentarischen Anfrage darüber erkundigt hat.

Anbieter und der Einzelhandel

Welche Faktoren tragen zu diesen Ergebnissen bei, wollte Di Bartolomeo wissen. Ministerin Schneider unterstreicht in seiner Antwort, dass sich die Studien lediglich auf Preisentwicklungen beziehen. Mögliche Gründe wie Einkommen, Steuern, Wohnpreise und Öffnungszeiten im Handel seien hier nicht berücksichtigt.

In diesem Kontext weist er auf die Situation des Einzelhandels und auf die “restrictions territoriales de l’offre” (RTO) in Luxemburg hin. Laut einem Bericht des “Observatoire de la formation des prix” können es Hersteller aus dem Ausland ablehnen, ihre Waren an die hiesigen Einzelhändler zu schicken. Die Wahl von Anbietern mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis wird dadurch erschwert.

Die EU-Kommission will sich näher mit dem Thema befassen und eine ausführliche Studie zu den RTO durchführen.

2 Kommentare

  1. “Mögliche Gründe wie Einkommen, Steuern, Wohnpreise und Öffnungszeiten im Handel seien hier nicht berücksichtigt.”

    Also vergessen wir das ganz einfach. War zwar teuer, ist nur teilweise gültig.

  2. Alle Preise außer Alkohol, Tabak und Benzin sind in Luxemburg weit höher als im Ausland. Und das, obschon für vieles die TVA niedriger als im Ausland ist. Die Steuern für Betriebe sind auch oft niedriger. An den höheren Löhnen liegt es nicht, das haben einige Gewerkschaften bewiesen, die hohen Immobilienpreise sind auch vernachlässigbar. Sollte man nicht doch die Spur einer leichten Vermutung haben, dass es an den unverschämten Profiten einiger Großhandelsgeschäftsleute liegt? Auf vielen Artikeln, besonders Kleider, machen die 500% Profit. Bei Lebensmitteln bin ich nicht so gut informiert, aber bei vielen anderen Artikeln ist es genauso. Ich habe z.B. einen bestimmten Laptop, der bei xx-International in Luxemburg1400€ kostet, im Internet für 700€ erstanden. (Das Modell ist haargenau identisch, die TVA höher, kostenlose Lieferung, Garantie 2 Jahre). Eine Frechheit, sowas.

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