Am kommenden Wochenende (ab 30.11.) verwandelt sich die Rockhal in eine Spielwiese für angehende Wissenschaftler. Die Luxemburger Forscher laden ein zu den Researchers’ Days.

Wenn Wissenschaftler mit ihrer Forschung an die Öffentlichkeit gehen, kann das für Nicht-Eingeweihte schon einmal zu einer sehr trockenen Angelegenheit werden. Formeln und Fachjargon machen für Laien aus einem wichtigen Ergebnis oft eine unverständliche Sache, die nur mit Mühe nachzuvollziehen ist.

Dass dieses Bild der Forschung allerdings nicht wirklich gerecht wird, wollen Luxemburger Forscher an diesem Wochenende beweisen. Mit 31 interaktiven Ateliers verwandeln sie die Rockhal in ein großes Labor.

Ein Hintergedanke ist es auch, besonders junge Menschen für die Forschung zu begeistern. So ist der nächste Freitag exklusiv Schulklassen vorbehalten. 180 Klassen mit mehr als 2.000 Schülern haben sich angemeldet. Am Samstag, den 1. Dezember, öffnet die Veranstaltung ihre Pforten dann für die breite Öffentlichkeit.

Die Kinder und Jugendlichen für die Forschung zu begeistern, ist ein langfristiges Unterfangen, erklärt der Direktor des “Fonds national de la recherche” (FNR), Marc Schiltz. Der Begeisterung vieler Kinder und Jugendlicher für die Wissenschaften steht ein Mangel an ausgebildeten Forschern aus Luxemburg gegenüber.

Die Generaldirektorin des Luxemburger Forschungsinstitutes Liser, Aline Muller, fügt dem hinzu, dass es ein unterschiedliches Verhalten bei Jungen und Mädchen gibt. Bei Kindern sei das Interesse an den Wissenschaften bei Mädchen und Jungen gleich ausgeprägt. Im Lycée distanzierten sich die Mädchen dann von den Wissenschaften. Dieses Phänomen führt die Forscherin auf versteckte Normen in der Gesellschaft zurück. Seit einigen Jahren schon gibt es international Anstrengungen dafür, mehr Mädchen für die sogenannten MINT-Fächer zu begeistern. Darunter versteht man: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Drohnen, Gummi und Übergewicht

Das, was die Forscher geplant haben, verspricht denn auch alles andere als Langeweile. Die Universität etwa will unter dem Motto “Haben meine Eltern den ganzen Strom verbraucht?” mit den Menschen über Energie diskutieren. Und wartet mit dem Thema Drohnen auf – das eigentlich immer Publikum anzieht. “Forschung ist eine spannende Welt”, so Jens Kreisel von der Uni.

Das Anliegen des Forschungsinstitutes LIST ist es, praktische Anwendungen für Forschungsergebnisse zu finden. Deshalb arbeitet das Institut mit der Industrie zusammen. Ihre Arbeit wollen die Forscher am Thema Gummi (wie in Autoreifen) demonstrieren. Die Besucher sollen anhand von Gummibällen die Eigenschaften von unterschiedlichen Gummisorten kennenlernen.

Das LIH (Luxembourg Institute of Health) ist eher im Medizinbereich zu Hause. Die Forscher und Forscherinnen dieses Institutes haben sich einen Patienten mit gebrochenem Herzen ausgedacht, anhand dessen sie zeigen sollen, wie Grundlagenforschung und klinische Forschung schlussendlich dem Patienten zugutekommt.

Das Forschungsinstitut Liser ist in den Sozialwissenschaften daheim. Anlässlich der Researchers’ Days behandelt das Institut das Thema Übergewicht und welche Auswirkungen Übergewicht auf das Leben der Menschen hat.

Für die Forscher sei es sehr schön, ihre Forschung einmal der Öffentlichkeit zeigen zu können, meint Schiltz. Die Researchers’ Days seien alles andere als “abstrakte Wissenschaft im Elfenbeinturm”.

Die Researchers’ Days finden seit 2008 regelmäßig statt. Damals noch in einem Zelt auf dem Knuedler. Nun findet die Veranstaltung bereits zum zweiten Mal in Folge in der Rockhal statt. Es beteiligen sich die Luxemburger Institute FNR, LIST, Liser, Uni und LIH. Der Eintritt am Samstag ist frei.

 

3 Kommentare

    • Wir sehen, wen Sie meinen. Es gibt tatsächlich Ähnlichkeit, aber es ist nicht der bekannte Prof. Hiermit reichen wir die entfallene Bildunterzeile nach:

      “Die Köpfe des Luxemburger Forschungsbereiches (von links nach rechts): Aline Muller (Liser), Jens Kreisel (Uni), Marc Schiltz (FNR), Fernand Reinig (LIST) und Frank Glod (LIH)”.

      Vielleicht wird es ja trotzdem gut?

      Beste Grüße, Ihre Redaktion

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