Der Streik im Bettemburger Pflegeheim nimmt offenbar unappetitliche Formen an. Am Dienstag ging ein Brief der Copas, dem Dachverband der Luxemburger Pflegeinstitutionen, an die Mitgliedshäuser des Verbandes. Das Schreiben war von vom Copas-Präsidenten Marc Fischbach unterzeichnet. Er bittet darin die Pflegeheime, Personal nach Bettemburg zu entsenden. “Illegalerweise”, wie OGBL-Sekretärin Nora Back erklärt. Es handele sich dabei um eine klare “violation du code de travail”. Die Gewerkschaft werde klagen.

Mehrere Häuser – beziehungsweise deren Belegschaften – haben die Bitte bereits abgelehnt. So wird Servior sich nicht an der Gegenaktion zum Streik beteiligen. Auch die Fondation Pescatore will keine Streikbrecher entsenden. Der OGBL fordert alle Personaldelegationen der Pflegeheime auf, sich gegen diese Methoden zu wehren. Um gegen Streikbrecher vorzugehen, wird die Gewerkschaft Kontrollen bei den Eingängen des Heims durchführen.

Mittlerweile, so Back, funktioniere das Bettemburger Institut nicht mehr; es sei überfällig, dass die Regierung sich einschalte. Insbesondere Familienministerin Corinne Cahen und Sozialminister Romain Schneider seien jetzt gefordert.

8 Kommentare

  1. Unverständlich dass der Staat und die zuständigen Minister solche illegale Machenschaften zugunsten von Großkonzernen unterstützen. Diesen Trägern muss sofort der Geldhahn zugedreht werden. Es ist skandalös was hier mit öffentlichen Geldern geschieht mit dem Segen des Staates. C’est dégoûtant! Hut ab vor dem OGBL und Frau Back, solche couragierte Menschen brauch unser Land!

  2. Das Pflegeheim soll ihre Rechte respektieren wie bei den anderen auch! was soll das bringen den Streik weiter laufen zu lassen wenn es im Betrieb nicht funktioniert. Da leben kranke Menschen und nicht Robotern. Es wird Zeit dass da was passiert, dass jeder wieder kan zufrieden arbeiten gehen. Denn der Personal von SAS’n können die Arbeit so nicht weiter führen, da wird ja man krank dort zu arbeiten

  3. Die zuständigen Minister sollen gefälligst das tun wo für sie gewählt wurden, nähmlich dafür Sorge tragen dass die luxemburgischen Gesetze eingehalten werden. Wenn sie das gegenüber skrupellosen vom Staat noch mit finanzierten Grosskonzernen aus Feigheit nicht können sollen sie bitte zurück treten.

  4. Do weist de fréiere Mediateur wéi et mir schéngt säi richtegt Gesiicht. D’chreschtlech Sozialléier hällt wuel op, wann et em ee selwer geet…

  5. Genau: Es ist ja bekannt, dass schon bei Normalbetrieb in Pflegeheimen das Personal meist nicht ausreicht, um die Bewohner optimal zu pflegen – man mag sich gar nicht ausmalen, wie es da jetzt aussieht, wenn der grösste Teil des Personals streikt.

  6. Déi aal Leit an d’Personal sinn zenter Joren d’Geisel vun enger rieseger Boite. Dank dem Streik deet sech hoffentlech epoes. Et leeft esouvill falsch an eisem kommerzialiséierte Pfleegesecteur.

  7. Et gett an Holland an am NRW Projeten fir de Pfleegesecteur méi menschlech ze gestalten. An Holland fonctionnéiert dat schonns super an de Secteur ass neméi rationell-kommerziell. Dat ass am Widdersproch zu enger anstänneger Pfleeg. Mee dCopas Lobby ass zu Letzebuerg ze staark.

  8. Offensichtlich gehen die öffentlichen Mandatsträger, in der Regierung und im Parlament, bisher nicht den Verpflichtungen gegenüber allen Bürgern im vollen Umfang nach. Die prekäre Situation im Gesundheits– und Pflegebereich ist nur die Spitze des Eisbergs.
    Sie haben durch Kurzsichtigkeit über etliche Jahre wohl verantwortungslos und womöglich illegal das Mandat dazu benutzt, zum großen Teil das Bürgervermögen durch Privatisierung zugunsten Einzelinteressen in der Wirtschaft ausverkauft. Dadurch ist der Einfluß des Staates derart geschwunden, daß gewisse Kräfte in der Wirtschaft, die sich nicht dem Gemeinwohl im Staat verpflichtet fühlen, überhandgenommen haben und auf Teufel komm raus verächtlich diktieren. Ein Phänomen über Grenzen hinaus, was beängstigend ist. Die Demokratie steht auf dem Spiel. Dieses Ungleichgewicht könnte mafiöse Tendenzen beschleunigen und die Schere zwischen arm und reich könnte weiter auseinandergehen.
    Die Gewerkschaften, insbesondere der OGB-L in unserem Lande, ergreifen entschieden und redlich Partei für das Pflegepersonal und für die Pflegebedürftigen. Sie verdienen Achtung und Respekt in dieser sehr schwierigen Situation. Ich hoffe sehr, daß alle Bürger solidarisch für das Gemeinwohl und für die Wohlfahrt in unserem Lande eintreten. Das ist das ständige, konsequente Ziel der Gewerkschaft OGB-L! – Auch ich stehe dafür!!!

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