In Luxemburg werden pro Jahr rund 68.000 Tonnen Lebensmittel verschwendet oder weggeworfen. Das entspricht 123 Kilo pro Kopf und liegt somit etwas unter dem europäischen Durchschnitt. Laurent Zeimet (CSV), der die anschließende Debatte über Lebensmittelverschwendung in Luxemburg einleitete, verwies darauf, dass die Haushalte zu 72%, kollektive Restaurationsbetriebe zu 11%, die Gastronomie zu 9% und Betriebe zu 7% für die Verschwendung verantwortlich sind.

Gespräche mit den Verantwortlichen hätten Probleme mit dem Umgang von Haltbarkeitsdaten, zu strenge Vorschriften im Lebensmittelbereich und die Finanzierung für eine Resteverwertung für die Situation verantwortlich gemacht. Während in der EU zurzeit über Lebensmittelspenden, über die Verwendung von Resten als Futtermittel und über die Haltbarkeitsdaten diskutiert wird, hat sich die Luxemburger Regierung laut Ministerin Carole Dieschbourgs Abfallplan zum Ziel gesetzt, die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahr 2020 um rund 50 Prozent zu senken.

Unklare Haltbarkeitsdaten

Die bisherigen Schritte, sprich das Einrichten des “Anti-Verschwendungs”-Portals antigaspi.lu, das Verteilen von schriftlichen Hinweisen und die Lancierung von Sensibilisierungskampagnen in den Schulen, reichen Laurent Zeimet nicht. Die ganze Produktionskette sollte in die Sensibilisierung einbezogen werden, die zusätzlich durch eine Art Belohnungsprinzip attraktiver gemacht werden könnte.

Frank Colabianchi (DP) hingegen sieht in der Kampagne gegen Verschwendung von Verbraucherschutzminister Fernand Etgen durchaus ein sinnvolles Element. Auch die gemeinsame Kampagne mit den Gemeinden sei ein Erfolg. Colabianchi sieht eines der wichtigsten Probleme bei den Haltbarkeitsdaten. Diese seien für viele unverständlich. Franz Fayot (LSAP) begrüßte es, dass die Luxemburger Supermarktketten ihre Lebensmittelüberschüsse vor allen Dingen an Hilfsorganisationen spenden, die diese dann an Bedürftige weitergeben.

Gérard Anzia (“déi gréng”) plädierte für eine verstärkte Nutzung von lokalen und regionalen Produkten und verwies auf neue Marketingideen im Ausland (z.B. “légumes moches” in Frankreich). Roy Reding (ADR) sprach sich für weniger Normen und mehr gesunden Menschenverstand im Umgang mit Lebensmitteln aus. Marc Baum (“déi Lénk”) plädierte für mehr Informationspflicht und Transparenz sowie für strengere Regeln für die Verpackungsindustrie.

Aufklärungsarbeit

Landwirtschafts- und Verbraucherschutzminister Fernand Etgen (DP) ging noch einmal auf die zuvor genannten Initiativen der Regierung ein. Es sei wichtig, alle Register zu ziehen. Gesundheitsministerin Lydia Mutsch (LSAP) machte darauf aufmerksam, dass darüber diskutiert werde, das Haltbarkeitsdatum durch das Produktionsdatum zu ersetzen. In diesem Fall würde die Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit jedoch allein auf dem Konsumenten lasten. Mehr Aufklärungsarbeit über den Unterschied zwischen dem Mindesthaltbarkeitsdatum und dem Mindestverbrauchsdatum könnte mehr bringen.

Umweltministerin Carole Dieschbourg (“déi gréng”) meinte, das Ändern der Konsumgewohnheiten sei die größte Herausforderung. Sie plädierte für ein gesundes Gleichgewicht zwischen gesetzlichen Vorgaben und freiwilligen Aktionen.

7 Kommentare

  1. Et misst een emol erem alles am eenzelnen ze kaafen kreien ouni lästeg Verpackung. Dann braicht een net z.B 6 Stecker ze kaafen wann een nemmen eent brauch an der Rescht ewech ze geheien. An och den Verpackungsmüll geif reduzeiert gin. Ech fannen och den Produktiounsdatum op den Artikelen mei sennvoll, well et ass eng Tatsach dass d’Artikelen sech net un een Mindesthaltbarkeetsdatum haalen :-), mol sin se eischter futti mol mei speit, hängt jo och vun dem Emgang mat den Artikelen of.

  2. Auf den Verpackungen der Bio-Gemüseprodukten DELHAIZE ist seit kurzem weder Verpackungs- noch Haltbarkeitsdatum mehr zu erkennen, seitens der Geschäftsführung erhielt ich bis dato keine Erklärung dafür?!

  3. Wann manner Tonnen Wueren an den Supermarchéen giffe leien,
    dann wir och manner Ofall, ëtt ass iwerdriwen waat alles do léit.
    Ech fro mech schons laang wou all deen Rescht vun Iwerfloss hin bruecht gëtt ???
    Alles onverständlech daat Ganzt.

    • Speziell Brout, Breidercher, Baguetten, Kichelecher, Taarten, Kuch…..asw….gitt mol owes an d’Supermarché’en kucken…oder bei éen Bäcker…watt do nach vun TONNEN Wuer leit kurz virun Feierowend ier déi Geschäfter zoumachen. Fierwaat muss owes nach baal genau souvill Wuer am Rayon leien wie moies wann opgemacht gett? Daat selwischt ass bei Uebst an Geméiss : Tonnen leit an den Geschäfter….Gitt mol Sonndes hurz virun 13:00 Auer an een Supermarché, kuckt als Beispill Bananen déi schon gutt zeidig sinn…An dann gitt dir Meindes moies direkt um 8:00 Auer an deen selwischten Supermarcjhé…oh Wonner…lauter fresch Bananen…neischt möi vun deenen gudden zeidigen Bananen ze fannen. Watt ass dann matt deenen geschitt ????????????? Majo, daat ass dann den Deel vun deenen 68000 Tonnen………..

  4. Wann een den Problem well richteg u’goen, muss een un der Wuerzel u’setzen: Iwwerproduktioun un Liewensmettel an der EU, mat den bekannten Konsequenzen, wei ze heichen Wasserverbrauch an Iwwerschwemmung vum afrikaneschen March mat bëllegen Fleeschwueren die fier den EU-marché net gudd genug Sinn. Daat mat der Liewensmettelverschwendung ass Remgedoktors un Symptomen…

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here